Warum der TSH-Wert nicht reicht, um die Schilddrüse zu behandeln

TSH

Ich hoffe, dieser Beitrag ist hilfreich für Menschen, die Schilddrüsentabletten nehmen und sich wundern, wieso ihre Beschwerden nicht weggehen.

Es könnte sein, dass die Verordnung allein aufgrund des TSH-Wertes erfolgt ist, was sich als problematisch erweisen kann.

Allein der TSH-Wert reicht nicht

Das Schilddrüsen-stimulierene-Hormon (TSH) ist der häufigste und sensibelste Marker der Schilddrüsenfunktion.

Das ist oft die einzige Untersuchung, die durchgeführt wird, um Störungen der Schilddrüse zu überprüfen. Dabei bleibt eine Vielzahl von Faktoren jedoch unberücksichtigt.

Insbesondere werden die verschiedenen Muster und Stadien nicht beachtet. Denn es gibt nicht nur einfach eine Unterfunktion. Man sollte genau schauen, aus welchem Grund die Schilddrüse in Unterfunktion ist.

Abgesehen von den anderen gestörten Organen, gibt es noch andere Parameter, die untersucht werden müssten, um Genaues sagen zu können. Eine solche Untersuchung ist in der Schulmedizin allerdings nicht vorgesehen.

Deshalb kommt es ständig dazu, dass allein aufgrund des TSH-Werts Tabletten verordnet werden. Das kann der Beginn eines Leidenswegs sein.

Denn es ist durchaus möglich, dass die Tabletten gar nicht notwendig sind, sondern dass allein eine Korrektur der Ernährung die frühe Störung der Schilddrüse auffangen könnte. Ob Sie in diesem frühen Stadium sind, zeigt dieser Test der Aufwachtemperatur.

TSH-Wert niedrig oder hoch?

Wer die Schilddrüse testen läßt, erhält Auskunft über den TSH-Wert. Das ist der übliche Blutwert, der von Ärzten bestimmt wird oder zur Bewertung herangezogen wird.

  • Ist der Wert niedrig, bekommt man den Bescheid, dass „alles in Ordnung ist“.
  • Ist der Wert hoch, wird davon ausgegangen, dass die Schilddrüse (bzw. die Hirnanhangdrüse) nicht richtig arbeitet und es werden Medikamente verschrieben.

Die Medikamente (meist L-Thyroxin) erhöhen die Schilddrüsenwerte. Das ist aber auch alles.

Was besonders ärgerlich ist: Wenn der TSH-Wert niedrig ist, wird man in der Regel mit den Beschwerden allein gelassen.

„Pathologische Laborwerte, die wirklich eine Krankheit anzeigen, sind hilfreich für medizinisches Eingreifen. Zur Beurteilung, was eine gute Gesundheit ausmacht, taugen sie jedoch wenig.“ (Dr. Kharrazian)

Die Schilddrüse gehört zu einer Staffel

Allein den TSH-Wert zu ermitteln ist zu wenig. Denn die Funktion der Schilddrüse gleicht einer Art „Staffellauf“, bei dem ein Organ dem anderen die Staffel übergibt:

  1. vom Regelzentrum (Hypothalamus) weiter an die
  2. Hirnanhangdrüse weiter an die
  3. Schilddrüse weiter an die
  4. Leber weiter an den
  5. Darm

Diese Aufstellung ist natürlich stark vereinfacht. Sie soll nur zeigen, dass es um viele Organe geht, nicht nur um die Schilddrüse.

Vor allem aber: Allein von der Bestimmung der TSH-Werte läßt sich nicht ableiten, ob die Hormone

  • überhaupt stoffwechselsaktiv sind oder
  • ob eine Autoimmunstörung (Hashimoto) vorliegt.

Den TSH-Wert zu kennen, ist also nur eine „Halb-Information“, die manchmal sogar in die Irre führen kann.

Dr. Rieger schreibt in seinem Buch zu Schilddrüsenknoten (S. 42) dazu: „Tatsächlich muss der Blick aber immer zuerst auf den Menschen gehen und das, was er empfindet, mit dem TSH verglichen werden. Denn nur so wird man ihm und seiner Krankheit gerecht“.

Frühe Unterfunktion und Tabletten

Das ist fatal: Die Schulmedizin unterscheidet nicht zwischen den Stadien. Es wird platt davon ausgegangen, Unterfunktion ist Unterfunktion.

Das stimmt so aber nicht, denn in einem frühen Stadium ist alles noch reparabel. Speziell für die Schilddrüse heißt das:

Es gibt Menschen mit Beschwerden wie bei einer Unterfunktion, aber es liegt nur eine frühe (funktionelle) Unterfunktion vor. 

