Getreide einweichen – macht das Sinn?

Reis einweichen Immer wieder werde ich gefragt, ob es Sinn macht, Getreide vor dem Kochen einzuweichen.

Meine Antwort ist immer wieder ja, macht es.

Oft fragt man auch nach dem „Frischkornbrei“ aus der Vollwertkost. Ist der nun gesund?

Meine Antwort ist immer wieder nein, ist er nicht.

In erster Linie geht es beim Einweichen vom Getreide darum, dass der Inhaltsstoff Phytin im Wasser gelöst wird und weitgehend entfernt werden kann.

Worum geht es bei Phytin?

Erstens: Phytin hat in der Pflanze die Aufgabe sie zum Keimen zu bringen. Es schlummert in jedem Körnchen. Bei günstigen Umständen wird daraus ein Keimling, der wächst und die ganze Pflanze entstehen lässt.

So weit  so gut. Phytin ist also kein Zusatzstoff oder ähnliches, sondern ganz natürlich und normal für Pflanzen.

Für uns Menschen besteht ein Problem darin, dass wertvolle Mineralstoffe „geräubert“ werden. Genauer: Phytin bindet zweiwertige Ionen wie Zink, Eisen, Calcium oder Magnesium. Es macht diese Komplexe unlöslich, so dass der Körper sie nicht verwerten kann. Das ist das Hauptproblem.

Zweitens: Ein weiteres großes Problem macht das natürliche aber für uns böse Phytin, weil es mit den wichtigen Verdauungsenzymen reagiert. Das mindert den Wert der Nahrung.

Am schlimmsten: Vollkorn

Übrigens geht es dabei um das Vollkorn. Die Vertreter der Vollwertkost halten es für das beste und gesündeste Lebensmittel. Ist es aber nicht – jedenfalls nicht als Frischkornbrei oder Vollkornbrot.

Eine bessere weil bekömmlichere Variante für einen Brei zum Frühstück findest du hier.

Vollkorn ist deshalb nicht das Gesündeste, weil es dieses Phytin enthält. Es scheint ein Paradox zu sein, dass ausgerechnet das „volle Korn“ die Versorgung mit Zink gefährden kann.

Zum Beispiel enthält Weizen besonders viel Zink. Wenn aber Weizen nicht eingeweicht wird, könnte es zu Zinkmangel kommen. Ich hab gelesen, dass Forscher das bei Iranern und Ägyptern festgestellt haben, die nicht eingeweichten Getreidebrei und ungesäuerte Fladenbrote essen.

Auch Eisenmangel soll möglich sein. Das ist besonders ärgerlich für Leute mit Schilddrüsenunterfunktion, die oft mit Eisenmangel zu tun haben.

Noch eine Anmerkung: Müsli kann man nicht einweichen. Das ist einer der Gründe, warum ich dringend davon abrate. Ein anderer Grund ist die Müdigkeit nach einer Müslimahlzeit. Mehr dazu steht hier: Müde schon am Morgen – liegt’s am Müsli?

Alte Weisheiten zum Getreide

Getreide wird schon seit Urzeiten

  • eingeweicht oder
  • gekeimt oder
  • gesäuert

Interessant ist, dass jede von diesen 3 Methoden den Gehalt an Phytin mindert.

Zum Beispiel wurden vor 5000 Jahren die Körner für Brot erst gekeimt und dann gebacken. Es war das biblische Volk der Essener, die diese Technik anwandten. Deshalb der Name „Essener Brot“ für das super-bekömmliche Brot das wir heute haben. Versuche es mal! Achte aber drauf, dass keine Sonnenblumenkerne, Rosinen oder ähnliches enthalten sind. Das vermindert die leichte Bekömmlichkeit dieses fantastischen Brots, das nur noch selten zu bekommen ist.

So wird das Phytin minimiert

Erste Maßnahme:

  • Roggen-Sauerteigbrot sollte bevorzugt werden.
  • Reis, Hirse, Dinkel, Grünkern, Amaranth, Quinoa und andere Getreide sollten mindestens 8 Stunden in kaltem Wasser eingeweicht werden.

Das Einweichen reduziert den Phytingehalt um 90 Prozent. Wer noch mehr weghaben möchte, weicht das Getreide noch länger ein. (16 Stunden oder länger)

Das Einweichwasser wird weggeschüttet.

