Sodbrennen ist meistens nicht eine Folge von zu viel Magensäure

SodbrennenWoher kommt Sodbrennen? Eine Erklärung dafür scheint auf der Hand zu liegen:

Zu viel Magensäure lässt den Mageninhalt nach oben in die Speiseröhre steigen und das verursacht unangenehmes Brennen.

Doch halt, so ist das gar nicht immer. Es geht oft genau ums Gegenteil: Zu wenig Magensäure ist Schuld am Sodbrennen.

Vorab noch: Ich möchte darauf hinweisen, dass es für Sodbrennen noch mehr Ursachen gibt als die in diesem Beitrag angesprochenen. Man sollte sich in heilpraktische  Behandlung begeben, wenn es längere Zeit ein Problem mit Sodbrennen gibt.

Doch nun zur Magensäure.

Das mit der überschüssigen Magensäure ist gängige Theorie, aber ein Irrtum. In die Welt gesetzt von der Pharmaindustrie, die unglaubliche Umsätze mit Säureblockern macht, die üblicherweise verschrieben werden.

Und dabei ist der Nutzen von diesen Tabletten gering, denn der Schmerz verschwindet nur für eine Weile und die Ursache bleibt.

Deshalb sollte auch nur für einen kurzen Zeitraum zu den drastischen Mitteln gegriffen werden. Auf Dauer könnte es sonst zu einem Mangel an Vitamin B12 kommen. (Quelle: https://news.doccheck.com/de/37455/ppi-schattenseite-saeureblocker/)

Und das wäre fatal, denn wer eine Autoimmunkrankheit wie Hashimoto-Thyreoiditis hat, ist sehr oft schon drin im Vitamin-B12-Mangel. Genau deswegen kommt es dann überhaupt erst zu Sodbrennen aufgrund fehlender Magensäure!

In Wahrheit fehlt die Magensäure

Wer sich mit dem Thema Sodbrennen beschäftigt, wird schnell herausfinden, dass es dabei nicht immer um zu viel Säure geht, sondern im Gegenteil sehr oft um einen Mangel an Magensäure.

Die Magensäure ist notwendig für die Aufnahme von Eiweiß, Vitamin B12, Kalzium, Eisen, Zink und vielen anderen Mineralstoffen. Erst zusammen mit der Magensäure können diese Stoffe richtig verwertet werden. Der Weg im Körper geht so:

  1. vom Zwölffingerdarm in den
  2. Dünndarm und dann in den
  3. Dickdarm

Dieser normale Weg ist behindert, wenn es zu wenig Magensäure gibt. Daraus folgt, dass die komplette Verdauung betroffen ist. Die ordentliche Aufspaltung der Nahrungsstoffe ist nicht möglich.

In der Folge kommt es zu den unterschiedlichsten Symptomen, Krankheiten und Nährstoffmängeln.

Sodbrennen ist lediglich der „rote Blinker“, es ist ein Alarmzeichen für andere, tiefere Störungen.

Wieso fehlt die Magensäure?

Und jetzt geht es an den Kern der Sache. Wieso fehlt denn eigentlich die Magensäure?

  • Antwort Nr. 1: Bei einer Schilddrüsenunterfunktion sind die Drüsen des Magens genauso in der Unterfunktion. Sie produzieren zu wenig Magensäure.
  • Antwort Nr. 2: Auch andere Hormone werden zu wenig gebildet. Speziell im Magen ist es das Hormon Gastrin, ein Gewebshormon.

Das Hormon Gastrin ist notwendig, um die Magensäure zu locken, wenn sie gebraucht wird. Und hier ist die Verbindung zur Schilddrüse. Denn diese kontrolliert  und reguliert den Hormonspiegel des Gastrins.

Die Kette sieht so aus:

Schilddrüse – Hormon Gastrin – normale Magensäure

Ganz klar, dass bei einer Unterfunktion der Schilddrüse auch nicht ausreichend Gastrin und demzufolge zu wenig Magensäure produziert wird. Solange die Schildrüsenunterfunktion bleibt, wird sich daran nichts ändern.

Es gibt noch eine Antwort Nr. 3 speziell bei Autoimmunerkrankungen:

Sodbrennen bei Hashimoto-Thyreoiditis

Fast die Hälfte aller Leute die eine Hashimoto-Thyreoiditis haben, sollen von einer Autoimmun-Pangastritis betroffen sein. So bezeichnet man eine chronische Entzündung der gesamten Magenschleimhaut. Die verläuft über Jahre so gut wie schmerzfrei, meist erfolgt eine Diagnose erst im Spätzustand und ist völlig überraschend.

