Kein Irrtum: Kokosöl ist gesund

Kokosfett Wem geht es auch so:

„Ich bin sehr verunsichert über ein Youtube Video von der Universitätsklinik Freiburg Frau Prof. Dr. Dr. Kerstin Michels. Sie warnt dringend vor Kokosöl, es sei reines Gift und schlimmer als Schweineschmalz. Haben Sie eine Erklärung dafür und können mich beruhigen?“

Ja, ich kann alle beruhigen und deutlich sagen: Kokosfett ist und bleibt das gesündeste Fett, das wir kennen.

Aber wie kommt es, dass eine „Prof. Dr. Dr.“ falsche Botschaften aussendet?

Zunächst mal sollte man wissen, dass die Rednerin sich auf alte Theorien der Medizin beruft. Es ist bekannt, dass manche Mediziner dazu neigen, sich zu wiederholen.

Die aus meiner Sicht falsche Aussage zu Kokosfett wird auf eine Theorie gestützt, die nie bewiesen wurde: Gesättigtes Fett soll ein Auslöser für Herzinfarkt sein. Dass dies ein Mythos ist, beschreibt zum Beispiel dieser Artikel von „Medical News Today“.

Der Ernährungsfachmann Steven Acuff (USA) sagt: „Der Glaube, dass gesättigtes Fett Herzkrankheiten und Krebs verursacht, ist einfach und irreführend.

Die Angst vor gesättigten Fettsäuren begann vor allem in den 1950er Jahren, als eine neue Theorie aufkam, dass gesättigte Fettsäuren Herzerkrankungen verursachen. Allerdings gab es Mängel in der Theorie.

Vor etwa hundert Jahren begannen Herz- und Kreislauferkrankungen einen langen, stetigen Anstieg und machen heute etwa 40% aller Todesfälle in der industrialisierten Welt aus. Wenn gesättigtes Fett die Ursache für diesen steilen Anstieg war, dann hätte es in dieser Zeit einen entsprechenden Anstieg des Verbrauchs dieses Fettes geben müssen. Tatsächlich sank der Verbrauch an gesättigten Fettsäuren im Laufe des zwanzigsten Jahrhunderts.

Ernährungsforscher waren auch verwirrt über die gute Herzgesundheit der Franzosen und Eskimos, die viel mehr gesättigte Fette essen als die US-Bevölkerung. Dies wurde das „französische Paradoxon“ und das „Eskimo-Paradoxon“ genannt, aber es war nur ein Paradoxon aus der Sicht der fehlerhaften Theorie, dass gesättigtes Fett schlecht für die Gesundheit ist. Trotz dieser krassen Diskrepanz glaubten viele, was die Experten sagten und versuchten, ihre Fettaufnahme zu begrenzen.

Inzwischen hat die Spitzenforschung deutlich gezeigt, dass die Experten sich geirrt haben. Da Ernährungswissenschaftler mehr Wissen über Fette gewonnen haben, haben sie ihre fettarmen Theorien in Rauch aufgehen sehen.

Wir wissen jetzt, dass gesättigte Fettsäuren nützlich und nicht schädlich sind und dass die Einschränkung von Fett und der Verzehr von künstlichen fettfreien Produkten die Gesundheit untergräbt.“

Gesättigtes Fett ist gesund

Merkwürdig ist, dass gesättigtes Fett als schlecht für die Gesundheit angesehen wird. Bei einem gesunden Menschen sollen allein die Zellwände zu 50% aus gesättigten Fettsäuren bestehen. Wenn das stimmt, frage ich mich, wie kann dann gesättigtes Fett ungesund sein? Und weiter:

  • Eine von zwei Fettsäuren, die die Membranen der Gehirnzellen stark hält, soll eine gesättigte Fettsäure sein.
  • Die Leber soll gesättigtes Fett brauchen zur Unterstützung ihrer Entgiftungsfähigkeit.
  • Gesättigtes Fett soll um das Herz herum gespeichert werden, um es in Zeiten von Stress zu ernähren.