Ich weiß, Reis ist kein Getreide, aber man behandelt ihn ganz genauso. Deshalb kann man Reis, Amaranth, Quinoa oder Hirse einfach als Getreide bezeichnen, auch wenn es streng botanisch gesehen nicht stimmt. Hier geht es um Gesundheit und nicht um Spitzfindigkeiten, die nur Fachleute interessieren. 😉

Einzig Buchweizen habe ich noch nie eingeweicht. Manche tun das.

Zweite Maßnahme:
Nicht eingeweichte oder nicht gesäuerte Getreide sollten Ausnahmen sein. Nicht so oft gibt es deswegen:

  • Knäckebrot
  • Reiswaffeln
  • Nudeln (bring das mal den Kindern bei! 😉 )
  • Zwieback
  • Hefebrot
  • Brot mit Backferment

und was es sonst noch für Backerzeugnisse gibt.

Getreide einweichen

Durch das stundenlange Einweichen in kaltem Wasser wird ein großer Teil der Phytinsäure gelöst. Vor allem aber wird das Getreide durch Einweichen wesentlich leichter bekömmlicher. Eine Teilnehmerin aus meinem Online-Selbstlernkurs sagt:

„Nachdem ich jahrzehntelang Vollwertkost gegessen hatte, war das eingeweichte Getreide von der Bekömmlichkeit her ein Unterschied wie Tag und Nacht.“

Nach dem Einweichen spült man das Getreide gründlich in einem Sieb unter fließendem Wasser ab. Danach wird es mit frischem Wasser gekocht.

Außer Buchweizen werden alle Getreidesorten eingeweicht. Die Einweichzeit kann variieren:

  • mindestens 8 Stunden
  • am einfachsten über Nacht
  • oder bis zu 2-3 Tage

Die lange Einweichzeit von mehreren Tagen kann nötig sein, wenn das Getreide allgemein nicht so gut vertragen wird. Damit ist gemeint, dass es

  • Völlegefühl
  • oder Aufstoßen
  • oder Blähungen

geben kann. Das mag zum einen daran liegen, dass das Getreide nicht gut genug gekaut worden ist, möglich ist aber auch, dass Getreide nicht lange genug eingeweicht wurde. Auch kann eine Enzymschwäche des Verdauungsapparats der Hintergrund sein.

Probiere am besten aus, was für dich und deine Familie bekömmlich ist.

Falls dich die Frage bewegt, ob die guten Inhaltsstoffe des Getreides erhalten bleiben, dann kann ich dich beruhigen. Gemüse, Obst und Salat liefern reichlich Vitamine und andere Nährstoffe.

Quelle für mehr Infos:

Es gibt noch mehr und andere Nachteile von Phytin. Wer Genaueres wissen will, findet Infos bei dem Lebensmittelchemiker Udo Pollmer.

Kochen bei Hashimoto und Schilddrüsenproblemen

Makrobiotische HeilkuecheRezepte aus der Makrobiotischen Heilküche sind richtig, wenn man diese Ziele erreichen will:

  • nicht mehr frieren und müde sein
  • Allergien und Unverträglichkeiten loswerden
  • Depressionen und Angst verlieren
  • besser schlafen
  • Gewicht regulieren
  • ohne Verdauungsbeschwerden leben

"Motivationslevel: sehr hoch, denn schon die letzten Tage an denen ich nur teilweise nach dem Programm gegessen hatte, hatte ich kaum noch Darm-Probleme."

 

"Ich bin begeistert wie schnell die Gerichte zuzubereiten sind und wie lecker sie sind. Das ist super klasse, weil man es so auch zu stressigen, beruflichen Zeiten beibehalten kann. Das ist sonst oft ein KO-Kriterium für mich."

65 Kommentare

  1. Ellena

    Liebe Frau Bruhn

    ich schätze ihre Website hier sehr.
    ich habe beim Einweichen von Dinkelkörnern heute bemerkt, dass paar Dinkelkörner oben im Wasser schwimmen. Ich hatte sie über Nacht in einer Porzellanschüssel eingeweicht.
    Warum schwimmen einzelne Dinkelkörner oben? Sind die dann eher ungenießbar?

