Was ist ein gesundes Frühstück?

Zinaida Serebryakova (1914) At Breakfast

An kaum einer Mahlzeit scheiden sich die Geister so wie an der Frage, was ein gesundes Frühstück ist.

Müsli oder Brei? Obst oder nicht? Groß ist das Angebot und genauso die Verwirrung.

Da stellt sich die Frage: Was ist denn nun ein gesundes Frühstück?

Das Frühstück scheint in jedem Haushalt ein wenig anders auszusehen.

  • üblich sind Marmeladenbrötchen, Käse- oder Wurstbrote
  • für Eilige ist das Müsli erfunden worden
  • theoretisch wird es bei Vollwertkost mit Getreidebrei
  • leider gibt es häufig gar nichts

Gar nichts zu frühstücken ist mit Sicherheit die schlechteste Wahl. Denn der Stress, der durch den künstlichen Hunger eingeleitet wird, schwächt auf Dauer die Nebennieren und als Folge gerät die Schilddrüse in Unterfunktion.

Wie der Weg in die Nebennierenschwäche ist, habe ich in diesem Beitrag genauer beschrieben: So vermeiden Sie eine Nebennierenschwäche

Ein übliches Frühstück und die Probleme damit

Brot und Brötchen

Wer sich gesund ernähren will, läßt auf jeden Fall Brot und Brötchen aus Weizen weg.

Roggen-Sauerteigbrot ist mit Sicherheit eine gute Grundlage für ein gesundes Frühstück (soweit dieses Brot bekömmlich ist). Aber achten Sie auch darauf, dass es aus Natursauerteig gebacken ist? Viele Brote enthalten Kunstsauer, was absolut nicht das Gleiche ist.

Marmelade ist Zucker

Süße Marmelade ist ebenfalls ein Tabu, wenn man mit der Schilddrüse zu tun hat und gesundheitliche Probleme vermeiden will.

  1. Marmelade wird aus Obst und Zucker hergestellt, egal ob Billigmarmelade oder gute Selbstgekochte. Das ist eine kräftige Portion Zucker gleich am frühen Morgen. Das Problem dabei ist der Anstieg des Blutzuckers, der eine Insulinausschüttung hervorruft. Das ist kein guter Start in den Tag!
  2. Marmelade auf dem Brötchen ist eine Kombination von Obst und Getreide. Dies  führt bekanntlich zur Gärung im Magen-Darm-Bereich. Gärung bedeutet, dass es Blähungen gibt. Darüber klagen viele Menschen. In diesem Beitrag habe ich das erklärt: Obst macht Gärung

Essen nach modernen Theorien

Immer wieder entstehen neue Theorien zur Ernährung, werden beworben und viele Leute probieren sie aus. Die gesundheitlichen Nachteile von Mode-Ernährung sind in der Regel nicht bekannt, denn die Folgen stellen sich erst nach längerer Zeit ein.

Hier ein paar Hinweise, die aus meiner Erfahrung stammen:

  • schlimme Probleme mit dem Darm verursacht Frischkornbrei nach der Vollwerttheorie
  • weil bei Smoothies der Kauvorgang wegfällt, wirkt sich das auf die Organe des Oberbauchs negativ aus, vor allem auf die Bauchspeicheldrüse
  • müde und schlapp fühlen sich Menschen nach Müsli 
  • vegetarische oder vegane Ernährung  könnte sogar eine Krebserkrankung fördern
  • gar nicht zu frühstücken scheint mir der direkteste Weg in die Nebennierenschwäche zu sein

Was ist ein gesundes Frühstück?

Eines ist klar: Gesund ist ein warmes Frühstück.  Damit wird die Grundlage gelegt für

  • Kraft, Ausdauer, Energie
  • gute Verdauung

Zwei Leserinnen berichten:

„Das warme Frühstück hat ohne Zweifel mein Leben verbessert. Ich habe wieder viel Energie und fühle mich prima! Dafür muss ich mich bei Ihnen sehr bedanken.“

„Ich möchte das warme Frühstück nicht mehr missen. Mir ist ständig warm, während meine Kollegen frieren. Ich werde so weiter essen, wie Sie es empfehlen.“

Schwach oder munter?

Wer den Hintergrund verstehen möchte, warum ein warmes Frühstück so gut wirkt, findet eine Erklärung in der fernöstlichen Medizin.