(Quelle: Steven Acuff in seinem Buch „Eating The Wu Way“, dort findet sich diese Quelle: Patty W. Siri-Tarino et al., “Meta-analysis of Prospective Cohort Studies Evaluating the Association of Saturated Fat with Cardiovascular Disease,” American Journal of Clinical Nutrition January 2010, doi:10.3945/ajcn.2009.27725)

Kein Irrtum: Kokosfett ist gesund

Ulrike GonderIn Deutschland erhalten wir Informationen zu Kokosfett von der bekannten Ernährungswissenschaftlerin Ulrike Gonder. Sie hat mehrere Bücher zu Fett und speziell zu Kokosfett geschrieben. Auf Facebook hat sie aktuell gepostet:

Kokosöl-Gerüchte – Leute, lasst Euch doch nicht so leicht verunsichern! Das Fett der Kokospalme (nicht Ölpalme) wird derzeit entweder gehypt oder als „Gift“ diffamiert. Wie meist im Leben sind derartige Extreme völlig fehl am Platz.

Bio-Kokosöl aus erster Pressung ist ein hochwertiges, wohlschmeckendes Fett mit besonderen Eigenschaften – nicht mehr, aber auch nicht weniger!“

Hier hat sie sich bereits mehrfach zur Kritik an Kokosfett geäußert:

In den USA hat die Ernährungswissenschaftlerin und Fachfrau für Fettforschung Prof. Mary Enig zwei Bücher über Fette geschrieben:  „Know Your Fats“ und „Eat Fat, Lose Fat“. Sie war wesentlich daran beteiligt, Kokosfett bekannt zu machen.

Auch Prof. Jon J. Kabara von der Michigan Universität nennt Kokosfett das gesündeste Fett überhaupt. Sein Buch heißt: „Fats are good for you“.

Und wenn Kokosfett unverträglich ist?

Bei einigen Leuten macht Kokosfett Verdauungsbeschwerden. Leider wird meist die Schuld auf das Kokosfett geschoben und man glaubt, es sei kein gutes Fett. So wie diese Leserin:

„Ich lese gerne Ihre Beiträge. Dennoch zum Kokosöl muss ich sagen, dass ich es auch für ungesund halte. Vor einiger Zeit nahm ich täglich einen Teelöffel davon zu mir. Mein Verdauungstrakt  reagierte mit erheblichen Störungen, so dass ich es wieder sein ließ trotz des scheinbar gesundheitlichen Nutzens. Ich vertraue da auf meinen Körper, wenn er etwas so strikt ablehnt. Und halte es für mich für ungesund.“

Welch ein Irrtum! Nein, in diesem Fall kann man nicht auf den Körper vertrauen. Denn:

Wenn Kokosfett nicht vertragen wird, liegt das stets an der belasteten, kranken Leber, die für die andere Verdauungsprobleme mit ursächlich ist.

Sobald die Leber wieder normal entgiftet, wird das Kokosfett reibungslos vertragen und es schmeckt dann auch. 

Es ist nämlich so, dass durch das Kokosfett sofort die Regulation von Leber, Schilddrüse und anderen Organen in Gang kommt. Und das fühlt sich nicht immer gut an.

Wenn die Ernährung nicht stimmt und wenn Medikamente genommen werden, ist eine Regulation in Richtung Gesundheit oft nicht möglich, weil die Organe blockiert sind. Der durch das Kokosfett einsetzende Entgiftungsprozess wird dann als unangenehm empfunden oder es gibt Verdauungs- und andere Störungen.

Teilnehmende aus meinem Online-Selbstlernkurs „Schilddrüse managen“ berichten mir immer wieder davon, wie sie nach einiger Zeit Ernährung nach der Makrobiotischen Heilküche (MBH) das Kokosfett lieben lernen.

Und wenn Kokosfett nicht schmeckt?

