Gute Nachricht: Leaky-Gut-Syndrom ist heilbar

Leaky-Gut-Syndrom-ist-heilbarDas Gluten aus dem Getreide reizt die Darmwand so stark, dass sie „löchrig“ werden kann. Das Fachwort dafür ist „Leaky-Gut-Syndrom“.

Was nicht so bekannt ist: Diese winzigen Löcher sind in vielen Fällen heilbar.

Alle bekommen ein Leaky-Gut-Syndrom

Gluten ist Bestandteil von Getreiden und greift die Darmwand an. Dadurch entstehen regelrechte „Löcher“, die natürlich mikroskopisch klein sind. Aber durch diese Öffnungen gelangen Inhalte aus dem Darm ins umliegende Gewebe und das verursacht ein regelrechtes Chaos im Körper.

Das Fachwort für die Löcher ist englisch und heißt „Leaky-Gut-Syndrom“ deutsch: „Undichter- Darm-Syndrom“. Ein Syndrom ist eine Ansammlung von Beschwerden.

Gluten aus Getreide schädigt auch den gesunden Darm. Immer! Nur merkt ein gesunder Mensch nichts davon.

Drei Stufen der Gluten-Unverträglichkeit

Gluten ist ein Protein im Getreide, das für jeden Menschen schwer zu verdauen ist. Es entstehen praktisch immer Löcher im Darm. Aber da gibt es Unterschiede:

  1. Bei gesunden Menschen bleiben die Löcher nur für einige Minuten.
  2. Wer aber bereits sensibel auf Gluten reagiert, hat Löcher für die Zeit von Stunden bis mehreren Tagen. In diese Kategorie dürften die meisten Menschen mit Hashimoto gehören.
  3. Mehrere Wochen verbleiben die Löcher bei Zöliakie.

(Diese Informationen stammen aus einem Newsletter von Izabella Wentz, Autorin von dem Buch „Hashimoto im Griff“, die das bei ihren Hashimoto-Patientinnen beobachtet hat. Außerdem stützt sie sich auf das Buch „Gluten Freedom“ von Dr. Fasano.)

Sich selbst richtig einordnen

Auf der Grundlage der 3 Stufen ist es wichtig zu unterscheiden, ob man

  • eine totale Glutenunverträglichkeit hat wie bei Zöliakie oder
  • nur glutensensibel ist

Glutensensibel (also Stufe 2) sind Menschen, die viele körperliche Beschwerden haben, begleitet von Schilddrüsenproblemen wie Unter- oder Überfunktion. Dieser Zustand ist mit der Ernährung relativ leicht in den Griff zu bekommen. 🙂

Bei Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto oder Basedow kann man von einem chronischen Leaky-Gut-Syndrom ausgehen (auch Stufe 2). Das heißt, der Zustand dauert bereits Jahre an. Trotzdem ist man zum Glück „nur“ sensibel auf Gluten. Und das bedeutet, dass man da auch wieder rauskommt. 🙂

Für alle gilt: Glutenhaltige Getreide auf jeden Fall erst mal weglassen. Mein Tipp ist, Bio-Rundkornreis zu essen und den richtig gut zu kauen.

Leaky-Gut-Syndrom ist heilbar

Jetzt die frohe Botschaft: Die Löcher im Darm heilen auch wieder zu. 🙂 🙂 🙂

Teilnehmende aus meinem Video-Onlinekurs berichten immer wieder, dass nach einigen Wochen Ernährung nach der Makrobiotischen Heilküche (MBH) die Unverträglichkeiten (Histamin, Lactose, Fructose) sich legen. Oder dass Allergien nicht mehr spürbar sind.

„Meine Gräser-Allergie war dieses Jahr fast nicht zu spüren d.h. ich habe in den 4 Wochen so gut wie nicht geniest.“

„Meine Laktoseintoleranz ist quasi nicht mehr vorhanden. Früher haben schon Spuren von Milchprodukten gereicht, um meine Verdauung zur Rebellion zu bringen. Mein Darm hat sich super erholt!“

„Ich habe seit Jahren wieder eine freie Nase und meine heftigen Allergie-Niesattacken blieben recht schnell aus! Das freut mich enorm und bestärkt mich allemal, weiterzumachen.“

Das sind Anfangserfolge, aber sie zeigen, dass man auf dem richtigen Weg ist.