Dort weiß man, dass für die gute Verdauung der Milzmeridian eine entscheidende Rolle spielt. Sein Einfluss auf alle anderen Meridiane und somit auf die Organe ist von größter Bedeutung für die Lebensqualität. Damit hängt zusammen,

  • ob man sich wach und munter fühlt oder
  • ob man geschwächt und matt den Tag verbringt.

Ist der Milzmeridian durch falsches Frühstück geschwächt, wird nach und nach der gesamte Körper schwächer.

Bei einer Stagnation im Milzmeridian geraten wir aus dem inneren Gleichgewicht. Grübeln, allgemeine Schwäche und Schlafstörungen können die Folgen sein.

Am meisten schwächen kann man den Milzmeridian durch

  • Weglassen des Frühstücks
  • kalte Nahrungsmittel morgens

wobei mit kalten Nahrungsmitteln Sachen gemeint sind, die den Körper energetisch kühlen. Dazu gehören Käse, Quark, Joghurt, Müsli, rohes Obst, rohes Gemüse, Säfte aus Obst, grüner Tee und andere.

Das Gegenteil ist aber auch nicht richtig. Heißer Kaffee zum Beispiel wirkt auf den Milzmeridian wie „Benzin auf Feuer“.

Die 3 Bestandteile eines guten Frühstücks

Schauen wir am besten, was die Menschen traditionell gegessen haben. Damit ist gemeint, was es gab, bevor die Werbung der Nahrungsmittelindustrie uns beeinflußt hat.

Das Frühstück war sehr einfach. Aus regional unterschiedlichen Lebensmitteln gab es morgens

  • Getreidebrei aus Reis, Dinkel, Hirse etc.
  • oder Brot
  • dazu eine Gemüsesuppe oder Eintopf

Teil 1: Getreidebrei oder Brot

Schnell und unkompliziert ist ein Brei hergestellt, der auch Kindern schmeckt. Damit es kein „Babybrei“ ist, gibt man Kerne, Nüsse oder Mandeln drauf. Das macht den Biß.

Rezept: Getreidebrei zum Frühstück

Brot besteht aus gemahlenem Getreide und ist gesundheitlich nicht so hochwertig wie das ganze Korn. Gemahlenes Getreide ist schleimbildend und belastet den Darm und den Körper allgemein.

Wer ein gesundheitliches Problem hat oder abnehmen möchte, sollte auf Brot verzichten oder nur sehr wenig davon essen.

Teil 2: Gemüsesuppe

In Fernost hat sich der Brauch einer Suppe zum Frühstücks erhalten. Dort gibt es jeden Morgen die bekannte Misosuppe. Darin gibt es Fisch oder Fleisch als Einlage.

Nach den Grundsätzen der uralten chinesischen Medizin ist eine Suppe das ideale Essen zum Frühstück. Damit wird der Milzmeridian gestärkt und wir fühlen uns harmonisch und ausgeglichen.

Rezept: Misosuppe mit braunen Linsen

Teil 3: Fett und Eiweiß zum Frühstück

Fett und Eiweiß sollten niemals fehlen beim Frühstück. Diese sorgen dafür, dass der Blutzucker lange stabil bleibt. Gute Butter, bestes Kokosfett, ein Frühstücksei oder etwas Fisch (in der Suppe oder als Brotbelag) sorgen dafür, dass man stundenlang satt ist und nichts Süßes braucht.

Meine Erfahrungen dazu:

  • Kinder, die morgens eine ausreichende Menge Fett und Eiweiß bekommen, sind ruhiger und können sich in der Schule besser konzentrieren.
  • Menschen mit Schilddrüsenunterfunktion merken, dass sie weniger frieren und fitter sind.
  • Bei Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto oder Basedow dreht sich alles um den Blutzucker. Ist der stabil, stehen die Chancen gut, keine Entzündungs-Schübe zu haben.

Ich wünsche guten Appetit zum Frühstück!