    Viele Grüße aus Heidelberg
    Ellena

    • Jutta Bruhn

      Hallo Ellena,

      abgesehen davon, dass Dinkel sich nicht wirklich für die Gesundheitsküche eignet (Reis ist besser): Wenn Körner oben schwimmen sind sie sehr yin, vielleicht weil sie älter sind und Kraft (Chi) verloren haben. Man nimmt sie raus.

      Liebe Grüße
      Jutta

  2. Melanie Lux

    Hallo Frau Bruhn, ich bin auf Ihre Seite gestoßen und durchlese sie seitdem. Ich habe erst vor kurzem angefangen mich über Hashimoto und unterfunktion der Schilddrüse zu informieren. Mir qualmt der Kopf langsam. Ich mag Hirse und vor ihren Beitrag habe ich oft gelesen das Hirse absolut gemieden werden sollte, wie auch dinkel etc. Lese ich richtig , wenn ich einweiche ist es für mich bekömmlich und ebenso Hülsenfrüchte wenn diese auch lange gekocht wurden? Kohl hab ich gelesen das es fermentiert werden sollte. Was mir zum Glück schmeckt. Ich danke Ihnen für Ihre Antwort und tolle Seiten.

    • Jutta Bruhn

      Hallo Melanie, ich weiß nicht, was deine Frage ist.

      das kannst du tun:

      1. lesen auf meiner Webseite 
      2. Kochen nach den Ebooks
      3. Teilnehmen am Onlinekurs

      Liebe Grüße
      Jutta

  3. Beata

    Hallo Frau Bruhn,
    vielen Dank für Ihre Information. Ich koche meistens Vollkornreis und weiche ihn über Nacht ein. Wenn ich mal doch Milchreis koche, weicht man (ist es von Vorteil? (z.B. wg. der Bekömmlichkeit)) auch Milchreis im Wasser über Nacht ein? Bisher habe ich immer nur Vollkornreis und anderes Getreide eingeweicht…

    • Jutta Bruhn

      Hallo Beata, es ist nicht nötig, das Produkt „Milchreis“ zu kaufen. Rundkornreis ist der bessere Reis. Den gibt es allerdings nicht im Supermarkt, sondern im Bioladen.

      LG Jutta

  4. Frank

    Guten Tag Frau Bruhn
    ich habe Dinkelkorn nun 2 Tage eingeweicht.
    Kann ich das Korn jetzt auch roh verzehren oder sollte ich es besser kochen und wenn ja, wie lange ?
    Beste Grüße von und nach Berlin
    Frank Brockhoff

    • Jutta Bruhn

      Hallo Frank, Vögel haben den richtigen Magen für rohe Körner, wir Menschen nicht. Bitte kochen!

      Herzliche Grüße aus Berlin
      Jutta

  5. Robert

    Hallo,

    wie weicht man am besten ein? Ich habe bislang das entsprechende Lebensmittel in einen Topf gegebenen, mit Wasser bedeckt und in der Küche mit offenem Deckel stehen gelassen.
    Macht man den Topf besser zu? Ist das Aufbewahren im Kühlschrank sinnvoller?

    Seit einiger Zeit habe ich hin und wieder Kornkäfer in der Wohnung. Ich glaube sie kommen vom Quinoa, denn Getreide lagere ich nicht. Andere Samen sind sehr gut verschlossen.
    Im Wassertopf sind einige Körner nur knapp unter der Oberfläche. Ist das ein Zeichen, dass diese Körner kontaminiert sind?

    • Jutta Bruhn

      Hallo Robert, einweichen würde ich in einer Porzellanschüssel.

      In einem Topf aus Metall beläßt man keine Nahrungsmittel länger als notwendig, weil immer ganz wenig von dem Metall in das Essen übergeht.

      Herzliche Grüße aus Berlin, Jutta

  6. Heike

    Danke für die Antwort. Also VOR dem Einweichen heiß waschen? In Ihrem Rezeptbuch steht:
    Hirse mindestens 8 Stunden in kaltem Wasser einweichen. ???? Der Schaum hatte sich ja durch das zu lange Einweichen gebildet. Sonst ist mir das bisher nie passiert.
    Freundlichen Gruß, Heike

    • Jutta Bruhn

      Hallo Heike, herzlichen Dank für den Hinweis. Das ist egal, man kann die Hirse vor oder nach dem Einweichen heiß spülen. Sinnvoll ist vorher. Ich selbst mache das nicht, weil mich der Schaum nicht weiter stört. Der wird beim letzten „Spülgang“ abgespült.

