Warum man Kartoffeln lieber meidet

Kartoffeln entgiften

Kartoffeln sind Spitzenreiter in der Bio- und Gesundheits-Szene. Keiner scheint nach den negativen Auswirkungen von Kartoffeln zu fragen.

Doch es gibt sie und ich werde Gründe nennen, warum ich die heiß geliebten Erdäpfel am liebsten in der Erde lasse.

Es gibt zwei Gründe, weshalb ich dringend rate, auf Alternativen umzusteigen. Kartoffeln

  1. lassen den Blutzucker zu schnell ansteigen
  2. enthalten das Nervengift Solanin

Eigentlich ist das bekannt. Warum sind Kartoffeln trotzdem so beliebt? Antwort: Sie machen glücklich. Das liegt daran, dass die Kartoffelstärke vom Organismus sehr rasch aufgenommen wird. So kommt es zu einem plötzlichen Energieschub.

Den müssen wir allerdings teuer bezahlen, nämlich mit der Gesundheit.

Kartoffeln puschen den Blutzucker

Der wichtigste Grund, nie wieder Kartoffeln zu essen ist die Sache mit dem Energieschub. Dieser resultiert aus dem schnellen Anstieg des Blutzuckers. Das wird als angenehm empfunden.

Leider werden damit auch Entzündungen gefördert. Wer mit Hashimoto oder Basedow zu tun hat, gewinnt also schon viel allein durch das Weglassen von Kartoffeln.

Der Haken besteht darin, dass einem schnellen Anstieg des Blutzuckers ein ebenso rapider Absturz folgt. In solchen Momenten haben wir

  • „schlechte Laune“
  • fühlen uns unruhig und
  • schon bald bringt uns der Jeeper nach Süßem dazu, in der Nacht zur Tankstelle zu fahren und was zum Naschen zu kaufen. 😉

Kinder in diesem Zustand nörgeln, quengeln und sind die reinsten Nervensägen.

Was sonst noch alles passiert bei niedrigem Blutzucker steht in diesem Beitrag zur Unterzckerung, den Sie als Test nutzen können.

Diabetes wird gefördert

Das beteiligte Organ beim Blutzuckeranstieg ist die Bauchspeicheldrüse. Sie produziert das notwendige Insulin, um den im Blut kreisenden hohen Blutzucker wieder abzubauen. Gibt es viele und häufige Blutzuckerschübe, hat die Bauchspeicheldrüse entsprechend harte Arbeit zu leisten.

Mit den Jahren kommt es so zum metabolischen Syndrom, einer Vorstufe des Diabetes Typ II. Bekannte Symptome sind

  • bauchbetonte Gewichtszunahme
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Blutzuckerschwankungen

Die gute Nachricht lautet: Die Bauchspeicheldrüse kann sich wieder erholen (allerdings abhängig vom Stadium des Diabetes). Gute Aussichten hat, wer mit der Ernährung konsequent dafür sorgt, dass es nicht mehr zu solchen starken Schwankungen des Blutzuckers kommt.

So, das war der wichtigste Grund, warum man nie wieder Kartoffeln essen sollte. Jetzt kommt der andere:

Solanin ist ein Nervengift

Insekten mögen Pflanzen. Aber wer will schon gerne aufgefressen werden? Auch Pflanzen mögen das nicht. Deswegen wehrt sich die Kartoffelpflanze gegen Fraßfeinde mit einem starken Gift, dem Solanin. Das ist eine Art Nervengift (genaueres dazu bei Wikipedia).

Zwar fällt bekanntlich niemand tot um nach einer Kartoffelmahlzeit, aber es kann schon mal zu unangenehmen körperlichen Beschwerden kommen.

Magen-Darm-Beschwerden durch Kartoffeln

In kleinen Mengen ist Solanin natürlich völlig unschädlich. Erst wenn man 25 Kilo unserer modernen Kartoffel essen würde, käme es zu Vergiftungserscheinungen. Die Höchstgrenze für Kartoffelgifte liegt bei 20 Milligramm Solanin pro 100 Gramm Frischgewicht. Etwa ab dieser Menge sollen Menschen den bitteren Geschmack von Solanin wahrnehmen. Das hat man im Jahre 1924 festgelegt und es gilt erstaunlicherweise bis heute.

Zu Schäden und Todesfällen kann es eher bei Nutztieren kommen wie Schafen, die von den hochgiftigen Blättern der Kartoffelpflanze fressen. Für Menschen geht es darum:

Die Symptome einer leichten oder schweren Solaninvergiftung äußern sich wie gewöhnliche Magen-Darm-Beschwerden. Und welcher Arzt denkt dann schon an Kartoffeln?

Dass die Kartoffel an den Verdauungsbeschwerden womöglich einen Anteil hat, ist leider ausgerechnet bei Bio-Kartoffeln möglich. Das liegt am höheren Gehalt von Solanin, dem natürlichen Gift in der Kartoffel.

Bio-Bauern haben die meisten Probleme

Der Gehalt an Solanin in Kartoffeln ist unter anderem abhängig von der Sorte.