Und sind die Löcher im Darm erst mal geheilt, kann man auch wieder etwas Getreide mit Gluten essen. Ich sagte: Gluten, ich sagte nicht: Weizen. Denn der muss wirklich wegbleiben. 🙁

Glutenfrei ist für viele nicht nötig

Ich meine, den Stress mit 100% glutenfreier Ernährung kann man sich sparen. Denn so eine strenge Kost ist nur dann notwendig, wenn man an Zöliakie erkrankt ist. Das ist eine Darmkrankheit, bei der es zwingend notwendig ist, sich glutenfrei zu ernähren.

Es kann sein, dass jemand mit einem Schilddrüsenproblem oder bei Hashimoto auch Zöliakie hat, aber das sind nur ganz wenige.

Auch könnte man argumentieren, dass eine Autoimmunerkrankung der anderen folgt und man sich lieber total glutenfrei ernährt, um nicht in die Zöliakie reinzurutschen. Glutenfrei als Vorsorge sozusagen. Nun gut, wer das will, mag das tun.

Für viele bedeutet es aber eine enorme Einschränkung der Lebensqualität, völlig glutenfrei zu essen. Deshalb möchte ich hier Entwarnung geben und zeigen, dass

  • Glutenunverträglichkeit nicht ein Leben lang anhalten muss
  • Getreide mit Anteilen von Gluten wieder vertragen werden können

Das alles gilt aber nicht für Weizen. Den sollten alle Leute meiden.

Wer sagen kann: „seitdem ich glutenfrei esse geht es mir gut“ hat den richtigen Einstieg gefunden, um die vielen Symptome zu vermeiden, die mit dem Leaky-Gut-Syndrom zusammen hängen. Das sind vor allem allergische Reaktionen direkt oder später nach dem Essen, oft als Hauterscheinungen.

Bleibt das Gluten aus Weizen und anderen Getreiden weg, herrscht erst mal Erleichterung – mehr aber nicht.

Es bedarf weiterer Maßnahmen mit der Ernährung, um gesünder zu werden.

 Makrobiotische Heilküche RezepteOhne Weizen zu leben und zu kochen ist einfach, das können Sie mir glauben. Denn wenn man die richtigen Rezepte hat, vermißt man nichts.

Ideen und Anregungen gibt es in dem Ebook: Makrobiotische Heilküche – Rezepte 

Was tun bei Leaky-Gut-Syndrom?

Mir ist schon klar, dass Sie jetzt eine lange Liste mit Maßnahmen erwarten. Habe ich auch. 😉

  • Ernährung
  • Stressabbau
  • Überwindung Insulinresistenz
  • Gifte in Essen und Umwelt vermeiden
  • Nährstoffe auffüllen
  • Nebennieren erholen

und, und, und.

Auch hier wieder eine gute Nachricht:

Wenn man zuerst die Ernährung ändert, dann folgen eine Menge anderer Maßnahmen oft wie von alleine nach. 🙂 🙂

Zum Beispiel werden die Nebennieren weniger gestresst, weil bei richtiger Ernährung der Schlaf länger und tiefer ist.

Trotzdem ist es kein Grund, den Kopf hängen zu lassen, wenn man vor dieser langen Liste mit Maßnahmen sitzt. Ich biete ein Programm bei Hashimoto an, wie man da auch wieder rauskommt. Schauen Sie doch mal rein und starten Sie gleich durch. Ich wünsche viel Erfolg!


 

Rezepte

Die Rezepte sind richtig, wenn man diese Ziele erreichen will:Makrobiotische-Heilkueche-Rezepte

  • nicht mehr frieren und müde sein
  • Allergien und Unverträglichkeiten loswerden
  • Depressionen und Angst verlieren
  • besser schlafen
  • Gewicht regulieren
  • ohne Verdauungsbeschwerden leben

"Motivationslevel: sehr hoch, denn schon die letzten Tage an denen ich nur teilweise nach dem Programm gegessen hatte, hatte ich kaum noch Darm-Probleme."

 

"Ich bin begeistert wie schnell die Gerichte zuzubereiten sind und wie lecker sie sind. Das ist super klasse, weil man es so auch zu stressigen, beruflichen Zeiten beibehalten kann. Das ist sonst oft ein KO-Kriterium für mich."

Die Autorin: Mein Name ist Jutta Bruhn. Ich bin Heilpraktikerin und wohne in Berlin. Hier auf der Webseite gebe ich Tipps und Infos zur Ernährung bei Schilddrüsenproblemen. – Rechtlicher Hinweis: Die Informationen auf dieser Webseite sollen Wissen vermitteln. Sie ersetzen nicht die Behandlung durch naturheilkundlich orientierte Ärztinnen oder Ärzte.