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta

      • Paul

        Phytase wird bei Tempearaturen über ca. 40°C zerstört, kann daher nachher nicht mehr die Phytinsäure neutralisieren. Die Phytinsäure baut sich nicht allein und aus Spaß ab. Die häufig genannten Einweichzeiten sind viel zu kurz, einweichen plus säuern ist natürlich sinnvoll und in Mais sind ebenfalls erhebliche Mengen Phytinsäure enthalten. Da besteht noch reichlich Nachholbedarf, auch bei Frau Bruhn.

        • Jutta Bruhn

          Hallo Paul,

          danke, ich hab schon viel dazu gelernt in meinem Leben und bin für neue Tipps immer dankbar! Allerdings freue ich mich, wenn diese Tipps freundlich rüber gebracht werden mit Anrede und Gruß.

          Hier auf dem Blog gibt es natürlich nur Grundinfos. Im Onlinekurs arbeiten wir mit Einweichzeiten von 2-4 Tagen.

          Wenn du Mais als Getreide verwendest, bist du wohl im amerikanischen Kochen unterwegs. Bei uns wird Mais als Gemüse gegessen und muss nicht eingeweicht werden bei den geringen Mengen.

          Viele Grüße aus Berlin
          Jutta

  7. Thomas

    Hallo Frau Bruhn,

    ich backe zweimal wöchentlich Roggenvollkornbrot mit selbst geführtem Sauerteig. Dazu mahle ich Roggen und füge eine entsprechende Menge Wasser hinzu, um das Mehl darin einzuweichen und quellen zu lassen.

    Zwei Stunden später gebe ich den Sauerteig und eventuell ein paar Körner und Nüsse hinzu, und fange an, das Ganze gehen zu lassen.

    Wiederum 2 Stunden später wird es dann gebacken.

    Denken Sie, dass es bei dieser Prozedur noch nötig ist, den Roggen vorher einzuweichen?

    Vielen Dank.

    • Jutta Bruhn

      Hallo Thomas, nein, den Roggen muss man nicht einweichen, weil der Prozeß beim Sauerteigbacken das Phytin abbaut.

      Deswegen heißt es: Entweder Getreide einweichen oder Sauerteigbrot essen.

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta

  8. Reiner

    Hallo,

    ich darf zu den obigen Informationen über Phytin noch eine Gegendarstellung anfügen:

    http://schrotundkorn.de/ernaehrung/lesen/sk0204e3.html

    Tja, — ja, ja, der Laie hats wirklich nicht leicht, —- wie soll er sich nur in diesem Informations-Dschungel zurecht finden, wenn jede Woche eine andere Sau durchs Dorf getrieben wird? Die Materie ist viel komplexer und es ist eben nicht damit getan, dass man einzelne Aspekte heraus greift und in den Fokus stellt. Zum Trost: Auch unsere Wissenschaftler sind noch lange nicht am Ende der Erkenntnis angelangt.

    • Jutta Bruhn

      Hallo Reiner, danke für den Hinweis!

      Es ist in Fachkreisen lange bekannt, dass Vertreter der Vollwertkost die gegenteilige Meinung zum Phytin vertreten. Sie können ja auch nichts anderes sagen, weil sonst ihre Theorie mit dem Gertreidebrei kippen würde. 😉

      Nein, mit Wissenschaft kommt man da auch nicht weiter, stimmt. So oft schon haben sich Theorien in das Gegenteil verkehrt. Der „Halbzeitwert“ von medizinischen Erkenntnissen beträgt etwa drei Jahre. 🙁

      Ich sehe das mit dem „Laien“ ein wenig anders. Zwar steht man vor der Qual der Wahl, das ist richtig. Aber wenn man sich klar ernährt, hat man auch eine klare innere Stimme (Bauchgefühl) als Richtschnur.