  • Züchtet man Kartoffelsorten mit wenig Solanin, sind sie anfällig gegen Insekten.
  • Kreuzt man kräftige wilde Sorten ein, steigt wiederum der Solaningehalt.

Eine Zwickmühle, die besonders Bio-Bauern zu schaffen macht, weil sie auf resistente Sorten Wert legen, die aber leider mehr Solanin enthalten als Kartoffeln aus dem Supermarkt.

Das Problem: Von Insekten befallene Kartoffeln bilden zur Abwehr hohe Mengen Solanin. Das ist schlecht für die hungrigen Insekten und auch für Menschen. Uns stehen allerdings Möglichkeiten der Entgiftung zur Verfügung, die Insekten nicht haben.

Entgiftungskur für Kartoffeln

Wer immer noch Kartoffeln essen möchte, sollte diese Tipps beherzigen:

  • Solanin ist vor allem in Frühkartoffeln enthalten. Es verbleibt auch beim Kochen und geht nicht komplett ins Kochwasser über.
  • Auf keinen Fall sollte man die grünen Stellen oder die Triebe von Kartoffeln essen
  • Nach Sonnen- oder Lichteinwirkung steigt der Gehalt an Solanin stündlich an. Je länger die Kartoffeln im Laden oder in der Auslage auf dem Markt liegen, desto mehr Solanin dürften sie enthalten.
  • Der höchste Gehalt an Solanin wird direkt unter der Schale gefunden. Deshalb ist es also doch richtig, die Kartoffeln dick zu schälen.
  • Man sollte nur unbeschädigte Kartoffeln kaufen. Denn an den Anstoß- und Druckstellen durch Maschinen bildet sich das Solanin.
  • Vor allem die kleinen Kartoffeln haben es buchstäblich in sich. Deshalb nimmt man die großen.

Ich sage nur: Was für ein Aufwand und so viele Risiken! 

Alternativen zu Kartoffeln

Ich weiß, es ist ein harter Schlag, die Kartoffeln wegzulassen. Aber das ist nur am Anfang so. Bald hat man sie vergessen, versprochen.  😉 Vor allem gibt es ausreichend Alternativen:

  • Ohne Reue kann man die Süßkartoffeln genießen.
  • Eine weitere echte Alternative ist der Hokkaido-Kürbis. In der Konsistenz wird der Kürbis der Kartoffel sehr ähnlich, wenn er im Backofen gebacken wird.
  • Statt Kartoffeln kann man eine größere Portion Gemüse essen.
  • Pastinaken verwenden. Pastinaken waren das Grundgemüse, als Kartoffeln noch nicht in Europa angebaut wurden.

Süßkartoffeln – köstlich!

Süßkartoffeln nennt man auch Bataten. Mit der Kartoffel sind sie überhaupt nicht verwandt. Man kann sie wie Salzkartoffeln zubereiten:

Zutaten für 1-2 Portionen:
  1. ½ oder eine ganze Süßkartoffel, je nach Größe
  2. Süßkartoffel schälen. Wenn man nur die halbe Knolle braucht, lässt sich die andere Hälfte problemlos im Kühlschrank aufbewahren.
  3. In grobe Stücke schneiden und in Salzwasser kochen. Das dauert nur 5 bis 7 Minuten.
  4. Kochwasser abgießen und die Süßkartoffeln dämpfen.

Mit Butter servieren.

(Die Quelle für diesen Beitrag stammt aus dem Heft 2 von 2006, Seiten 5-11 vom Wissenschaftlichen Informationsdienst des Europäischen Institutes für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften (EU.L.E) e.V. https://www.euleev.de/)

Rezepte bei Schilddrüsenproblemen

Makrobiotische-Heilkueche-RezepteDie Rezepte sind richtig, wenn man diese Ziele erreichen will:

  • nicht mehr frieren und müde sein
  • Allergien und Unverträglichkeiten loswerden
  • Depressionen und Angst verlieren
  • besser schlafen
  • Gewicht regulieren
  • ohne Verdauungsbeschwerden leben

"Motivationslevel: sehr hoch, denn schon die letzten Tage an denen ich nur teilweise nach dem Programm gegessen hatte, hatte ich kaum noch Darm-Probleme."

 

"Ich bin begeistert wie schnell die Gerichte zuzubereiten sind und wie lecker sie sind. Das ist super klasse, weil man es so auch zu stressigen, beruflichen Zeiten beibehalten kann. Das ist sonst oft ein KO-Kriterium für mich."

Die Autorin: Mein Name ist Jutta Bruhn. Ich bin Heilpraktikerin und wohne in Berlin. Hier auf der Webseite geht es um Ernährung & Naturheilkunde bei Schilddrüsenproblemen.

17 Kommentare

  1. Marie Ann

    Liebe Frau Bruhn

    Was halten Sie davon,als “ Ausgleich “ für eine Übersäuerung durch Süßes ein b a s i s c h e s Pulver zu sich zu nehmen ?
    Nimmt man das besser VOR oder NACH dem Essen ein

    Vielen Dank für Ihre immer einleuchtenden Erklärungen

    Marie Ann

    • Jutta Bruhn

      Hallo Marie, das gehört nicht zu meinen Empfehlungen. Dazu kann ich leider keine Auskunft geben. Ich empfehle die Makrobiotische Heilkost.