Manchen Leuten schmeckt Kokosfett nicht. Auch das ist ein Zeichen für eine stark belastete Leber. Sobald die Leber besser arbeitet, schmeckt das Kokosfett:

„Meine Abneigung gegen Kokosöl ist nach zwei Tagen wieder verschwunden. Habe Artischockensaft und Zitronensaft getrunken.“

Zur Überbrückung der Zeit bis die Leber wieder gut arbeitet, kann man das „Kokosöl mild“ nehmen. Es ist desodoriert, so dass es nicht nach Kokos schmeckt.

Sobald die Leber wieder gut arbeitet, ist Geschmack und Geruch von Kokosfett neutral.

Das ist wirklich schlimm: billiges gehärtetes Palmfett

Palmfett

Bisher ging es um Kokosöl. Chaotisch wird das Thema, wenn es Journalisten aufgreifen. So wie in diesem Artikel der Zeitschrift „Spiegel“. Schauen Sie ans Ende, dort wird klar, dass die Rede von Palmin ist. Das hat meine Oma immer für Kekskuchen „Kalter Hund“ zum Kindergeburtstag verwendet.

Glauben die beim Spiegel wirklich, dass es um Palmin geht? Du meine Güte, wie schlecht ist das recherchiert. Ich lese sehr gerne den Spiegel, aber diese Nachlässigkeit gibt mir zu denken.

Es besteht ein riesiger Unterschied zwischen Kokosfett und Palmfett! Palmin aus dem Supermarkt ist nicht Kokosfett, sondern ein gehärtetes Fett, das hauptsächlich Palmitinsäure enthält, die bekanntlich dick macht.

Die Naturkostfirma Rapunzel erklärt auf ihrer Webseite das Für und Wider von Palmöl. Denn es gibt sehr gutes Bio-Palmöl einerseits und billiges Industrie-Palmöl andererseits.

Auf Qualitätsfett achten

Das Kokosfett, von dem ich hier auf meiner Webseite rede, hat eine hohe Qualität, die nur in Kleinbetrieben unter ökologischen Grundsätzen produziert wird. Zum Beispiel von

und andere.

Nicht gemeint sind bei mir die Billigöle von riesigen Plantagen, für die der Regenwald geschädigt wird.

Zum Abschluß möchte ich bemerken, dass ich selbst seit rund 20 Jahren täglich Kokosfett esse und zwar reichlich. Bis heute geht es mir noch gut, hoffentlich bekomme ich nicht schon morgen einen Herzinfarkt wegen des vielen Kokosfetts! 😉


Mehr zu Kokosfett:

Wie Sie Kokosfett für die gesunde Schilddrüse einsetzen können

Kochen bei Schilddrüsenproblemen: Kokosschmalz

Ölziehen mit Kokosfett hilft gegen Müdigkeit

Kochen bei Schilddrüsenproblemen

Makrobiotische HeilkuecheRezepte aus der Makrobiotischen Heilküche sind richtig, wenn man diese Ziele erreichen will:

  • nicht mehr frieren und müde sein
  • Allergien und Unverträglichkeiten loswerden
  • Depressionen und Angst verlieren
  • besser schlafen
  • Gewicht regulieren
  • ohne Verdauungsbeschwerden leben

"Motivationslevel: sehr hoch, denn schon die letzten Tage an denen ich nur teilweise nach dem Programm gegessen hatte, hatte ich kaum noch Darm-Probleme."

 

"Ich bin begeistert wie schnell die Gerichte zuzubereiten sind und wie lecker sie sind. Das ist super klasse, weil man es so auch zu stressigen, beruflichen Zeiten beibehalten kann. Das ist sonst oft ein KO-Kriterium für mich."

Die Autorin: Mein Name ist Jutta Bruhn. Ich bin Heilpraktikerin und wohne in Berlin. Hier auf der Webseite schreibe ich zur Ernährung bei Schilddrüsenproblemen.

6 Kommentare

  1. rom

    Hallo habe eine Kokosnussallergie. Was kann ich stattdessen nehmen? Gibt es irgendetwas das genauso gut wirkt wie Kokosfett?

    Danke!