Dabei bildet der Körper Antikörper gegen die eigenen Belegzellen des Magens, was zu einer Zerstörung dieser Zellen führt. In der Folge gibt es auch zu wenig Magensäure, weil sie nicht mehr ausreichend produziert werden kann. Die Folge davon ist nun, dass die Magenöffnung nicht mehr richtig schließt und Magensäure in die Speiseröhre nach oben steigt. Auch wenn es nur wenig Säure ist, führt das zu heftigen Schmerzen, die man als Sodbrennen bezeichnet.

Ein typisches Symptom ist ständiger Husten, auch heftige Hustenattacken am Morgen, weil sich über Nacht im Liegen Magensäure nach oben in die Speiseröhre bewegt hat. Möglicherweise wird eine stille Refluxösophagitis diagnostiziert und es werden Magensäureblocker verschrieben. Wie fatal! Denn das Unterdrücken der wenigen Magensäure ändert absolut nichts an der Grunderkrankung.

Was tun bei Sodbrennen wegen zu wenig Magensäure?

Zunächst zwei Tipps, die man nicht zu oft anwenden sollte: Basenmittel oder Säureblocker nehmen.

  • Basenmittel (Antazida) neutralisieren die Magensäure und werden gerne bei Sodbrennen eingenommen, weil sie den Schmerz lindern. An der Ursache ändern sie nichts.
  • Säureblocker verhindern die Säureproduktion und schalten sie für viele Stunden aus. Magensäure ist aber wichtig für den kompletten Verdauungsablauf, nicht nur im Magen.

Besser als diese Mittel ist eine ganzheitliche Sicht der Dinge und das heißt, sich um die Ernährung zu kümmern. 🙂

Allerdings habe ich kein Rezept für ein kleines Süppchen oder ähnliches, das ohne Mühe auf alle Zeit die Schilddrüse und den Magens reguliert. 😉 Ganz so einfach ist das nämlich nicht.

Für alle die neu hier sind, empfehle ich, sich auf meiner Webseite umzuschauen.

 

Es gibt eine Menge Hinweise zur Ernährung und Rezepte dazu, die alle geeignet sind, die Gesundheit zu unterstützen. Wer dann richtig einsteigen will, findet Tipps, Anleitungen und Rezepte in meinen Ebooks.

8 Tipps bei Sodbrennen

Auf die Schnelle gebe ich ein paar Tipps vorab, die in die richtige Richtung führen:

  1. ausgiebig kauen, jeden Bissen 30 x (so oft ist das gar nicht, es dauert nur seine Zeit)
  2. das richtige Fett essen (Kokosfett, Bio-Sauerrahm-Butter)
  3. Bitterstoffe nehmen
  4. abends nicht so spät essen
  5. keine scharfen Gewürze
  6. Kaffee und Zucker konsequent weglassen
  7. sich genug bewegen (die berühmten 1000 Schritte nach dem Essen)
  8. Reisfasten! Mit einem Tag Reisfasten kann man schon einiges erreichen. Hier geht es zum Kurs dazu.

Wer das Problem Sodbrennen wirklich aus der Welt schaffen will, wird sich mit ein paar Tipps nicht zufrieden geben. Ich hoffe, dass ich mit meinem Programm auf dieser Webseite und meinem Angebot weiterhelfen kann!

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„Super, gar kein Sodbrennen!“

 

„Nach dem Reisfasten ist mein Bauch tatsächlich dünner“

Die Autorin: Mein Name ist Jutta Bruhn. Ich bin seit langen Jahren Heilpraktikerin und informiere zur Ernährung und Naturheilkunde bei Schilddrüsenproblemen und Hashimoto.

16 Kommentare

  1. Roland

    Hallo Frau Bruhn!
    Ich hatte jahrelanges Sodbrennen (chronisch). Es wurde bereits eine Entzündung der Speiseröhre festgestellt! Durch Lesen des Buches „Ein Lob der Magensäure“ von Wright, bin ich draufgekommen, dass Sodbrennen fast immer die Ursache von zu wenig Magensäure ist! Nicht zuviel! Die Schulmedizin behandelt hier schon fast grob fahrlässig durch diese Magensäureblocker!
    Sie haben hier vollkommen Recht!

    Durch Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln (Betain-HCL = Salzsäure, + Pepsin + Bitterstoffe), wie in dem Buch exakt beschrieben, hat sich mein Sodbrennen in Luft aufgelöst! Keinerlei Brennen mehr, schon seit Jahren. Die Nahrungsergänzungsmittel benötige ich fast nicht mehr! Die Krankheit ist ausgeheilt!