21 Kommentare

  1. Katrin

    Liebe Jutta,
    wie ist das nun mit dem Dinkel, der ja die Urform des Weizens ist ?
    Ich tausche seit einigen Monaten Weizen gegen Dinkel aus,wenn es im Rezept unbedingt nötig ist, Weizenmehl zu verwenden.
    Ich bin der Meinung ,dass ich darauf nicht so reagiere,wie auf normales Weizenmehl.
    Viele Grüße
    Katrin

  2. Stefanie

    Hallo Frau Bruhn, habe Leaky gut Syndrom…und hashimoto…seit 3 Jahren kämpfe ich um jeden besseren Tag…Reis geht nicht.. habe Allergien ohne Ende nicht nur Lebensmittel sondern auch Kontakt Allergien..habe in einem Jahr bis jetzt 36kg…abgenommen…esse zur Zeit seid Monaten nur Kartoffeln und 1 Hähnchenschenkel am Tag…Wasser…Haushalts Salz…wo soll ich hin damit es Ernährung s mäßig besser aufgebaut werden kann…?

    • Jutta Bruhn

      Hallo Stefanie, mit Kartoffeln kommst du ganz, ganz bestimmt nicht weiter.

      Ich kann dir nur helfen, wenn du nach meinen Empfehlungen kochst. Fang damit an und berichte uns wieder.

      Wenn du keinen Reis essen kannst, liegt das wahrscheinlich daran, dass du ihn nicht richtig kaust. In deinem Fall sollte jeder Bissen 100x gekaut werden. Als Kur. Es sollte auch der richtige Reis sein.

      Herzliche Grüße aus Berlin, Jutta

    • Jutta Bruhn

      Hallo Sonja, ich vermute, dass du das Reisfasten meinst? Nein, das ist ein Online-Kurs für sich und hat nichts mit den Rezepten im Ebook zu tun. Am Reisfasten kannst du hier teilnehmen: Reisfasten

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

  3. Lorelei

    Hallo Frau Bruhn,
    sind Ihre Erfahrungen bei Ihren Patienten anders als die von Dr. Karrazian, der Hashimoto Patienten empfiehlt, für immer Gluten zu meiden? Das wäre natürlich großartig, da ich gerne irgendwann wieder ein Roggensauerteigbrot essen würde 🙂

    • Jutta Bruhn

      Hallo, Dr. Kharrazian stützt sich auf eine sehr kleine Studie mit wenigen Patienten. Nach Meinung von erfahrenen Ernährungsberatern kann man aus so einer Mini-Studie keine Aussagen herausfiltern und für alle als gültig bezeichnen.

      Meine Erfahrung ist, dass es sehr gut geht mit Roggen-Sauerteigbrot, wenn sich der Darm erholt hat und die Entzündungen zur Ruhe gekommen sind. Wie man das macht, dafür biete ich ein Programm an.

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

  4. Anke

    Hallo Frau Bruhn, wie stellt man Hashimoto fest? Das Leaky-Gut-Syndrom gilt bei mir als gesichert wegen des erhöhten Zonulinwertes.

    Meine Schilddrüsenwerte sind in der Norm und ich habe auch keine Probleme bis auf einen kalten Knoten.
    Lg

    • Jutta Bruhn

      Hallo Anke, das nennen Sie „keine Probleme“? 🙁 Also wenn ich einen Knoten in der Schilddrüse hätte, dann wäre ich in höchstem Grad alarmiert. Worauf warten Sie?

      Entzündliches Hashimoto kann man das erst diagnostizieren, wenn es autoimmune Entzündungen gibt und die Schilddrüse attackiert wird. Wollen Sie das hören?

      Ein Leaky-Gut-Syndrom ist immer die Grundlage bei Hashimoto. Man sollte schleunigst dafür sorgen, dass sich die Löcher im Darm wieder schließen. Das geht bestens mit der Ernährung. Viele haben schon Erfolge allein mit glutenfreiem Getreide. (Das reicht aber nicht auf Dauer, um gesünder zu werden)

      Es gibt keine Behandlung bei Hashimoto. Deshalb ist es eine sehr gute Idee, mit der Ernährung vorzubeugen und gar nicht erst die Diagnose zu bekommen. Ich empfehle, noch heute damit anzufangen.

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

  5. Ronja Demandewicz

    Hallo,

    bei mir wurde das Leaky-Gut Syndrom festgestellt.

    Leider finde ich nirgendwo Informationen welche Lebensmittel gut sind und welche ich besser meiden sollte und was es bei verbotenen Lebensmitteln für Alternativen gibt.

    Gibt es denn z.B. eine Tabelle hierfür?