10 Kommentare

  1. Sarah

    Liebe Frau Bruhn,

    seit einigen Wochen/Monaten orientiere ich mich an Ihren Tipps, insbesondere was das Frühstück betrifft.
    Ich habe es endlich geschafft, vom Kaffee loszukommen (ich trinke nur noch eine Tasse Grüntee am frühen Nachmittag), und versuche auch, mehr zu schlafen. Ich habe es geschafft, meine zuvor niedrige Basaltemperatur um 0,2-0,3 Grad zu erhöhen und meinen Zyklus zu verbessern. Außerdem habe ich zum ersten mal ein Frühstück, das mich wirklich gut bis zum Mittagessen sättigt ohne das Bedürfnis nach Snacks.
    Zum Frühstück esse ich eine Misosuppe mit Algen, die ich abends im Slowcooker vorbereite und die morgens auf mich wartet. Die Getreidebreie schmecken mir auch sehr gut, aber ich werde davon wieder müde. Am besten bekommt es mir, anstelle des Getreidebreis noch eine Schale gegartes (warmes) stärkehaltiges Gemüse zu essen (am liebsten Kürbis und Möhren) mit Butter und Saaten. Das Gemüse gare ich in der Suppe und entnehme es morgens, bevor ich die Suppe würze.
    Spricht irgendetwas dagegen, sich langfristig so zu ernähren?

    Viele Grüße
    Sarah

  2. Daniela

    Hallo Frau Bruhn,

    vielen Dank für die vielen guten Tipps. Ich stehe morgens um 5 auf. Miso – Suppe muss sein. Ich esse gern dazu Brot. Ist gekeimtes Dinkelbrot eine Möglichkeit?

    Viele Grüße

    Daniela

  3. Sandra

    Liebe Frau Bruhn,

    vor ein paar Wochen stieß ich auf Ihre Seite und habe mit Begeisterung Ihre Ernährungstipps im Buch „Starthilfe“ umgesetzt. Da mir von Miso am Morgen übel wird, bin ich auf Gemüsebrühe mit Reis umgestiegen (und als Fett ein großer Klacks Kokosfett). Das bekommt mir und ich fühle mich fit (meisten zumindest ;). Könnten Sie mir jedoch kurz erklären was der große Vorteil von Miso im Vergleich zu Gemüsebrühe (ohne Hefe, bio) ist?
    Vielen Dank schon einmal.
    Freundliche Grüße
    Sandra

    • Jutta Bruhn

      Hallo Sandra, das war richtig, auf einfache Gemüsebrühe umzusteigen. Hoffentlich ist es eine selbst gekochte? 🙂 Rezept hier.

      Dass Miso nicht schmeckt kommt öfter mal vor, aber dass jemandem übel davon wird, hatte ich noch nicht. 🙁 War es gutes Miso? Wie ist es mit Shiro-Miso? Das mögen Kinder so gerne.

      Miso ist nicht einfach nur eine Würze, es wirkt positiv auf den Darm und das Blut und es ist basenbildend. Aber wenn es nicht geht, dann ist natürlich auch andere Brühe gut. Ich würde nach einer gewissen Zeit mal wieder das Miso probieren, ob es geht.

      Herzliche Grüße aus Berlin, Jutta

  4. Silvia

    Liebe Frau Bruhn
    ich habe während eines 14 tägigen Japan Aufenthalts die besondere energiespende Wirkung von Misosuppe zum Frühstück erlebt! Ich würde sehr gerne Miso Suppe zum Frühstück kochen, bin aber ganz unsicher ( auch bezüglich Produkte aus Japan) wo ich das Miso bestellen könnte? Welche Firma bietet ihrer Ansicht nach gutes Miso an?
    Vielen Dank im Voraus, für Ihre wertvolle Begleitung in Richtung mehr Bewusstsein zu
    gesunder Ernährung!
    Silvia

  5. Gabriele

    Guten Abend Frau Bruhn, herzlichen Dank für die sehr informative Seite, die sicherlich viel Arbeit und Zeit kostet.

    Ich habe eine Frage an Sie: Was halten Sie von dem Johanna Budwig Frühstücksquark?

    Vielen Dank für Ihre Mühe,einen schönen Abend
    Gabriele

    • Jutta Bruhn

      Hallo Gabriele,

      die Seite macht mir Spaß! Zu Ihrer Frage gibt es nur eine kurze Antwort: Davon halte ich gar nichts. Mindestens zwei Gründe sprechen dagegen:

      1. Kaltes Frühstück macht krank.
      2. Quark schädigt den Dickdarm (nach Dr. Renate Collier).

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

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