    Jeder, der unter Sodbrennen leidet, sollte unbedingt dieses Buch lesen! Vielleicht können Sie diese Informationen auf Ihrer Seite veröffentlichen und der Allgemeinheit mitteilen!
    LG Roland

  2. Claudia

    Sehr geehrte Frau Bruhn,

    ich hatte vor 10 Jahren einen heißen Knoten an der Schilddrüse. Ich bin 1,53, 46kg schwer und leide seit Jahren unter Sodbrennen. Ich war schon in Spezielzentren, doch man hat keine wirkliche Säure gefunden. Ich habe Schluckprobleme, da Schleimhaut lt. HNO geschwollen sei, oberhalb der Schilddrüse. Die Schilddrüse sei in Ordnung. Ich trinke kein Alkohol, Esse gesund, kein Kafee, rauche nicht und meide süßes. Pantoprazol, Ranitidin, omeprazol, Kartoffelstärke, Heilerde, Enzynorm… hat alles keine Besserung erbracht. Was kann ich tun?

  3. Estefania

    Ich habe oft Sodbrennen nach dem Essen von fettigen Gerichten. Ich dachte ebenso, dass dies aber an zu viel Magensäure liegt und habe auch Mittel gegen Sodbrennen genommen. Ich hatte dann die genannten Beschwerden nicht mehr. Das in Wahrheit aber Magensäure fehlt, überrascht mich doch sehr. Vielen Dank für die Informationen!

  4. Targan

    Ist Basenwasser (Mineralkomplex) mit einem Ionisator empfehlenswert um Säuren auszuleiten und Mineralien durch die negative Ladung in die Zellen zu bekommen (Orthemolekular) siehe auch Magnesiummangel.

    Daher basische Ernährung mit 2 die Woche Fleisch.
    Viel Nüsse (Mandeln und Walnuss).

    In Japan und anderen Ländern wird der Ionisator sogar in Kliniken angewendet um Krankheiten zu heilen und täglich von der Bevölkerung getrunken.

    Selbstverständlich muss die Ernährung stimmen und ihr Tipps sind dahingehend Gold wert und ich kann sie nur weiter empfehlen.

    Ich leide selbst an Diabetes und Hashimoto.
    Ihre Ernährungsweise ist genau richtig um wieder ins Gleichgewicht zu kommen.

    Ich unterstütze ihre Ansichten und teile sie.

    Viel Erfolg noch und weiter so.

    Mit besten Grüßen

    Targan

    • Jutta Bruhn

      Hallo Targan, danke!

      Da weder das Basenwasser noch diese Ernährung zur MBH gehört, kann ich dir keine Auskunft geben. 🙁 Viel Erfolg weiterhin!

      Liebe Grüße
      Jutta

  5. Nils

    Guten Tag Frau Bruhn, viele Dank für den informativen Beitrag! Nach der Diagnose eines Reflux und jahrelanger Einnahme von Säureblockern, habe ich begonnen mich über die Symptome und Mangelerscheinungen von zu wenig Magensäure zu informieren. Neben Verdauungsbeschwerden, Füllegefühl, leichten Kreislaufproblemen, gelegentlicher Übelkeit und Sodbrennen leide ich außerdem unter dem Dauherhaften Gefühl eines Fremdkörpers bzw. eines Kloßes im Hals. Das führt zu Schluckbeschwerden und unangenehmen, sehr häufigen Räuspern. Ich leider nun seit Jahren sehr darunter. Kann dies ebenfalls daran liegen zu wenig Magensäure zu haben ? Viele Grüße Nils Astrath

    • Jutta Bruhn

      Hallo Nils, ich wünsche Ihnen viel Erfolg auf Ihrem Weg. Nach meiner Erfahrung kann man nicht alles analysieren und erklären.

      Schneller und gründlicher kommt man voran, wenn man die Ernährung korrigiert. Oft weiß man dann hinterher nicht, warum die Beschwerden verschwunden sind. 😉

      Das häufige Räuspern kann mit dem Dickdarm zusammenhängen.