      Da bleibe ich lieber bei der Traditon, die viele Jahrhunderte lang geklappt hat. Und damals wurde Getreide eingeweicht, auch wenn niemand wußte, was Phytinsäure ist. 🙂

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

  9. Kinga

    Ich möchte fragen, ob Sonnenblumenkerne, Rosinen o.ä. auch giftige Stoffe enthalten die vorerst eingeweicht oder sonstwie behandelt werden müssen?

    Danke

    • Jutta Bruhn

      Hallo Kinga, die Stoffe sind zwar nicht giftig, aber wenn man häufig Kerne und Nüsse isst, sollte man die mit etwas Salz einweichen. Rosinen würde ich auf jeden Fall einweichen, damit der Zucker entweichen kann. siehe hier

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

  10. Lina

    Guten Tag Frau Bruhn
    sollte man Amaranth (schwarzer Perl Amaranth) auch einweichen. Habe gelesen dass es ein Pseudogetreide ist, was auch immer das bedeutet.
    Vielen Dank!

    • Jutta Bruhn

      Hallo Lina, Amanranth und andere Gräser würde ich genauso wie Getreide einweichen.

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

  11. Ingrid

    Liebe Frau Bruhn,

    bzgl. des Einweichens von Dinkelreis hätte ich einige Fragen an Sie. Die im Vollkorn enthaltenen b – Vitamine, die wir ja alle notwendig brauchen, allen voran das Viitamin b 12, sind ja allesamt wasserlöslich, werden also im Einweichwasser gelöst. Wechsle ich dieses Wasser innerhalb der 24 Stunden Einweichzeit einige Male, so schütte ich doch diese wertvollen Vitamine weg. Dann hat doch auch dieser Vollwertreis nicht mehr Wert als jeder einfache polierte Reis.
    Für Ihre Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ingrid

    • Jutta Bruhn

      Hallo Ingrid, keine Sorge, die wertvollen Inhaltsstoffe gehen nicht wirklich verloren. Bei den B-Vitaminen geht es auch viel eher darum, Zucker und Weißmehlprodukte zu meiden.

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

  12. Tom

    Hallo Frau Bruhn,

    eine Frage hätte ich wegen dem Phytin.
    Ist es notwendig Amarant vorher einzuweichen und zu spülen,
    wenn ich das Amaranth puffen möchte?

    VG
    Tom

  13. Paula

    Jetzt bin ich paff…deshalb habe ich immer Nährstoffmängel…aber einweichen gut…verstehe ich jetzt aber warum rät Frau Bruhn von Sprossen ab wenn die so nährstoffreich sind…komisch…
    Und wo finde ich von all den getreiden, samen und nüssen die einweichzeit? lg

    • Jutta Bruhn

      Hallo Paula, nein, tut mir leid, das hast du falsch verstanden. Nährstoffmängel entstehen aus verschiedenen Ursachen. Das mit dem Einweichen von Getreide ist nur ein winziger weiterer Schritt dazu.

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

  14. Reiß, Michaela

    Hallo,
    ich bin auf den Eintrag „Getreide einweichen“ gestossen, den ich sehr interessant finde.
    Frage: ich habe zu Hause einen Geteideflocker, mit dem ich mein Getreide für mein Müsli quetscche.
    Soll das ganze Korn (also vor dem quetschen) eingeweicht werden oder das bereits geflockte?

    Ich freue mich auf Ihre Antwort und bin gespannt.
    Vielen Dank!

    • Jutta Bruhn

      Hallo Michaela, da Getreide in Flocken nicht unbedingt zu meinen Empfehlungen gehören (jedenfalls nicht so oft), kann ich das nicht sagen. Am besten wäre das Einweichen des ganzen Korns. Aber ich weiß nicht, ob man es dann auch noch flocken kann?

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

  15. Anita

    Hallo Frau Bruhn,
    Sie schreiben Buchweizen wäre kein Getreide und müsse nicht eingeweicht werden.
    Wiederum lese ich in manchen Websites , dass man Buchweizen einweichen sollte.
    Ich esse gern abends einen Pfannkuchen aus selbst gemahlenen Buchweizen und belege ihn z.B. mit Avocado. Wozu raten Sie mir? Einweichen oder nicht? Muss selbst gemahlener Sesam auch eingeweicht werden?
    Vielen Dank für die vielen Tipps !
    Liebe Grüße
    Anita Braun

    • Jutta Bruhn

      Hallo Anita, weil Buchweizen kein Getreide ist, muss man ihn wirklich nicht einweichen. Man kann alles übertreiben! 🙂

      Aber wenn man ihn vor dem Kochen in der Pfanne leicht röstet, schmeckt er noch besser.

