Gute Nachricht bei Hashimoto: Leaky-Gut-Syndrom ist heilbar

Leaky-Gut-SyndromGluten im Getreide ist der Auslöser für das Leaky-Gut-Syndrom. Das sind die mittlerweile bekannten winzigen Löcher im Darm.

Was nicht so bekannt ist: Diese Löcher sind heilbar – jedenfalls wenn man nur sensibel auf Gluten ist.

„Seitdem ich glutenfrei esse geht es mir gut.“ So und ähnlich schreiben Menschen, die nur noch Getreidesorten essen, die kein Gluten enthalten. Ist das wirklich nötig? Ich meine nein, Sie werden gleich lesen warum.

Zuerst mal die frohe Botschaft: Sind die Löcher weg, kann man auch wieder Gluten essen.

Ich sagte: Gluten, ich sagte nicht: Weizen. Denn der muss wegbleiben. 🙁

Was sonst noch wegbleiben sollte, steht in diesem Beitrag: 5 Tipps als Erste Hilfe bei Hashimoto.

Hashimoto ist nicht Zöliakie

Ich meine, den Stress mit 100% glutenfreier Ernährung kann man sich sparen. Denn so eine strenge Kost ist nur dann notwendig, wenn man an Zöliakie erkrankt ist. Das ist eine Darmkrankheit, bei der es zwingend notwendig ist, sich glutenfrei zu ernähren.

Es kann sein, dass jemand mit Hashimoto auch Zöliakie hat, aber das sind nur ganz wenige.

Auch könnte man argumentieren, dass eine Autoimmunerkrankung der anderen folgt und man sich lieber total glutenfrei ernährt, um nicht in die Zöliakie reinzurutschen. Glutenfrei als Vorsorge sozusagen. Nun gut, wer das will, mag das tun.

Für viele bedeutet es aber eine enorme Einschränkung der Lebensqualität, völlig glutenfrei zu essen. Deshalb möchte ich hier Entwarnung geben und zeigen, dass

  • Glutenunverträglichkeit nicht ein Leben lang anhalten muss
  • Getreide mit Anteilen von Gluten wieder vertragen werden können

Das alles gilt aber nicht für Weizen. Den sollten alle Leute meiden. Falls Ihnen die Rezepte fehlen, ohne Weizen zu leben und zu kochen, dann finden Sie Ideen und Anregungen hier: Makrobiotische Heilküche – Rezepte.

Alle bekommen ein Leaky-Gut-Syndrom

Gluten ist Bestandteil von Getreiden und greift die Darmwand an. Dadurch entstehen regelrechte „Löcher“, die natürlich mikroskopisch klein sind. Aber durch diese Öffnungen gelangen Inhalte aus dem Darm ins umliegende Gewebe und das verursacht ein regelrechtes Chaos im Körper.

Das Fachwort für die Löcher ist englisch und heißt „Leaky-Gut-Syndrom“ deutsch: „Undichter- Darm-Syndrom“. Ein Syndrom ist eine Ansammlung von Beschwerden.

Gluten aus Getreide schädigt auch den gesunden Darm. Immer! Nur merkt ein gesunder Mensch nichts davon.

Wer dagegen Hashimoto hat (und somit einen vorgeschädigten Darm) kann von heftigen Symptomen betroffen sein wie

  • starke Blähungen
  • Histaminintoleranz und andere Unverträglichkeiten

Ganz heftig dran sind Menschen mit Zöliakie. Aber das ist nicht Thema hier.

Drei Stufen des Leaky-Gut-Syndroms

Gluten ist ein Protein im Getreide, das für jeden Menschen schwer zu verdauen ist. Es entstehen praktisch immer Löcher im Darm. Aber da gibt es Unterschiede:

  1. Bei gesunden Menschen bleiben die Löcher nur für einige Minuten.
  2. Wer aber bereits sensibel auf Gluten reagiert, hat Löcher für die Zeit von Stunden bis mehreren Tagen. In diese Kategorie dürften die meisten mit Hashimoto gehören.
  3. Mehrere Wochen verbleiben die Löcher bei Zöliakie.

(Diese Informationen stammen aus einem Newsletter von Izabella Wentz, Autorin von „Hashimoto im Griff“, die das bei ihren Hashimoto-Patientinnen beobachtet hat. Außerdem stützt sie sich auf das Buch „Gluten Freedom“ von Dr. Fasano.)

Deshalb ist es wichtig zu unterscheiden, ob man

  • eine totale Glutenunverträglichkeit hat wie bei Zöliakie oder
  • ob man nur glutensensibel ist wie bei Hashimoto und anderen Erkrankungen

Was tun bei Leaky-Gut-Syndrom bei Hashimoto?