      Es gibt viele Heilpraktiker, die so arbeiten, am besten schauen Sie auf anderen Webseiten nach.

      Herzliche Grüße aus Berlin, Jutta Bruhn

  2. Markus

    Guten Tag Frau Bruhn,

    schönen Dank für Ihre Informationen. Seit Jahren esse ich Süßkartoffeln und bin “ glücklich “ : ))
    Ich verwende auch das Kochwasser. Ist es in Ordnung oder muss ich es lassen ?

    Danke für Ihre Unterstützung.

    Gruß, M.O.

  3. Doreen

    Liebe Frau Bruhn, ich bin auf Ihrer Seite gelandet, weil ich glaube, dass ich gerade eine Solaninvergiftung habe. Es passt vieles.

    Ich habe starke Bauchschmerzen. Die begannen während ich Kartoffeln aß.
    Ich wollte ein 3 Tage Kur nur mit Kartoffeln machen.
    Habe kuerzlich von einem biohof Kartoffeln bestellt. Da waren auch welche dabei, die laut Bio quer mit Viren infiziert sind, die Stellen soll man wegschneiden sonst sei es bitter sonst nicht weiter schlimm.
    Tatsaechlich schmeckten sie trotzdem leicht bitter. Ich denke mal die Kartoffel hat wegen des befalls extra viel solaninvergiftung gemacht und da ich nur mit Kartoffeln satt werden wollte, hab ich einige davon gegessen.
    Jetzt esse ich keine erstmal. Aber die Bauchschmerzen verschwinden nicht. Wie lange dauert das und wie kann ich meinen Körper unterstützen, die Solaninvergiftung zu überwinden?
    Ich möchte mich ungern stundenlang in ein Wartezimmer setzen, um mir dort Andere Krankheiten zu holen und vom Arzt dann noch ausgelacht zu werden. Haben Sie einen Tipp für mich?
    Ich wäre sehr dankbar.
    Habe 1TL heilerde gegessen. Erbrechen musste ich nicht. Durchfall hab ich auch nicht.
    Liebe Grüße
    Doreen

    • Jutta Bruhn

      Hallo Doreen, ich gratuliere zu dieser erkenntnisreichen Erfahrung, auch wenn sie negativ ist. 🙂

      Stimmt, ich würde auch nicht zum Arzt gehen damit, die Schulmedizin kann nur in Extremfällen helfen. Ich habe keine direkte Erfahrung mit Solanin-Vergiftung, deshalb muss ich Ihnen dazu raten, einen Arzt aufzusuchen, wenn sich die Beschwerden nicht schnell bessern.

      Es hört sich an, als ob es sich um eine sehr moderate Vergiftung handelt. Sie sollten das beobachten.

      Heilerde ist eine sehr gute Idee, die würde ich mehrere Tage hintereinander anwenden und reichlich einfaches Wasser trinken.

      Schnelle Hilfe könnten Umeboshi-Pflaumen bringen, aber vermutlich haben Sie die nicht im Haus? Haben Sie Ume-Würzessig? Den kann man verdünnt trinken.

      Was klar ist: NIE wieder Kartoffeln! 😉

      Herzliche Grüße aus Berlin, Jutta Bruhn

      • Doreen

        Doch :)! Ich habe tatsächlich gerade zufällig Umeboshis im Kühlschrank. Unglaublich 🙂
        Soll ich aller paar Stunde eine oder 1/Tag?

        Die Symptome ertrage ich noch, nur die Auswirkungen von Solaninvergiftung im Körper klingen ziemlich beunruhigend.

          • Doreen

            Vielen Dank für die schnellen Antworten. Mittlerweile finde ich die Umeboshis sogar ganz lecker 🙂

          • Jutta Bruhn

            … aber bitte nicht übertreiben ;-). Umeboshis enthalten viel zu viel Salz, um auf Dauer gesund zu sein. Man verwendet sie lieber nur ab und zu im Essen – pur nur als Notmaßnahme. 🙂

  4. Kathrin

    Liebe Frau Brun

    ich bin auch so angefressen von Süsskartoffeln ;), nach Ayurveda entspricht das auch meinem Typ.

    Was ich absolut köstlich finde: Süsskartoffeln mit Kokosfett und gutem Salz in der Pfanne mit geschlossenem Deckel langsam garen. Die zwei Aromen von Kokos und Süsskartoffeln sind einfach paradiesisch.

    Herzliche Grüsse – Kathrin

  5. g

    hallo frau bruhn

    ich brate die süßkartoffeln roh in scheiben mit ghee bio 7 minuten
    schmeckt gut

    liebe grüße g h

    • Jutta Bruhn

      Hallo,

      danke für die Anregung. Klar, man kann Süßkartoffel auch als Bratkartoffeln zubereiten.

      Viele Grüße
      Jutta Bruhn

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