Diese frühe Unterfunktion lässt sich mit der Ernährung völlig wiederherstellen. Die Einnahme von Medikamenten ist absolut nicht notwendig in dieser frühen Zeit.

Das Traurige an der Situation: Es kann sein, dass durch die (jahrelange) Einnahme dann überhaupt erst ein Schaden an der Schilddrüsenfunktion entsteht. 🙁

Die Schilddrüse stellt die Hormonproduktion ein

Denn die unnötige Einnahme von Hormontabletten führt dazu, dass die produzierenden Organe sozusagen „faul“ werden nach dem Motto: „Wozu arbeiten, wenn die Hormone sowieso kommen“. Das ist aber kein gesunder Zustand, sondern führt in die wirkliche Unterfunktion. Uff!

Und die läßt sich dann tatsächlich nur noch mit Tabletten behandeln.

Mein Tipp lautet deshalb: Informieren Sie sich gut und seien Sie achtsam, wenn sich die Verordnung allein auf den TSH-Wert stützt. Hier nochmal der Link zu dem Beitrag, in dem es um die 6 Muster der Schilddrüsenunterfunktion geht.


Quelle: Dieser Beitrag  orientiert sich an dem Buch von Dr. Kharrazian: „Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto anders behandeln“

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„Ich nehme seit heute in Absprache mit meinem Arzt, kein Euthyrox mehr ein und es ist für mich ein befreiendes Gefühl.“

 

„Ich schlafe wieder gut, meine Haut ist nicht so trocken, ich bin nicht mehr so ängstlich und ich kann mich wieder konzentrieren.“

Die Autorin: Mein Name ist Jutta Bruhn. Ich bin Heilpraktikerin und wohne in Berlin. Hier auf der Webseite schreibe ich zur Ernährung bei Schilddrüsenproblemen.

12 Kommentare

  1. Jacqueline

    Hallo Frau Bruhn,

    ich habe Hashimoto.Trotz Ernährungsumstellung habe ich alle sechs Wochen andere Werte. Immer ein auf und ab. Können Sie mir was empfehlen um das besser in den Griff zu bekommen?

    Vielen Dank im Voraus

    Jacqueline

  2. sophie

    Hallo Frau Bruhn,

    bei einer Blutuntersuchung wurde festgestellt, dass ich einen TSH Wert von 4,29 habe. Ich habe keine Beschwerden (außer vielleicht Müdigkeit, da ich jedoch alleinerziehend, berufstätig mit zwei Kindern bin, schiebe ich das eher auf meinen Alltag :-)), meine Hausärztin meinte aber der Wert sei etwas hoch und man müsste evtl ein wenig Hormone nehmen um das wieder „einzupendeln“.

    Ich würde es lieber ohne versuchen. Meinen Sie in diesem Fall könnte ich es mit gezielter Ernährungsumstellung versuchen?

    Vielen Dank und liebe Grüße,
    Sophie

    • Jutta Bruhn

      Hallo Sophie, ich würde folgendes tun:

      1. nicht auf die Ärztin hören, denn sie arbeitet mit veralteten Methoden, siehe Beitrag oben zum TSH-Wert.

      2. sofort mit Meeresalgen anfangen zu kochen, denn so eine frühe Unterfunktion ist sehr leicht mit der Ernährung auszugleichen. Wie man das macht, steht im Ebook „Rezepte„.

      Viel Erfolg!

      Herzliche Grüße aus Berlin, Jutta Bruhn

  3. Alexandra

    Hallo Frau Bruhn!
    Ganz deutlich ist mir nicht, welche (zusätzlichen) Laboruntersuchungen ich beim nächsten Besuch beim Hausarzt anfragen könnte um den Zustand meiner Schilddrüse und daraus abzuleitende Behandlungen besser einschätzen zu können und wo ich (für mich verständliche) Vergleichswerte erhalten kann. Mein Hausarzt zeigt sich nicht sehr kooperativ und einen Naturheilarzt habe ich leider immer noch nicht gefunden der mich hierin beraten und begleiten könnte. (Was leider auch bedeutet, dass ich mit der bereits erworbenen Starthilfe noch nicht beginnen kann). Ich hoffe, Sie können mir bei dieser Frage weiterhelfen.

    Vielen Dank und
    Mit freundlichem Gruß,
    Alexandra

    • Jutta Bruhn

      Hallo Alexandra, nein, es geht nicht um zusätzliche Untersuchungen. Es geht darum, die Dosierung der Medikamente so schnell wie möglich runterzufahren. Weil das nicht alle Leute alleine machen, rate ich zu ärztlicher Begleitung.