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

      • Janika

        Hallo Jutta,

        meines Wissens nach enthält auch Buchweizen eine nicht zu verachtende Menge an Phytinsäure, sollte daher einige Stunden eingeweicht werden.

        LG Janika

        • Jutta Bruhn

          Hallo Janika, soweit mir bekannt, sind „ein paar Stunden“ nicht ausreichend. Buchweizen soll aber nach der notwendigen Einweichzeit von 8 Stunden matschig sein. (ehrlich gesagt habe ich das noch nicht ausprobiert 🙂 ).

          Der Punkt ist aber der: Buchweizen isst man eher selten, vor allem jetzt im Sommer. Deshalb spielt es wirklich keine Rolle, wie viel Phytin enthalten ist. Darauf achten sollte man eher bei Getreiden, die man täglich und in größeren Mengen zu sich nimmt.

          Viele Grüße aus Berlin
          Jutta Bruhn

  16. Julia

    Liebe Frau Bruhn,

    vielen Dank für die hilfreichen Artikel. Wie sieht es mit Couscous beim Thema Einweichen aus? Und was halten Sie allgemein von Couscous, würden Sie empfehlen eher auf Couscous aus dem vollen Korn umzusteigen oder es ganz zu meiden?

    Liebe Grüße aus Trier! Julia

    • Jutta Bruhn

      Hallo Julia, Couscous ist aus Hartweizen. Entweder isst man den sowieso nur sehr selten, oder man lässt ihn lieber ganz weg wegen des Glutens.

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

  17. Anja Bolanz

    Guten Abend,
    ich hätte da noch eine wesentliche Frage… Sie raten vom Frischkornmüsli ab. Dieses wird ja eingeweicht. Wenn das Wasser nun abgegossen wird am nächsten Morgen, dann wäre doch soweit alles ok, oder? Warum empfehlen Sie an anderer Stelle, Getreide nicht roh zu verzehren?
    Besten Dank
    A. Bolanz

    • Jutta Bruhn

      Hallo Anja, Getreide roh zu essen ist eine Theorie, die Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden ist, nachdem man festgestellt hat, dass Ratten damit gut klar kommen. Wir Menschen nicht. 😉

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta

  18. Lisa

    Hallo Frau Bruhn,
    muss man denn denn Vollkornreis vor dem Kochen einweichen? oder verschwindet
    das Phytin durch das Kochen sowiso?
    VG Lisa

    • Jutta Bruhn

      Hallo Lisa, ich dachte, das steht in dem Beitrag hier oben?

      Ja, ca. 8 Stunden einweichen. Nein, Phytin verschwindet nicht durch Kochen.

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

  19. sanna

    Hallo Frau Bruhn,

    ist es nicht so, dass durch die Phytase die in`s Einweichwasser übergegangene Phytinsäure ABGEBAUT, wird, also VERSCHWINDET? Dann könnte man doch das Einweichwasser mitverwenden, oder?

    Viele Grüße
    Sanna

    • Jutta Bruhn

      Hallo Sanna, abgebaut heißt doch gerade, dass es aus der Pflanze raus ins Wasser gegangen ist. Es gibt nicht einen einzigen Grund, abgestandenes Wasser zu verwenden. 🙂

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

  20. Elena

    Hallo Frau Bruhn

    Habe Ihren Artikel gelesen und finde ihn sehr interessant. Ich esse morgens oft Joghurt / Topfen mit Leinsamen, die ich am Vorabend selber schrote und dann einweiche. Die Samen quellen und entsteht sowas wie ein „Schleim“. Ist in diesem Schleim Phytin enthalten, und wenn ja, wie kann ich das losweden? Wegschütten ist ja kaum möglich…
    Danke im Voraus und lg Elena

    • Jutta Bruhn

      Hallo Elena, Sie merken selbst, dass diese Art der Ernährung problematisch ist. Diese Art von Frühstück kann ich gar nicht empfehlen und rate dringend davon ab.

