Warum Sie Nüsse und Mandeln einweichen sollten

NuessetrocknenNüsse und Mandeln sind was Feines zum Knabbern am Abend. Nur wenige wissen, dass man sie nicht einfach so aus der Schale essen sollte.

Nüsse und Mandeln sollten für etwa acht Stunden in kaltem Wasser eingeweicht werden. In das Wasser gibt man einen Teelöffel Salz dazu. Wozu der Aufwand?

Ganz einfach: Das Einweichen hilft der Bauchspeicheldrüse. Denn die ist in Unterfunktion, wenn die Schilddrüse in Unterfunktion ist. Das heißt:

  • bei Unterfunktion produziert die Bauchspeicheldrüse zu wenig Bauch-Speichel
  • das verursacht Beschwerden bei der Verdauung

Und schon ist man einer der Hauptbeschwerden bei Schilddrüsenunterfunktion auf der Spur: Verdauungsbeschwerden.

Natürlich ist das mit der Bauchspeicheldrüse nicht alles. Aber es ist ein kleines Teil vom Puzzle, wenn es darum geht, der Verdauung zu helfen und sich besser zu fühlen. Deshalb:

Nüsse und Mandeln nicht einfach so knabbern

Man sollte Nüsse und Mandeln und auch Samen und Kerne möglichst immer vor dem Verzehr gründlich gewässert haben.

Das heißt, man gibt sie in eine Schüssel mit reichlich kaltem Wasser, so dass sie bedeckt sind. Dazu gibt man die Menge von etwa 1 TL Salz. Das muss nicht so ganz genau sein, es kommt auch drauf an, wie viel Nüsse eingeweicht werden.

Wichtig ist dieses Vorbereiten, weil bei dem Einweichvorgang sich Stoffe lösen, die sonst die Tätigkeit der Enzyme der Bauchspeicheldrüse behindern könnten.

Um welche Stoffe geht es dabei?

Abgebaut werden Stoffe wie

  • Phytinsäure
  • Tannine
  • Enzyminhibitoren

aufgebaut werden Stoffe wie

  • nützliche Enzyme
  • Vitamine

neutralisiert werden

  • Giftstoffe

Was wird eingeweicht?

Einweichen sollte man:

  • Haselnüsse
  • Kürbiskerne
  • Mandeln
  • Paranüsse
  • Sesamsamen
  • Sonnenblumenkerne
  • Walnüsse

und andere.

Nicht eingeweicht werden

  • Erdnüsse
  • Macadamianüsse.

und natürlich nicht

  • Mandelmus
  • Nussmus
  • Sesampaste (Tahin)

Nüsse und Mandeln trocknen

Nach dem Einweichen werden die Nüsse und Mandeln im Sieb unter fließendem Wasser gut abgespült. Man kann man sie dann einfach nass essen oder weiter verwenden zum Backen etc.

NüsseBesonders lecker werden die Nüsse, wenn sie bei ganz niedriger Temperatur im Backofen getrocknet werden. Dieser Vorgang heißt „darren“.

Genauso gut kann man sie in der Pfanne trocknen/darren. Dabei sollten sie nur vorsichtig und langsam bei niedrigster Temperatur geröstet werden, damit keine Röststoffe entstehen.

Die fertigen Nüsse, Mandeln oder Kerne bewahrt man offen oder in einem nicht fest schließenden Gefäß auf.

Sollen sie verschlossen aufbewahrt werden, müssen sie sehr gut getrocknet sein, damit kein Schimmel entsteht.

Grundrezept für Nüsse, Mandeln und Kerne

lässt sich vorbereiten

Tipp: Zeitsparend bereitet man gleich die Menge zu, die für die ganze Woche gebraucht wird.

  • 2 Tassen Nüsse, Mandeln oder Kerne
  • 1 Teelöffel Salz
  1. Nüsse, Mandeln oder Kerne für mindestens 8 Stunden oder über Nacht in Salzwasser einweichen.
  2. Einweichwasser wegschütten, gründlich unter fließendem Wasser im Sieb abspülen.

Die Nüsse, Mandeln oder Kerne können einfach nass gegessen werden.