      Ich würde trotzdem sofort mit der neuen Ernährung starten. Ich habe ja beschrieben, dass man nicht alles von einem Tag auf den anderen ändern sollte, sondern Schritt für Schritt sich langsam rantasten. Im Ebook muss ich ja auf die Reaktionen hinweisen, es kann aber auch sein, dass es ganz anders (harmlos) abläuft. Das weiß man erst hinterher. 🙁

      Herzliche Grüße aus Berlin, Jutta

  4. Annemarie

    Hallo Fr. Bruhn

    mir wurde vor 19 Jahren die komplette SD entfernt. Seitdem nehme ich Tabletten.
    Mittlerweile sind es täglich 112mg Euthyrox
    Ich bin nun 63 Jahre alt und hab massive Beschwerden.
    Massives Schwitzen(unerträglich)Schlafstörungen, Herzrasen, Gewichtszunahme, Haarausfall, Schwindel usw.
    Nun meine Frage: Gibt es auch Naturheilkundliche Mittel, statt Euthiyox?
    Bin seit etlichen Jahren Vegetarierin.

    Vielen Dank schon im Voraus
    Annemarie

    • Jutta Bruhn

      Hallo Annemarie, ja natürlich gibt es auch natürliche Hormone vom Rind oder Schwein. Diese werden von Naturheilärzten verordnet.

      Allerdings reicht es nicht, allein auf natürliche Hormone umzusteigen. Denn das ist ja auch nur ein Hormonersatz. Wenn nichts in der Ernährung geändert wird, kann sich auch an der hormonellen Situation nichts ändern.

      Sie bestätigen meine oft gemachten Erfahrungen, dass vegetarische Ernährung ein Weg in die Krankheit ist. 🙁 Ohne Fisch geht es nicht.

      Herzliche Grüße aus Berlin, Jutta

  5. Sigrun

    Ich war beschwerdefrei. Zufällig wurde im Zuge einer Untersuchung festgestellt, dass der TSH-Wert nicht stimmt. Mir wurde L-Tyroxin 75µg verschrieben. Zeitlebens und bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich immer einen eher zu niedrigen Blutdruck. Schon nach der ersten Blutkontrolle wurde plötzlich ein erhöhter Blutdruck (140/100) gemessen und er stieg in der Folgezeit weiter.

    Ich nehme L-Tyroxin nun seit 2 Jahren. Ich würde nun gerne herausfinden, ob das Medikament wirklich am Bluthochdruck schuld ist und es, natürlich unter ärztlicher Kontrolle, wieder absetzen. Höchstwahrscheinlich wird mein Arzt mir sagen, dass dies nicht möglich ist und ich wäre gern darauf vorbereitet, was mich zu meiner Frage führt: Was denken Sie, ist das Absetzen/Ausschleichen noch möglich?

    • Jutta Bruhn

      Hallo Sigrun, genau das ist der übliche Behandlungsweg. Ich habe oben im Beitrag dazu geschrieben.

      Ich empfehle Ihnen, sich gut zu informieren und sich einen Arzt/Ärztin zu suchen, die das Thema besser verstanden haben. Dann haben Sie eine Chance, aus dem eventuell unnötigen L-Thyroxin wieder rauszukommen.

      Herzliche Grüße aus Berlin, Jutta

  6. Jutta Bruhn

    Hallo Sarah, danke für den ausführlichen Bericht. Leider kann und darf ich nicht sagen, ob jemand die Tabletten absetzen soll oder nicht. Das muss man selbst entscheiden.

    So ganz verstehe ich nicht, wieso Sie Ihre Frage unter den Beitrag „Warum der TSH-Wert nicht reicht, um die Schilddrüse zu behandeln“ gesetzt haben. Oder hatten Sie noch keine Zeit, den Beitrag zu lesen? 😉

    Denn darin steht eigentlich klar und deutlich, dass der TSH-Wert nicht taugt, um die Gesundheit der Schilddrüse zu bewerten. Oder ist mein Beitrag nicht verständlich? Ich bemühe mich immer, klar und einfach zu schreiben, ohne medizinischen Fachkram. 🙂

    Voraussetzung zum schwanger werden ist unter anderem eine gesunde Schilddrüse, damit der Stoffwechsel normal abläuft. Solange das nicht geschieht, wird es auch nichts mit einer Schwangerschaft.

    Die Sache ist im Grunde so simpel. 🙂 Fangen Sie doch einfach an mit den Rezepten aus der Makrobiotischen Heilküche.

    Viele Grüße aus Berlin
    Jutta Bruhn

    • Sarah

      Liebe Frau Bruhn. Danke für die schnelle Rückmeldung. Ich habe mir die Makrobiotische Heilküche bestellt 🙂 Werde mich jetzt so ernähren. Eine Frage bzgl Getränke: Sind manche Tees auch in Ordnung? (Wenn ja, welche?)

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