  6. Britta

    Danke liebe Jutta, für die schnelle Antwort. Klingt trotzdem erst einmal positiv, da Du schreibst eine lange Zeit auf Gluten zu verzichten. Das heißt, nicht ein Leben lang das ist positiv. Wie bekomme ich denn mit, dass ich es wieder vertrage? Mit ausprobieren ist es mir zu unsicher. Eine lange Zeit, dass ist so unbestimmt. Danke und liebe Grüße nach Berlin

    • Jutta Bruhn

      Hallo Britta, ja das verstehe ich gut. Aber ich kann da beim besten Willen keine genauere Angabe machen. Wenn ich sagen würde: „bis die Entzündungen abgeklungen sind“, dann wärst du genauso schlau. Ist eine individuelle Sache und kommt auf die sonstige Ernährung an.

      Ist halt eine Sache des Ausprobierens. Ich würde mal 3 Monate ansetzen für glutenfrei und dann vorsichtig wieder probieren. Wenn es wieder schlimmer wird, zurück auf glutenfrei.

      HG Jutta

  7. Britta

    Liebe Jutta, danke für den Beitrag. Es hört sich gut an und es wäre wirklich schön, wenn man diese Glutenunverträglichkeit verlieren könnte. Ich habe auch Hashimoto und vertrage kein Guten, schon bei den kleinsten Mengen macht es sich schnell bemerkbar. Deshalb bin ich im Moment noch skeptisch, entschuldige. Und nun meine Frage. Was kann ich direkt tun, um Gluten wieder zu vertragen. Danke und liebe Grüße nach Berlin.

    • Jutta Bruhn

      Hallo Britta, wenn es so eine starke Empfindlichkeit gibt, dann empfehle ich, streng glutenfrei zu essen und zwar eine sehr lange Zeit.

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

  8. Isabelle

    Hallo Jutta,
    Danke für diesen hoffnungsvollen Beitrag, der mir als Betroffene vom leaky Gut gut getan hat, weil ich da einen Weg sehe.

    Dazu habe ich zwei Fragen. Im Internet liest man öfters, dass man Getreide und Hülsenfrüchte weglassen muss. Wegen der Lektine. Auf unserem Speiseplan ist aber von beiden viel dabei. Reicht da das Einweichen? Kartoffeln sollen auch gut sein. Kann man die integrieren wenn man Leaky Gut hat aber kein Hashimoto. Danke.

    Schöne Grüße, Isabelle

    • Jutta Bruhn

      Hallo Isabelle,

      1. nein, selbstverständlich kann man auch bei Hashimoto Getreide und Hülsenfrüchte essen. Beim Getreide geht es um das Phytin, nicht Lektine.
      2. ja, das Einweichen reicht
      3. nein, Kartoffeln sind nichts Gutes, bei Hashimoto unbedingt weglassen
      4. Kartoffeln treiben den Blutzucker hoch

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

  9. Jutta Bruhn

    Hallo Frau Müller-Revaz, Weizengras gehört nicht zu meinen Empfehlungen. Aber gutes Chlorophyll ist immer eine Bereicherung. Wie bei allen Superfoods muss man es ausprobieren.

    Viele Grüße aus Berlin
    Jutta Bruhn

  10. Sigrid-Anne

    Liebe Jutta,
    ist es nicht so, dass diese Einschränkung lediglich für KONVENTIONELL angebauten Weizen gilt und vor allem SORTENABHÄNGIG ist? Beim Bioanbau werden keine gentechnisch veränderten Sorten verwendet und dann gibts ja noch den Hartweizen (= Grieß), auf den man anders reagieren müsste.
    Klar, es ist eindringlicher, wenn man kategorisch allen Weizen verbannt, vor allem für bereits Geschädigte. Aber vielleicht ist ja die Bio-Perspektive auch ein gangbarer Weg….
    Viele Grüße
    Anne

    • Jutta Bruhn

      Hallo Anne, ich wünschte es wäre so – ist es aber leider nicht. Auch der Bio-Weizen ist „verseucht“.

      Weil man das schon lange weiß, ist im Bio-Landbau längst der ursprüngliche Weizen, die Sorte Emmer wieder angebaut worden. Es gibt bereits Emmer-Nudeln. Ich habe sie probiert und natürlich schmecken die sehr gut. Aber die Probleme bleiben. Es sind die Nudeln selbst, die Probleme beim belasteten Darm machen.

      Deshalb: Umsteigen auf das volle Korn, in erster Linie Reis, den man sehr gut kauen muss. Emmer-Nudeln nur als seltene Ausnahme.

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

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