      Herzliche Grüße aus Berlin, Jutta Bruhn

  6. Freya

    Sehr geehrte Frau Bruhn,
    ich bin so froh, dass ich immer eigenverantwortlich war. Seit 20! Jahren habe ich Magenprobleme wie Sodbrennen und ich habe auch den Protonenpumpenhemmer verschrieben bekommen. Jetzt kommt das starke Stück: Ich gehöre der Blutgruppe AB an mit einer geringen Magensäure und bekomme einen Protonenpumpenhemmer verschrieben gegen zu viel Magensäure? Die Protonenpumpenhemmer verstärken in meinem Fall das Problem nur. Ich habe sie zu meinem Glück immer selten eingenommen, weil ich gemerkt hatte, dass sie mir nicht gut taten. Übrigens habe ich auch bei der Blutgruppendiät festgestellt, dass dort Sachen empfohlen wurden für meine Blutgruppe wie Zink und Soja, die ich zum Tod auch nicht abkonnte. Beweisen konnte ich diese Tatsachen sogar über eine Mineralstoffanalyse nach der Einnahme. Woher will auch ein Arzt mit der Blutgruppe 0 wissen, was der Blutgruppe AB guttut? Das Leben besteht nicht nur aus theoretischen Büchern.

    • Jutta Bruhn

      Hallo Freya, das finde ich absolut richtig, dass man nicht kritiklos Medikamente schlucken sollte.

      Ja, die Blutgruppenernährung wird in der Makrobiotischen Heilküche (MBH) mit einbezogen. Bei der Auswahl vom richtigen Eiweiss ist das sehr wichtig.

      Liebe Grüße

  7. Claudia

    Hallo Frau Bruhn, ich nehme seit 13 Jahren Säureblocker, weil angeblich die Magenklappe nicht richtig schließt. Jetzt habe ich mich sehr mit dem Thema Ernährung auseinandergesetzt (auch weil ich unter Arthrose leide und diese hiermit auffangen möchte) und lasse Zucker, Alkohol, Kaffee, alles vom Tier weg und ernähre mich weitest gehend basisch. Im Rahmen dieser Ernährungsumstellung habe ich beschlossen nun den Säureblocker einmal wegzulassen und die Hölle brach los: Säure bis zum Anschlag, Magenschmerzen, Blähungen. Habe inzwischen herausgefunden, dass die Blocker abhängig machen. Nach Absetzen schüttet der Körper extrem Säure aus. Man hat das ja wohl auch bei Menschen ohne Magenprobleme getestet, die hatten dann nach dem Absetzen auch die Säure in der Speiseröhre (Rebound Effekt). Gleichzeitig verhindern die Pillen ja auch die Aufnahme von Vitalstoffen -was meinen ewigen Eisenmangel dann einmal erklärt-
    Ich möchte dringend von der Chemie runterkommen, habe aber keinen Plan wie. Können Sie mir helfen? Vielleicht habe ich ja auch zuwenig Säure? Wie kann ich das herausfinden/heilen? Da ich die Pillen jetzt wieder nehme (war nicht auszuhalten), wird der Backpulvertest ja wohl nicht greifen.

    Herzliche Grüße Claudia

    • Jutta Bruhn

      Hallo Claudia, Sie sind sehr gut informiert! Ihren Wunsch, die Säureblocker nicht mehr nehmen zu wollen, kann ich nur dringend unterstützen.

      Eine Antwort in Bezug auf die Ernährung ist allerdings nicht in aller Kürze zu geben. Auch müßte man schauen, inwiefern Stress eine Rolle spielt, denn oft kommt es zum Verkrampfen des Muskels am Mageneingang. Dann hat das Ganze sowieso nichts mit Säure zu tun.

      Wenn so lange ein Medikament genommen worden ist, ist auch der Ausstieg längerfristig.

      Bitte bedenken Sie: Basenernährung und vegetarische Kost sind ein neuer, anderer Weg in eine Schieflage. Ich kann beides nicht empfehlen. 🙁

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

      • Marianne

        Der Tipp kein rohes Gemüse zu verzehren hat mich ein Stück weiter gebracht. Möhre u. Kohlrabi ect. abgewellt schmecken auch gut u. enthalten dennoch Vitamine. Geschnippelt mit etwas Bulgur + Miso, ein ideales Frühstück für mich.

        Viele liebe Grüße aus Sachsen-Anhalt
        Marianne

        • Jutta Bruhn

          Hallo Marianne, Möhren und Kohlrabi kann man sehr gut roh essen, wenn sie gepresst sind. Man braucht auf die Vorteile von Rohkost nicht zu verzichten. Aber es sollte der Prozess des Salzens und Pressens dabei sein. Dann sind die Faserstoffe für die Verdauung aufgebrochen. Hier die Anleitung zum Pressen.

          Viele Grüße aus Berlin
          Jutta Bruhn

          • Marianne

            Danke herzlichst Frau Bruhn,

            das waren wieder viele hilfreiche Tipps.

            Lieben Gruß Marianne

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