Noch leckerer sind sie leicht geröstet:

  • Die nassen Nüsse, Mandeln oder Kerne in einer Pfanne ohne Fett auf niedrigster Stufe unter ständigem Rühren ganz sanft rösten bis sie leicht gebräunt sind.

o d e r

  • Die nassen Nüsse, Mandeln oder Kerne auf Backpapier auf einem Backblech verteilen und bei ganz niedriger Temperatur trocknen (darren) lassen.
Kochen bei Schilddrüsenproblemen

Makrobiotische HeilkuecheRezepte aus der Makrobiotischen Heilküche sind richtig, wenn man diese Ziele erreichen will:

  • nicht mehr frieren und müde sein
  • Allergien und Unverträglichkeiten loswerden
  • Depressionen und Angst verlieren
  • besser schlafen
  • Gewicht regulieren
  • ohne Verdauungsbeschwerden leben

"Motivationslevel: sehr hoch, denn schon die letzten Tage an denen ich nur teilweise nach dem Programm gegessen hatte, hatte ich kaum noch Darm-Probleme."

 

"Ich bin begeistert wie schnell die Gerichte zuzubereiten sind und wie lecker sie sind. Das ist super klasse, weil man es so auch zu stressigen, beruflichen Zeiten beibehalten kann. Das ist sonst oft ein KO-Kriterium für mich."

Die Autorin: Mein Name ist Jutta Bruhn. Ich bin Heilpraktikerin und wohne in Berlin. Hier auf der Webseite schreibe ich zur Ernährung bei Schilddrüsenproblemen.

30 Kommentare

    • Jutta Bruhn

      … wegen der sogenannten „Anti-Nährstoffe“. Hier geht es darum, dass die Bauchspeicheldrüse behindert werden könnte, wenn bestimmte Stoffe verbleiben. Salz hilft beim Auslösen.

      Herzliche Grüße aus Berlin, Jutta Bruhn

  1. Daniela

    Wenn ich Walnüsse selber knacke, sind das meist nur noch Brösel. Kann ich die auch noch einweichen oder geht das nur mit ganzen Nüssen?

  2. Jan T

    Hallo Frau Bruhn,
    eine kleine Frage. Unser kleiner (2Jahre) hat schon immer wenig Gewicht gehabt, das hat bei uns dazu geführt, dass wir auf seine Ernährung (vorallendingen Kalorien) achten.

    Er bekommt täglich 300ml Hafermilch. Mir ist der Zucker der durch die Fermentation entsteht bekannt, finde ich aber nicht weiter schlimm. Gibt es dabei etwas zu beanstanden, da Hafer eigentlich nur ein Pseudogetreide sein soll und mir keine gravierenden negative Eigenschaften bekannt sind?

    Mein Sohn und ich essen viel Hafer.

    Viele Dank
    Jan

    • Jutta Bruhn

      Hallo Jan, ich würde die Ernährung nicht so theoretisch angehen. Der wesentlich gesündere Weg ist die Orientierung an der Tradition.

      Dazu gehörte auf keinen Fall das Zählen von Kalorien. Das kann eine böse Falle sein, denn weder ist bekannt, wie viel Kalorien jemand braucht noch gibt es verläßliche Normen. Nachlesen kann man das im Buch „Krank durch gesunde Ernährung“ von Udo Pollmer, das ich sehr empfehlen kann.

      Ganz dringend abraten möchte ich davon, viel Hafer zu essen. Aus meiner langjährigen Erfahrung weiß ich, dass Hafer ziemlich schnell und sicher in den Zinkmangel führt. Wird der Hafer weggelassen, können sich die Speicher wieder füllen. Bei Zinkmangel ist das Immunsystem geschwächt.

      Getreidemilch (jeder Art) kann schnell die Bauchspeicheldrüse überfordern. Daraus kann im ungünstigen Fall Diabetes entstehen. Bei Kindern macht sich das erst später bemerkbar.

      Mir tut es immer leid, wenn mit Kindern Experimente mit der Ernährung gemacht werden. Kinder brauchen abwechslungsreiche Kost mit Eiweißquellen wie Fisch und Eiern und zwar gleich zum Frühstück.

      Ein Haferbrei kann eine nette Abwechslung sein und wird begleitend zur Gemüsesuppe mit Eiweiß (Fisch, Ei, Hülsenfrüchte) gegessen.

      HG Jutta Bruhn

  3. Christian

    Hallo, verstehe ich das richtig, das beim Einweichen der Sonnbeblumenkerne bzw. der Keimprozess eingeleitet wird die Histamin Bausteine „restlos“ ausgeschwemmt werden? Somit also keinerlei MAO gebraucht werden um diese zu blocken und es zu keiner Histaminintolleranz kommen kann?

    Gruß,
    Christian

    • Jutta Bruhn

      Hallo Christian, nein, so einfach ist das leider nicht. 🙁

      Beim Histamin geht es nicht nur darum, ob es in einem Nahrungsmittel enthalten ist. Es gibt 3 verschiedene Formen von Histaminintoleranz. Man kann entweder zu viel Histamin zu sich nehmen oder auf die histaminproduzierenden Bakterien im Darm reagieren oder es findet ein zu geringer Abbau von Histamin im Körper statt.

