Wenn Hülsenfrüchte nicht vertragen werden

HülsenfrüchteWenn jedes Böhnchen ein Tönchen macht ist das ein Zeichen dafür, dass Hülsenfrüchte nur eingeschränkt oder gar nicht vertragen werden.

Man hat die Auswahl an verschiedenen Ursachen dafür. Meist sind es diese drei: 

  1. es waren zu viel Linsen, Bohnen oder Erbsen in der letzten Mahlzeit
  2. es wird nicht richtig gekaut
  3. es liegt eine Verdauungsschwäche vor

Deshalb beschreibe ich hier etwas ausführlicher, wie die Zusammenhänge sind und was man tun kann.

Hülsenfrüchte und Kohlenhydrate

Warum sind ausgerechnet Linsen, Bohnen und Erbsen so schwer bekömmlich?

  • Hülsenfrüchte enthalten komplexe Kohlenhydrate, die durch Enzyme aufgespalten werden müssen.
  • Dabei geht es zum einen um leicht aufzuspaltende Kohlenhydrate wie das Amylopektin, das bereits durch Magenenzyme leicht zersetzt wird.
  • Die schwerer verdaulichen Anteile aus den Hülsenfrüchten gelangen weiter bis in den Dickdarm.

Normal ist, dass solche unverdauten Stoffe von den Darmbakterien des Dickdarms zersetzt werden und als geräusch- und geruchslose Blähungen abgehen.

Bei einer Schwäche der Verdauung klappt das leider nicht.

Normale Verdauung von Linsen und Bohnen

So läuft das ab:

  1. Speichel durch Kauen
  2. Enzyme des Magens
  3. Enzyme der Bauchspeicheldrüse
  4. Bakterien des Dickdarms

normale Verdauung

  • Gutes Kauen spaltet einen Teil der Kohlenhydrate schon durch den Speichel auf. Damit erleichtert man dem Körper die harte Verdauungsarbeit.
  • Im Magen übernehmen Enzyme dann die weitere Vorarbeit.
  • Im oberen Teil des Dünndarms erfolgt mit Hilfe der Enzyme aus der Bauchspeicheldrüse die restliche Zersetzung der Kohlenhydrate.
  • Der unverdauliche Rest landet im Dickdarm.

Schwäche der Bauchspeicheldrüse

Mehrere Gründe kann es geben, weshalb die Bauchspeicheldrüse ihrer Aufgabe nicht voll und ganz nachkommen kann:

  1. nachlässiges Kauen
  2. ständige Belastung durch Gärung im Darm

Beides ist sehr verbreitet und wird viele Jahre lang nicht beachtet. Wer denkt bei Blähungen schon an Krankheit und Schwäche?

Damit niemand Angst bekommt: Bei dieser Schwäche geht es nicht etwa um eine massive Schädigung oder Krankheit der Bauchspeicheldrüse. Diese Schwäche bekommt man gut wieder in den Griff.

So beschönigende Sätze wie „jedes Böhnchen macht ein Tönchen“ vermitteln den Eindruck, als sei es etwas Normales, dass Hülsenfrüchte Blähungen erzeugen. Ist es zwar auch, aber diese normalen Blähungen sind nicht zu spüren.

Erst wenn die Bauchspeicheldrüse schwach ist und auch sonst so einiges nicht stimmt im Bereich der Verdauung, dann werden daraus stinkende und donnernde Blähungen. Was für ein peinliches Thema!

Zusammenspiel Darm und Bauchspeicheldrüse

Schwäche der Verdauung fängt beim Zusammenspiel von Dünndarm und Bauchspeicheldrüse an.

  • Die Bauchspeicheldrüse stellt die notwendigen Enzyme für die Verdauung der Kohlenhydrate her, die in den Dünndarm abgegeben werden.
  • Reichen die Enzyme nicht aus, weil die Bauchspeicheldrüse zu schwach ist, wird die Nahrung nicht richtig verdaut und es gelangen unverdaute Nahrungsbestandteile in den Dickdarm.