Mir ist schon klar, dass Sie jetzt eine lange Liste mit Maßnahmen erwarten. Habe ich auch. 🙂

Denn Hashimoto ist kein Schnupfen und es bedarf eines ganzen Bündels von Maßnahmen, um da wieder rauszukommen. Ich erwähne nur mal:

  • Ernährung
  • Stressabbau
  • Überwindung Insulinresistenz
  • Gifte in Essen und Umwelt vermeiden
  • Nährstoffe auffüllen
  • Nebennieren erholen

und, und, und.

Auch hier wieder eine gute Nachricht: Wenn man zuerst die Ernährung ändert, dann folgen eine Menge anderer Maßnahmen oft wie von alleine nach. 🙂 🙂  Zum Beispiel werden die Nebennieren weniger gestresst, weil bei richtiger Ernährung der Schlaf länger und tiefer ist.

Trotzdem ist es kein Grund, den Kopf hängen zu lassen, wenn man vor diesen vielen Informationen sitzt. Ich biete ein Programm bei Hashimoto an, wie man da auch wieder rauskommt. Schauen Sie doch mal rein und starten Sie gleich durch. Ich wünsche viel Erfolg!


Ich freue mich, wenn dieser Beitrag geteilt wird, danke!

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18 Kommentare

    • Jutta Bruhn

      Hallo Sonja, ich vermute, dass du das Reisfasten meinst? Nein, das ist ein Online-Kurs für sich und hat nichts mit den Rezepten im Ebook zu tun. Am Reisfasten kannst du hier teilnehmen: Reisfasten

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

  1. Lorelei

    Hallo Frau Bruhn,
    sind Ihre Erfahrungen bei Ihren Patienten anders als die von Dr. Karrazian, der Hashimoto Patienten empfiehlt, für immer Gluten zu meiden? Das wäre natürlich großartig, da ich gerne irgendwann wieder ein Roggensauerteigbrot essen würde 🙂

    • Jutta Bruhn

      Hallo, Dr. Kharrazian stützt sich auf eine sehr kleine Studie mit wenigen Patienten. Nach Meinung von erfahrenen Ernährungsberatern kann man aus so einer Mini-Studie keine Aussagen herausfiltern und für alle als gültig bezeichnen.

      Meine Erfahrung ist, dass es sehr gut geht mit Roggen-Sauerteigbrot, wenn sich der Darm erholt hat und die Entzündungen zur Ruhe gekommen sind. Wie man das macht, dafür biete ich ein Programm an.

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

  2. Anke Oßwald

    Hallo Frau Bruhn, wie stellt man Hashimoto fest?

    Das Leaky-Gut-Syndrom gilt bei mir als gesichert wegen des erhöhten Zonulinwertes.

    Meine Schilddrüsenwerte sind in der Norm und ich habe auch keine Probleme bis auf einen kalten Knoten.
    Lg

    • Jutta Bruhn

      Hallo Anke, das nennen Sie „keine Probleme“? 🙁 Also wenn ich einen Knoten in der Schilddrüse hätte, dann wäre ich in höchstem Grad alarmiert. Worauf warten Sie?

      Entzündliches Hashimoto kann man das erst diagnostizieren, wenn es autoimmune Entzündungen gibt und die Schilddrüse attackiert wird. Wollen Sie das hören?

      Ein Leaky-Gut-Syndrom ist immer die Grundlage bei Hashimoto. Man sollte schleunigst dafür sorgen, dass sich die Löcher im Darm wieder schließen. Das geht bestens mit der Ernährung. Viele haben schon Erfolge allein mit glutenfreiem Getreide. (Das reicht aber nicht auf Dauer, um gesünder zu werden)

      Es gibt keine Behandlung bei Hashimoto. Deshalb ist es eine sehr gute Idee, mit der Ernährung vorzubeugen und gar nicht erst die Diagnose zu bekommen. Ich empfehle, noch heute damit anzufangen.

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

  3. Ronja Demandewicz

    Hallo,

    bei mir wurde das Leaky-Gut Syndrom festgestellt.

    Leider finde ich nirgendwo Informationen welche Lebensmittel gut sind und welche ich besser meiden sollte und was es bei verbotenen Lebensmitteln für Alternativen gibt.

    Gibt es denn z.B. eine Tabelle hierfür?

    • Jutta Bruhn

      Hallo Ronja, nein dafür gibt es keine Tabelle, das ist ein Programm.

      Der Darm muss sich regenerieren. Das dauert seine Zeit und es sind eine Menge Sachen zu lernen und zu beachten.

      Ich empfehle, entweder mit der „Starthilfe“ zu beginnen oder in den Selbstlernkurs zu kommen.