      Vor allem Joghurt schon am Morgen hat kühlende Wirkung auf den Körper. Das Gegenteil wird gebraucht: Warmes Frühstück. Mehr dazu hier.

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

  21. Christin

    Liebe Frau Bruhn,

    vielen Dank für Ihre Tipps, die ich gerade entdeckt habe. Ich habe zum Einweichen ein paar Fragen:

    1. Habe mal gelesen, dass man zum Einweichwasser immer etwas Probiotisches (Kefir, Yoghurt, Brottrunk oder ähnliches) hinzugeben sollte. Ich erinnere mich nicht genau an den Grund, aber es hatte auch mit dem Abbau der Phytinsäure und der besseren Verdaulichkeit zu tun. Würden Sie das auch empfehlen?

    2. Was empfehlen Sie als nicht aufwändiges Frühstück für die ganze Familie? Hatte bisher gelesen, dass das gute alte „Oatmeal“ eine gute Lösung sei, auch vor dem Kochen über Nacht eingeweicht. Aber wie Sie schon schreiben, kann man das Einweichwasser dann schwerlich wegschütten.

    3. Wenn ich Reis bisher eingeweicht habe, dann wurde er danach sehr breiig und brannte mir beim Kochen schon fast an. Habe ich da etwas falsch gemacht oder ist das normal? Ich habe Naturreis aus dem Bioladen benutzt.

    Vielen Dank im Voraus und freundliche Grüße!
    Christin

    • Jutta Bruhn

      Hallo Christin,

      1. Säure hilft dabei, dass der Prozess schneller läuft.
      2. zum Frühstück empfehle ich keine Theorie, sondern ein traditionelles Frühstück
      3. das liegt an der Reissorte. Ich empfehle Bio-Rundkornreis (Spitzenreis) z.B. von der Fa. Davert

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

  22. Johanna

    Hallo Frau Bruhn,

    sollte man bei längeren Einweichzeiten das Einweichwasser wechseln?

    Grüße
    Johanna

  23. Ines

    Hallo liebe Frau Bruhn. Ich habe Ihren Artikel über das Einweichen wegen Phytinsäure mit Interesse gelesen und möchte mich daran halten. Wir essen jeden Morgen ein Müsli mit selbstgepreßtem Hafer, den ich am Vorabend presse und einweiche. Den Flockenbrei verwende ich morgens. Macht es Sinn vor dem Verwenden abzusieben und durchzuspülen? Wären fertige Flocken aus dem Reformhaus besser?
    Für die Antwort vielen Dank im Voraus. Ines

    • Jutta Bruhn

      Hallo Ines,

      ich rate davon ab, oft oder sogar täglich Getreideflocken zu essen. Eben weil man Flocken nicht einweichen kann und das Phytin enthalten bleibt. (das Einweichwasser muss weggeschüttet werden, das geht nicht bei Flocken)

      Vor allem Haferflocken können schnell zu Zinkmangel führen, das habe ich schon oft erlebt.

      Wieso kommen Sie nicht weg von dieser Art der Ernährung, die sehr unnatürlich ist? Getreide sollte gekocht gegessen werden.

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

    • Claudia

      Ich esse seit Jahren ungekochte Haferflocken, nur gelockt, und habe keinen Zinkmangel oder sonstigen Mineralstoffmangel. Habe letztens einen Vollbluttest gemacht.

      • Jutta Bruhn

        wie schön! Nur gilt das leider nicht für alle Menschen. Man sollte sich hüten von sich selbst auf alle anderen zu schließen. 🙁

  24. David

    Welchen Behaelter, welches Material sollte man nehmen in dem das Reis ueber nacht sein wird?

  25. Isa

    Wie ist es bei Quinoa, sollte dieses auch eingeweicht werden oder reicht dort das übliche gründliche waschen?

  26. Robert

    Wenn ich Mandeln oder Kürbiskerne einweiche, dann sind diese nach dem Abschütten des Einweichwassers und anschließendem Abspülen natürlich feucht. Kann sie dennoch eine gewisse Zeit lagern? Durch den Luftsauerstoff gehen ja leider wichtige Inhaltsstoffe verloren, insbesondere Fette.