Die Kette ist also:

Je schwächer die Bauchspeicheldrüse, desto weniger Enzyme, desto schwieriger die Verdauung von Hülsenfrüchten (und anderen Speisen).

schwache Bauchspeicheldrüse

Das Problem bei unverdauten Rückständen im Darm ist, dass sich die „bösen“ Darmbakterien vermehren, was man an unnatürlichen (stinkenden) Blähungen merken kann – mal abgesehen von anderen Verdauungsbeschwerden wie Durchfall, Völlegefühl und einem dicken Bauch.

Teufelskreis durch Hülsenfrüchte und Darmgärung

Hülsenfrüchte enthalten besonders schwer verdauliche Kohlenhydrate, die erst im Dickdarm von Bakterien zersetzt werden.

Dabei entsteht Gärung im Darm. Lauter kleine Bläschen steigen nach oben. Das ist Fuselalkohol, der die Leber ganz enorm belastet.

So kann es kommen, das Menschen eine Fettleber entwickeln, die nie einen Tropfen Alkohol trinken. Statt dessen ernähren sie sich „gesund“ von Hülsenfrüchten.

Menschen die sich bewusst ernähren, ersetzen gerne das Fleisch durch Hülsenfrüchte. Werden die aber nicht gut gekaut und ist die Bauchspeicheldrüse schon geschwächt, dann setzt ein Teufelskreis ein:

mehr Hülsenfrüchte – mehr Darmgärung – mehr Blähungen – mehr Leberbelastung – mehr …

Das soll jetzt nicht heißen, dass mehr Fleisch auf den Teller kommen soll, auf keinen Fall.

Eine Idee wäre aber, ein wenig Fleisch als Einlage für den Eintopf mit Hülsenfrüchten zu nehmen. So wie das in früherer Zeit auch sehr üblich war. 🙂

So werden Hülsenfrüchte bekömmlicher

Hülsenfrüchte LinsenBei den weichen Hülsenfrüchten neigt man dazu, das ausgiebige Kauen zu vernachlässigen.

Deshalb ist es eine gute Idee, gleichzeitig vollwertigen Reis zu essen, der fest ist und sehr gut gekaut werden kann.

Außerdem kann man beim Kochen von Hülsenfrüchten experimentieren und rausfinden, was sie vielleicht etwas leichter verdaulich macht.

Hier sind ein paar Tipps dazu:

Hülsenfrüchte …

  1. in kaltem Wasser einweichen, über Nacht
  2. so lange einweichen, bis sie keimen
  3. während des Einweichens und danach sehr gründlich spülen
  4. nach dem Einweichen mit kochendem Wasser überbrühen
  5. ohne Deckel 10 Min kochen lassen
  6. nach dem Aufkochen 2 Stunden stehen lassen, mit frischem Wasser weiter kochen
  7. immer mit Wasser bedeckt kochen, auch nachfüllen
  8. mitkochen: Bohnenkraut, Koriander …
  9. wichtig: Hülsenfrüche immer ganz weich kochen, stundenlang

Wenn das alles nicht hilft, ist es ein recht sicheres Zeichen dafür, dass die Bauchspeicheldrüse geschwächt und der gesamte Verdauungsbereich belastet ist.

Dann hat es weniger Sinn, die Linsen und Bohnen so oder so zu kochen. Dann geht es darum, dem Darm zu helfen, wieder gesund zu werden.

Gesunder Darm auf Dauer

Das ist natürlich ein ganzes Programm, wenn man den Darm in Ordnung bringen will. Und von einem auf den anderen Tag geht das sowieso nicht.

Wer gesünder werden will, dem empfehle ich die Teilnahme am Selbstlernkurs. Dort lernt man, welches Essen dem Darm dabei hilft, wieder gesund zu werden.

Denn das ist der Punkt:

Nicht eine schnelle Kur hilft, sondern das was man jeden Tag auf Dauer zu sich nimmt.

So kann der Darm gesünder werden.

Rezepte bei Schilddrüsenproblemen

Makrobiotische-Heilkueche-RezepteDie Rezepte sind richtig, wenn man diese Ziele erreichen will:

  • nicht mehr frieren und müde sein
  • Allergien und Unverträglichkeiten loswerden
  • Depressionen und Angst verlieren
  • besser schlafen
  • Gewicht regulieren
  • ohne Verdauungsbeschwerden leben

"Motivationslevel: sehr hoch, denn schon die letzten Tage an denen ich nur teilweise nach dem Programm gegessen hatte, hatte ich kaum noch Darm-Probleme."