      Deshalb nutzt es nicht viel, einfach nur Histamin auszuschließen. Weil die Ursache im Darm zu finden ist, sollte man ganzheitlich über die komplette Ernährung an das Thema rangehen.

      Herzliche Grüße aus Berlin, Jutta

  4. Gerrit

    Kann man alle Samen und Nüsse zusammen in einer einzigen Schüssel einweichen oder empfiehlt es sich, mehrere Schüsseln und getrenntes Wasser zu benutzen?

  5. Heidrun

    Hallo Frau Bruhn,

    zuerst einmal vielen Dank für Ihre Seite.

    Also kann ich nach wie vor Paranüsse (3 Stück/Tag) und Cashews uneingeweicht zu mir nehmen?

    Sie bezeichnen Reis- und Haferdrink als unnatürliche Getränke, die der Bauchspeicheldrüse Probleme machen. Ist das auch bei Mandeldrink so? Diesen trinke ich nämlich ganz gerne und frage mich nun, ob ich das in Zukunft lassen soll.

    Herzlichen Dank für Ihre Antwort und viele Grüße

    von Heidrun

    • Jutta Bruhn

      Hallo Heidrun, das hört sich alles sehr nach Ernährungs-Theorien an. Ich würde weder Mandeldrink noch Paranüsse noch Cashews regelmäßig und schon gar nicht jeden Tag essen. Ab und zu als Leckerei nebenbei ist das okay.

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

  6. Selene

    Guten Tag Frau Bruhn,

    wofür kommt bitte das Salz ins Einweichwasser?
    Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus und freundliche Grüße,
    Selene

    • Jutta Bruhn

      Hallo Selene, das Salz ist dafür da, die hemmenden Stoffe aus den Nüssen, Mandeln etc. zu lösen. Man schüttet das Wasser am nächsten Tag weg und spült die Nüsse gut ab.

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

      • Andreas

        Hallo Jutta,
        ist das Salz hier wirklich notwendig, um die hemmenden Stoffe zu lösen, bzw umzuwandeln?
        wenn in der Natur ein Samenkorn in die Erde kommt, ist ja auch kein salz da?
        Ich mache es immer ohne Salz und merke auch einen großen Effekt.
        Wennschoin gebe ich Salz um Verpilzung vorzubeugen hinzu.
        Viele Grüße aus OÖ

        • Jutta Bruhn

          Hallo Andreas, bei Nüssen geht es nicht um Phytin wie bei Getreide. Es sollen Stoffe enthalten sein, die die Aktivität der Enzyme der Bauchspeicheldrüse behindern. Die werden wohl nur durch Salz gelöst.

          Viele Grüße
          Jutta

  7. Sybille

    Ich soll wegen Pilzbelastung und bakterieller und viraler Belastung die Darmflora aufbauen. Was empfehlen Sie mir zu essen ausser Gemüse und Obst. Getreide steht auf meiner Seite nichtessen.

    …hatte noch vergessen zu sagen,dass ich unter ständiger Unterfunktion der Schilddrüse leide nach fastkomplett Entfernung der Schilddrüse und ich nicht mehr weiss was ich essen darf um nicht immer dicker zu werden.
    Danke Sybille

    • Jutta Bruhn

      Hallo Sybille, wenn die Schilddrüse nicht ordentlich arbeitet, sind alle Organe in Unterfunktion. Deshalb gehen Schilddrüsenunterfunktion und Candida stets einher. Dazu kommt die Belastung der anderen Organe, die zwar arbeiten, aber eben nur mit halber Kraft. Es ist eine Frage der Zeit, wann es zu weiteren Beschwerden kommt.

      Deshalb reicht es nicht aus, irgendwelche Nahrungsmittel wegzulassen. Ich kann nicht dazu raten, kein Getreide mehr zu essen. Viele haben das ausprobiert und sind unzufrieden. Man braucht ein ganzes Programm, um aus der Misere wieder rauszukommen.

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

  8. Daniela

    Hallo Frau Bruhn,

    kann man Nüsse zu lange einweichen? Und falls ja – was passiert dann?

    Herzliche Grüße

    Daniela

  9. Alexandra

    Liebe Frau Bruhn,

    vielen Dank für Ihren Beitrag. Habe meine Mandeln nun mind. 12 Stunden in „Salzwasser“ eingelegt, gespült und nun in den Backofen gegeben. Mir stellte sich nun aber die Frage: soll ich Ober-/Unterhitze nehmen oder Umluft bei 50 Grad Celsius und brauche ich den Holzlöffel in der Ofentür. Reichen 8 Stunden im Backofen oder lieber 12?
    Für eine Antwrt wäre ich sehr dankbar!
    Viele Grüße,

    Alexandra

    • Jutta Bruhn

      Hallo Alexandra, die genaue Zeit kann ich leider nicht sagen, jeder Backofen ist etwas anders.