    Macht es auch Sinn, Linsen einzuweichen? Ich musste feststellen, dass sich Linsen mit Wasser vollsaugen und kaum Einweichwasser übrig bleibt, das abgeschüttet werden könnte.

    • Jutta Bruhn

      Hallo Robert, die Nüsse kann man im Backofen leicht rösten (darren). Siehe hier.

      Natürlich macht es Sinn, Linsen und Bohnen einzuweichen, es ist sogar wichtig, damit die Abwehrstoffe ausgeschwemmt werden. Die Schüssel muss voll mit Wasser sein. Das wird weggeschüttet.

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

  27. margit

    liebe Frau Bruhn,
    bin auf ihrer seite „ganz neu“. möchte aber doch gleich meinen dank aussprechen ! SOFORT habe ich mich dahintergesetzt um in WIEN ein Essenerbrot zu bekommen. Firma Mauracher erzeugt es. also bekomme ich es schon diese Woche. Natürlich muß ich schauen, WIE mein Verdauungstrakt das alles verkraftet.(habe noch eine restschilddrüse, 53kg, 1.60klein) nehme nach wie vor 1/2 tbl euthyrox von 100). Aber mein PROBLEM IST chron.gastritis und sehr empfindlichen darm/Blähungen……….. bin sehr froh, daß ich SIE kennengelernt habe und freue mich weiterhin auf ihre beiträge -bin zwar schon 73jahre, aber es ist nie zu spät sich positiv „umzukrempeln“ !!!
    liebe grüße aus dem zurzeit regnerischen Wien
    Margit

  28. Sigrid-Anne

    Liebe Jutta,

    endlich lese ich mal etwas in Richtung ‚Anti-Nährstoffe‘, über die ich zuerst von einer brasilianischen Bekannten gehört habe – darüber gibt es nicht mal einen deutschen Wikipedia-Eintrag: Lektine, Phytinsäure und Gluten.

    Ich lese deine Beiträge immer mit Spannung und mache schon einiges anders, da ich in Sachen Schilddrüse betroffen bin.

    Freundliche Grüße

  29. Kathrin

    Liebe Frau Bruhn

    Küribiskerne, Baumnüsse u.a. haben auch Phytin, müssten doch auch eingeweicht werden. Die Kürbiskerne danach mit Kräutersalz trockengeröstet schmecken auch viel besser.

    Liebe Grüsse – K.

    • Jutta Bruhn

      Hallo,

      ja das stimmt, Nüsse, Mandeln und Kerne müssen genauso eingeweicht werden. Zitat:

      „Das Enzym Phytase neutralisiert Phytinsäure. Phytase steckt in unterschiedlichen Mengen auch in Pflanzen, in denen Phytinsäure enthalten ist. Um davon zu profitieren ist es nötig, Getreide, Nüsse und Hülsenfrüchte vor dem Verzehr einzuweichen. Auf diese Weise kann in einigen dieser Produkte ein Teil der Phytinsäure neutralisiert werden. Auch Wiederkäuer wie Rinder, Schafe und Ziegen verfügen in ihren Mägen über Phytase, um Phytinsäure unschädlich zu machen. Menschen verfügen von Natur aus nur über begrenzte Mengen Phytase.“ Weiterlesen bei Urgeschmack: Was ist Phytinsäure?

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

  30. Sigrun

    Liebe Jutta Bruhn,

    herzlichen Dank für die hilfreichen Artikel; ich lese sie schon seit einer ganzen Weile.
    Heute meine Frage betreffend Phytin: wie sieht es dann bei Reis- oder anderen Keimen aus, von denen oft angeraten wird, sie z.B. über Salat zu streuen? Das Phytin dürfte darin konzentriert enthalten sein, ja?

    Einen herzlichen Gruss aus dem Süden Frankreichs mit viel Sonne,
    Sigrun

    • Jutta Bruhn

      Hallo Sigrun,

      Phytin ist im Samen, als Keimling dürfte es nicht mehr enthalten sein. Trotzdem gehören Sprossen nicht zu meinen Empfehlungen. Das Thema ist EHEC, Salmonellen und andere Belastungen durch Fraßfeinde der Pflanze. Besonders immungeschwächten Personen wird vom Verzehr abgeraten.

      Viele Grüße aus dem ebenfalls sonnigen aber sehr kalten Berlin
      Jutta Bruhn

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