 

"Ich bin begeistert wie schnell die Gerichte zuzubereiten sind und wie lecker sie sind. Das ist super klasse, weil man es so auch zu stressigen, beruflichen Zeiten beibehalten kann. Das ist sonst oft ein KO-Kriterium für mich."

Die Autorin: Mein Name ist Jutta Bruhn. Ich bin Heilpraktikerin und wohne in Berlin. Hier auf der Webseite geht es um Ernährung & Naturheilkunde bei Schilddrüsenproblemen.

11 Kommentare

  1. Daniela

    Liebe Jutta,
    vielen Dank für die tollen Informationen und umfangreichen Hilfestellungen!
    Ich habe noch Fragen zu Bohnen und Linsen: Sollen diese in reinem Wasser eingeweicht werden, oder soll auch Salz hinzugefügt werden?

    Liebe Grüße,
    Daniela

  2. Roswitha

    Danke für die wertvollen Infos Jutta. Ich möchte das Reisfasten auch einmal machen, das E-Book habe ich aber noch nicht, dafür die anderen 🙂 – kannst du das Reisfasten auch im normalen Alltag empfehlen oder ist es ratsam auf den Urlaub zu warten?
    Liebe Grüße Roswitha

    • Jutta Bruhn

      Hallo Roswitha, nein, zum Reisfasten braucht man nicht Urlaub zu machen. 🙂 Ich schätze es gerade deswegen, weil man es unproblematisch im Alltag einfügen kann. Es ist ja nur ein Tag in der Woche. Manche machen das sonntags, andere an einem Arbeitstag. Im Kurs gehe ich darauf ein.

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

  3. Josefine

    Hallo Jutta,
    Ich vertrage Hülsenfrüchte eigentlich ganz gut. Linsen liegen mir „schwer im Magen“. Ansonsten merke ich nichts. Im Rahmen der Starhilfe bei Hashimoto empfiehlst du ja Hülsenfrüchte zu essen. Nun habe ich habe gelesen, dass Hülsenfrüchte Lektine enthalten, die giftig wirken und somit das Leaky Gut Syndrom begünstigen. Sie erhöhen die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut, so dass die Lektine u. a. Giftstoffe in den Blutkreislauf geraten können. Ist es nicht ratsam, die Hülsenfrüchte zumindest für Hashimoto Patienten vorsichtshalber von der Liste zu streichen?

    • Jutta Bruhn

      Hallo Josefine, nein, die Hülsenfrüchte würde ich nicht streichen. Denn sie werden mit 1 TL Salz über Nacht eingeweicht. Die schädigenden Stoffe werden so rausgelöst. Das Einweichwasser wird weggeschüttet.

      Im Gegenteil, ich bekomme immer wieder Berichte von Leuten, die nach wenigen Wochen dieser Ernährung ihre Intoleranzen nicht mehr spüren. Das ist ein sicheres Zeichen für die Gesundung der löchrigen Darmwand. 🙂

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

  4. renate

    hallo liebe jutta…
    ich esse für mein leben gern linsen… ich weiche sie über nacht ein…am besten mit abgekochtem warmen wasser und einer prise natron… wasche sie auch vorm einweichen…gieße das einweichwasser weg… und koche sie dann bis sie weich sind… und füge bohnenkraut oregano und kümmel dazu… und habe keinen aufgeblähten bauch und auch übelriechenden geräusche mehr 😉 esse buchweizen,reis dazu oder einfach so …natürlich mit kokosöl 😉 welches ich im moment mit leinöl mische …ab und zu auch etwas olivenöl… und habe seit knapp 2 jahren( seit ich glutenfrei essen muß…und überwiegend kokosöl benutze auch auf brot ca. 20cm bauchumfang und ca. 10 kg. weniger

    gruß renate 🙂

  5. Klementina

    Ohje, dann bin ich so ein Fall, die keine Hülsenfrüchte verträgt, hängt wahrscheinlich mit meinem Darm zusammen 🙁 Habs mit Bohnen, paar Tage später mit roten Linsen probiert, es war ne Katastrophe, Druck im Bauch ohne Ende!

    Glg,Klementina

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