      Ich finde auch nicht, dass jetzt die richtige Zeit ist, den Backofen so lange laufen zu lassen. Die Küche wird ja total aufgeheizt. Das passt doch besser in den Winter.

      Bei dem schönen Wetter (jedenfalls in Berlin 🙂 ) reicht es, die Mandeln auf einem Backblech direkt in der Sonne darren zu lassen. Das ist viel natürlicher als im Herd.

      Viel Erfolg!
      Jutta Bruhn

  10. Heidi

    Liebe Jutta, sind zum „darren“ im Ofen 120 Grad zu viel? Oder sollten sie eher bei ca. 50/60 Grad im Ofen trocknen? Nach einer halben Stunde 120 Grad sind sie innen noch feucht. Es wäre einfach toll, ungefähr einen Anhaltspunkt zu haben! 🙂
    Lieben Dank und Gruß
    Heidi

    • Jutta Bruhn

      Hallo Heidi, ja besser sind geringe Temperaturen, perfekt wäre 40 Grad. Aber nicht jeder Backofen kann das. Deshalb kann man einen Löffel zwischen die Backofentür klemmen und die warme Luft rauslassen.

      Bei 40 Grad brauchen sie 3-4 Stunden, wie du ja schon gemerkt hast. Ich finde diese Methode ehrlich gesagt nicht sehr praktikabel, es sei denn man möchte gleichzeitig die Küche heizen. 🙂

      Was ich mache: Die Nüsse werden in der Pfanne auf der aller kleinsten Gasflamme mit einem Gasflammverteiler in etwa einer Stunde gedarrt. Du merkst, jetzt wird es sehr speziell. Denn:

      1. man sollte einen Gasherd haben, weil das die natürlichste Feuerquelle zum Kochen ist
      2. einen Flammverteiler bekommt man z.B. bei http://www.makrobiotik-perlen.de unter Haushaltswaren

      Wer das alles nicht hat oder wem das zu aufwändig ist: Die Nüsse schmecken richtig gut auch nass. Dann muss man sie allerdings in kurzer Zeit aufessen, weil sie sonst schimmeln.

      • Heidi

        Danke für die ausführliche Antwort. Ich muss das leider mit dem Elektroherd versuchen. Gas hatte ich mal und damals war ich auf der Suche nach so einem Flammenverteiler (das Wort kannte ich damals nicht) …nun guck‘ ich mal, ob ich das auf der Herplatte auf Stufe 2 (von 9) zum Darren kriege 🙂 Jetzt habe ich zumindest eine „Hausnummer“, für derartige Darraktionen. Eingeweichte Mandeln und Kerne habe ich schon ein paar Mal gegessen. Wollte es mal anders 🙂
        Liebe Grüße
        Heidi

        • Jutta Bruhn

          Hallo Heidi, bei Elektro legt man 3 Münzen auf die Platte, damit kein direkter Kontakt zum Topfboden besteht. 🙂
          Wie es bei anderen Herden ist, kann ich nicht sagen. VG Jutta

  11. Kathrin

    Hallo,

    vielen Dank für diesen Blog. Ich habe eine Frage zu dieser Seite: warum sollten Erdnüsse und Macadamia Nüsse nicht eingeweicht werden? Habe gelesen, dass Erdnüsse (die eigentlich keine Nüsse sind, sondern eine Art Bohne?) ganz besonders viel Phytin enthalten.
    Noch eine Frage: Ich liebe Nussmuse, Erdnussmus, Mandelmus, Tahin … einweichen kann man sie natürlich nicht, aber sind sie denn gesund? Es ist wohl davon auszugehen, dass die verarbeiteten Nüsse/Samen nicht vorher eingeweicht wurden und dass das darin enthaltene Phytin deshalb nicht abgebaut wurde.

    Vielen lieben Dank!

    Kathrin

    • Jutta Bruhn

      Hallo Kathrin, wie viel Phytin enthalten ist, kommt immer auch auf das Anbaugebiet und die Ernte an. Das ist nicht immer gleich.

      Macadamia und Erdnüsse können durch einweichen sehr weich werden. Eben weil man die Muse nicht einweichen kann, nimmt man davon nur wenig.

      Wenn großes Bedürfnis nach Nussmus etc. besteht, ist das wahrscheinlich deswegen, weil nicht genug Fett im Essen ist. (Kokosfett).

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

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