Mal Überfunktion, mal Unterfunktion – was bedeutet das?

mal Unterfunktion mal Ueberfunktion, was bedeutet das? Der Arzt sprach von einer „Überfunktion, die in die Unterfunktion wechselt.“ Wer diesen Befund bekommt ist meist ratlos. Ja, was hab ich denn nun? Überfunktion oder Unterfunktion?

Des Rätsels Lösung kann sein, dass wahrscheinlich bereits eine Autoimmunkrankheit vorliegt, die man im aktiven Stadium Hashimoto-Thyreoiditis (HT) nennt.

Meist ist es so:

a) Du nimmst regelmäßig Hormone ein wie L-Thyroxin, deren Dosierung immer wieder erhöht werden muss. Aber das körperliche Befinden wird trotzdem mit der Zeit immer schlechter.

b) Du nimmst keine Tabletten und leidest unter wechselnden Symptomen der Unter- und Überfunktion. Mal bist du todmüde,  hast Verstopfung und frierst, kurz darauf kannst du nicht einschlafen, hast Herzklopfen, Angst und schwitzt.

In beiden Fällen ist es sehr wahrscheinlich, dass bereits eine Hashimoto vorliegt.

Und warum weiß man das nicht? Das liegt daran, dass bisher keine Bestimmung der Antikörper vorgenommen wurde, so dass Entzündungen nachgewiesen werden könnten.

Wahrscheinlich laufen die Entzündungen bisher noch auf einem niedrigen Level ab, so dass sich die Symptome in Grenzen halten. Deshalb sind keine weiteren Tests gemacht worden.

Die Tests bringen allerdings auch nicht unbedingt Sicherheit, dazu später mehr. Lies erst mal weiter.

Entzündungsschub löst Überfunktion aus

Zu Schwankungen der Schilddrüsenfunktion kann es kommen, wenn bei einem Entzündungsschub das Gewebe der Schilddrüse zerstört wird. Der Ablauf ist so:

  1. Entzündungsschub
  2. Schilddrüsengewebe wird zerstört
  3. gespeicherte Hormone gelangen ins Blut
  4. es kommt zur Beschleunigung des Stoffwechsels
  5. Symptome der Überfunktion treten auf  (Herzrasen, nervös, Hitzewallungen …)

Und wie kommt es zu einem Schub?

  • Auf jeden Fall kann psychischer Stress daran beteiligt sein.
  • Viel häufiger ist es aber die Ernährung die Reize setzt, mit denen das Immunsystem nicht klar kommt.

Am häufigsten dürften Weizen und anderes glutenhaltiges Getreide einen Schub auslösen. Das passiert dann, wenn der Darm durch „Löcher“ (Leaky-Gut-Syndrom) geschädigt ist. Diese Löcher sind kein Schicksal sondern heilbar wie ich in diesem Beitrag bereits geschrieben habe.

Glutenfreie Ernährung ist keine Lösung

Keine Lösung ist es, einfach nur Getreide wegzulassen, das Gluten enthält. Glutenfreie Ernährung auf Dauer führt nicht zum Erfolg, dafür gibt es mittlerweile viele Erfahrungsberichte. Nur als Einstieg ist es richtig, konsequent Gluten wegzulassen wie z.B. in

  • Weizen und Dinkel in Bäckereiprodukten, Nudeln …
  • Brote mit Gerste, Roggen
  • Hafer, Grünkern

Je nach Stadium des Leaky-Guts, also der „Löcher“ im Darm, müssen in der Anfangszeit auch solche Lebensmittel gemieden werden, die Stärke oder Mehl aus Weizen enthalten, was man nicht sofort erkennt. Dazu gehören sämtliche Fertigprodukte, aber auch Wurst und Käse. Dabei ist es egal, ob die Produkte aus dem Supermarkt oder Biohandel stammen.

Antikörper bestimmen lassen

Nach einem Entzündungs-Schub kommt es wieder zum Abfall der Aktivität der Schilddrüse und so zeigt es dann das Labor: Diese Woche Überfunktion, nächste Woche Unterfunktion. Auf und Ab.

Weil bei diesen Schwankungen kein Arzt vernünftig verordnen kann, herrscht manchmal Ratlosigkeit.

Richtig Bescheid weiß man erst, wenn die aktiven TPO-Antikörper durch das Labor bestimmt werden. Diese zeigen, ob eine immunologische Fehlsteuerung vorliegt.