    • Jutta Bruhn

      Hallo Rom, so etwas wie eine „Allergie auf Kokosnuss“ ist ein Symptom, das zeigt, dass eine ganze Menge im Körper und in der Ernährung nicht in Ordnung ist. Auf keinen Fall würde ein Austausch irgendwelche Hilfe bringen. Ich empfehle, die Gesundheit ganzheitlich zu sehen und nicht ein einzelnes Symptom/Allergie herauszupicken.

      Wenn sich der Gesundheitszustand (meist des Darms) ändern, verschwinden Symptome genauso wie Allergien. 🙂

      Liebe Grüße
      Jutta

  2. Jutta

    Guten Tag liebe Frau Jutta Bruhn,

    mich macht es schon etwas stutzig wenn etwas dermassen in allen Medien gepriesen wird,
    die Erfahrung hat oft gezeigt dass irgendein Interesse dahinter steht … viele plappern ja dann nach was so gepriesen wird.

    Wie damals die Margarine, mit rein wirtschaftlichen Interessen dahinter und dabei sogar schädlich für die Gesundheit.
    Meine persönliche Erfahrung mit Kokosoel ist dass ich bei äusserlicher Verwendung auf der Haut davon Pickel und verstopfte Poren bekomme….warum auch immer … (man getraut es sich ja kaum sagen…)
    Ich hatte es aber in der Küche hin und wieder verwendet und bin jetzt wirklich unschlüssig mit all dem Für und Wider …

    • Jutta Bruhn

      Hallo Namensvetterin, man muss unterscheiden zwischen

      a) Werbung für Margarine: Das ist die Fettindustrie und es geht um gehärtetes Fett

      b) Werbung für Kokosöl: Das sind ökologische Kleinbetriebe und es geht um gesättigtes Fett

      Schwierig für uns Verbraucher, wenn wir nicht genau hinschauen. Es ist allerdings sehr leicht, sich verwirren zu lassen. 🙁

      Zur persönlichen Erfahrung: Wenn Kokosfett unangenehme Erscheinungen auf der Haut provoziert, ist das eine Entgiftungsreaktion, man nennt man das auch Heilkrise. Nicht das Kokosöl macht Pickel, sondern der Körper befreit sich über die Haut von Ablagerungen. Es wäre fatal zu denken, dass daran irgendetwas falsch ist. 🙂

      Liebe Grüße
      Jutta

  3. Annegret

    Liebe Frau Bruhn.
    Nachdem ich über längere Zeit sehr viel Kokosöl zu mir genommen habe, ist mein Cholesterin auf 276 hochgegangen und ich soll nun, nachdem ich mit Verdacht auf Schlaganfall im KH war, ein Medikament dagegen nehmen.
    Wie konnte mein Wert so explodieren? Ansonsten ernähre ich mich gesund.
    Herzlichen Dank für Ihre Antwort.
    Mit freundlichen Grüßen Annegret J.

    • Jutta Bruhn

      Hallo Annegret, hoher Cholesterin weist auf Schilddrüsenunterfunktion hin und hat nur sehr wenig mit der Ernährung zu tun. Hier steht mehr dazu: Was sagt uns hohes Cholesterin?.

      Schlaganfall hat nichts mit Fettkonsum zu tun (siehe Beiträge von Ulrike Gonder hier). Genau darum geht es ja in dem Beitrag zu Kokosfett oben. Die Kritik ist, dass Ärzte oft nichts über Ernährung wissen und veralteten Studien folgen.

      Die Aussage „ich ernähre mich gesund“ habe ich schon oft gehört. Wenn ich nachfrage, kommt meist heraus, dass viele Sachen gegessen werden, die bekanntermaßen krank machen. Speziell bei Herz-Kreislauf-Krankheiten gehören dazu Milchprodukte.

      Viele Grüße
      Jutta

Hast du eine Frage passend zum Beitrag dieser Seite?

Klicke hier und beachte bitte die Regeln.
Meine Antwort kommt per E-Mail.


*

© 2012- 2018 · Start · Newsletter · Impressum · Datenschutz · Top