      Dort dreht sich alles von Anfang bis Ende um das Leaky-Gut-Syndrom.

      Herzliche Grüße
      Jutta

  4. Britta Quetk

    Danke liebe Jutta, für die schnelle Antwort. Klingt trotzdem erst einmal positiv, da Du schreibst eine lange Zeit auf Gluten zu verzichten. Das heißt, nicht ein Leben lang das ist positiv. Wie bekomme ich denn mit, dass ich es wieder vertrage? Mit ausprobieren ist es mir zu unsicher. Eine lange Zeit, dass ist so unbestimmt. Danke und liebe Grüße nach Berlin

    • Jutta Bruhn

      Hallo Britta, ja das verstehe ich gut. Aber ich kann da beim besten Willen keine genauere Angabe machen. Wenn ich sagen würde: „bis die Entzündungen abgeklungen sind“, dann wärst du genauso schlau. Ist eine individuelle Sache und kommt auf die sonstige Ernährung an.

      Ist halt eine Sache des Ausprobierens. Ich würde mal 3 Monate ansetzen für glutenfrei und dann vorsichtig wieder probieren. Wenn es wieder schlimmer wird, zurück auf glutenfrei.

      HG Jutta

  5. Britta Quetk

    Liebe Jutta, danke für den Beitrag. Es hört sich gut an und es wäre wirklich schön, wenn man diese Glutenunverträglichkeit verlieren könnte. Ich habe auch Hashimoto und vertrage kein Guten, schon bei den kleinsten Mengen macht es sich schnell bemerkbar. Deshalb bin ich im Moment noch skeptisch, entschuldige. Und nun meine Frage. Was kann ich direkt tun, um Gluten wieder zu vertragen. Danke und liebe Grüße nach Berlin.

    • Jutta Bruhn

      Hallo Britta, wenn es so eine starke Empfindlichkeit gibt, dann empfehle ich, streng glutenfrei zu essen und zwar eine sehr lange Zeit.

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

  6. Isabelle Penot

    Hallo Jutta,
    Danke für diesen hoffnungsvollen Beitrag, der mir als Betroffene vom leaky Gut gut getan hat,
    weil ich da einen Weg sehe. Dazu habe ich zwei Fragen. Im Internet liest man öfters, dass man Getreide und Hülsenfrüchte weglassen muss. Wegen der Lektine. Auf unserem Speiseplan ist aber von beiden viel dabei. Reicht da das Einweichen? Kartoffeln sollen auch gut sein. Kann man die integrieren wenn man Leaky Gut hat aber kein Hashimoto. Danke.
    Schöne Grüße, Isabelle

    • Jutta Bruhn

      Hallo Isabelle, du bist hier gerade nicht auf den Kursseiten.

      1. nein, selbstverständlich kann man auch bei Hashimoto Getreide und Hülsenfrüchte essen. Beim Getreide geht es um das Phytin, nicht Lektine.
      2. ja, das Einweichen reicht
      3. nein, Kartoffeln sind nichts Gutes, bei Hashimoto unbedingt weglassen
      4. Kartoffeln treiben den Blutzucker hoch

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

    • Jutta Bruhn

      Hallo Frau Müller-Revaz, Weizengras gehört nicht zu meinen Empfehlungen. Aber gutes Chlorophyll ist immer eine Bereicherung. Wie bei allen Superfoods muss man es ausprobieren.

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

  7. Sigrid-Anne Reuß

    Liebe Jutta,
    ist es nicht so, dass diese Einschränkung lediglich für KONVENTIONELL angebauten Weizen gilt und vor allem SORTENABHÄNGIG ist? Beim Bioanbau werden keine gentechnisch veränderten Sorten verwendet und dann gibts ja noch den Hartweizen (= Grieß), auf den man anders reagieren müsste.
    Klar, es ist eindringlicher, wenn man kategorisch allen Weizen verbannt, vor allem für bereits Geschädigte. Aber vielleicht ist ja die Bio-Perspektive auch ein gangbarer Weg….
    Viele Grüße
    Anne

    • Jutta Bruhn

      Hallo Anne, ich wünschte es wäre so – ist es aber leider nicht. Auch der Bio-Weizen ist „verseucht“.

      Weil man das schon lange weiß, ist im Bio-Landbau längst der ursprüngliche Weizen, die Sorte Emmer wieder angebaut worden. Es gibt bereits Emmer-Nudeln. Ich habe sie probiert und natürlich schmecken die sehr gut. Aber die Probleme bleiben. Es sind die Nudeln selbst, die Probleme beim belasteten Darm machen.

      Deshalb: Umsteigen auf das volle Korn, in erster Linie Reis, den man sehr gut kauen muss. Emmer-Nudeln nur als seltene Ausnahme.

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

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