Dabei gibt es allerdings wieder neue Unsicherheiten:

  1. Es kann sein, dass die Werte (noch) so niedrig sind, dass sie im Labor nicht nachweisbar sind. Das ist besonders verwirrend, weil du als Betroffene jetzt erst recht nicht weißt, was los ist.
  2. Es kommt darauf an, ob die richtigen Untersuchungen gemacht werden und die TPO-Antikörper bestimmt werden. Das bieten nicht alle Praxen an. Die Erfahrung hat auch gezeigt, dass es recht schwierig ist, Mediziner zu finden, die sich mit Autoimmunkrankheiten auskennen. Oft wird L-Thyroxin verordnet mit der Maßgabe, diese Tabletten zu nehmen, weil sonst „die Schliddrüse ausbrennt“. Dieser  Endzustand soll so lange wie möglich rausgeschoben werden.

Außerdem sollte bei der Diagnose eine ausführliche Krankengeschichte erhoben werden (Anamnese) und eine Bewertung der Symptome in Abhängigkeit von der Leistungskraft der Schilddrüse erfolgen.

Eines ist klar: Diese gründliche Untersuchung kostet Zeit und Geld. Die Krankenkasse zahlt dafür jedenfalls nicht.

Somit ist es in einer kassenärztlich geführten Praxis eher schwierig, eine Behandlung zu bekommen. Wie bei jeder chronischen Krankheit wäre der richtige Weg, eine Naturheilpraxis aufzusuchen, die zugegeben nicht leicht zu finden ist.

Selbsthilfe mit der Ernährung

Was also tun? Mein Vorschlag ist, sich auf den Weg zu machen und sich in Eigenverantwortung

  1. mit der Ernährung aus den Entzündungen rauszuholen
  2. die passende Ernährung auf Dauer zu entwickeln und Hashimoto loszuwerden

Das geht! Hier ein Beispiel einer Kursteilnehmerin:

Ich bin eingestiegen, weil ich im September 2018 Hashimoto mit TPO-Antikörper 1100 U/ml diagnostiziert bekommen hatte. Im November 2018 habe ich den Kurs angefangen.

 

Die Ergebnisse vom Dezember 2019: Schilddrüse okay, TPO-Antikörper 86 U/ml Antikörper 86. Das ist super. Ich habe das auch gemerkt, körperlich.

Natürlich möchte man wissen was los ist. Ist es Hashimoto-Thyreoiditis oder nicht? Bis zur Diagnose kann es aber ein langer Weg sein. Schade um die Zeit, die bis dahin vergeht. Ich würde lieber sofort anfangen, die Entzündungen zu stoppen. Denn der Prozeß läuft bereits seit einiger Zeit (Jahren?) im Körper ab.

Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung, die nicht einfach an einem Tag plötzlich da ist. Sie baut sich langsam stufenweise auf und läuft in Stadien ab. Es ist logisch, dass man erst dann etwas im Labor sehen kann, wenn das Vollbild der Krankheit entwickelt ist.

Was ich vorschlage, ist der kurze direkte Weg zur Linderung der Beschwerden und zu einem guten Leben. Denn egal wie die Diagnose ausfällt, eines ist klar:

Die Haupt-„Therapie“ ist und bleibt die Ernährung. 

Wenn du Entzündungsschübe in den Griff bekommen und stoppen willst, empfehle ich dazu mein Ebook „Starthilfe bei Hashimoto-Thyreoiditis“. Darin findest du ein Anti-Entzündungsprogramm, das dich auf die richtige Schiene bringt.

Natürlich müssen auch andere Lebensbereiche und die Situation de Nährstoffe beachtet werden. Erkenntnisse dazu kann dir mein Blog bringen und deshalb empfehle ich, meinen Newsletter hier zu abonnieren, damit du am Ball bleibst.

Hat dir dieser Beitrag Erkenntnisse gebracht? Hilft es zu wissen, dass Schwankungen der Schilddrüsenfunktion Ausdruck von Hashimoto sein können? Schreib mir gerne unten im Kommentarfeld.

(Quelle für den Beitrag: Dr. Kharrazian, „Hashimoto anders behandeln“, Kapitel 2)

Kochen bei Hashimoto und Schilddrüsenproblemen

Makrobiotische HeilkuecheRezepte aus der Makrobiotischen Heilküche sind richtig, wenn man diese Ziele erreichen will:

  • nicht mehr frieren und müde sein
  • Allergien und Unverträglichkeiten loswerden
  • Depressionen und Angst verlieren
  • besser schlafen
  • Gewicht regulieren
  • ohne Verdauungsbeschwerden leben

"Motivationslevel: sehr hoch, denn schon die letzten Tage an denen ich nur teilweise nach dem Programm gegessen hatte, hatte ich kaum noch Darm-Probleme."

 

"Ich bin begeistert wie schnell die Gerichte zuzubereiten sind und wie lecker sie sind. Das ist super klasse, weil man es so auch zu stressigen, beruflichen Zeiten beibehalten kann. Das ist sonst oft ein KO-Kriterium für mich."

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