Trockenfrüchte – Obst des Winters

Trockenfrüchte Obst des WintersManche degradieren Trockenobst zu einer gesunden Abführhilfe. Also das haben die süssen Früchte nun wirklich nicht verdient! 😉

Früchte zu dörren ist eine der ältesten Konservierungsmethoden. Nomaden gruben Feigen in den heißen Wüstensand ein und bewahrten die Früchte dann in Tongefäßen auf.

Getrocknetes Obst ist gedörrtes Obst und soll genauso so viele Vitamine enthalten wie frisches Obst. Das liegt vor allem am schonenden Trocknungsvorgang, der früher ganz natürlich mit Luft und Sonne stattfand.

Die üblichen Trockenfrüchte sind:

  • Aprikosen
  • Rosinen
  • Sultaninen
  • Pflaumen

Eine Menge Fruchtzucker

Trockenfrüchte enthalten enorm viel Fruchtzucker (Fructose) und Traubenzucker, darüber muss man sich im Klaren sein. Der Zuckergehalt besteht je nach Frucht so um die 50 bis 70 Prozent, das ist eine Menge.

Wird das Obst getrocknet, bleibt nur noch ein Viertel der Flüssigkeit übrig. So werden mal eben aus 10 Kilo Äpfeln 1 Kilo Apfelringe. Aprikosen und Pflaumen schrumpfen noch viel mehr.

Dieser Entzug von Wasser unterbindet nicht nur die Vermehrung von Bakterien, sondern führt auch zu einer Konzentration der Nährstoffe, aber vor allem von Zucker.

Das Problem besteht darin, dass diese geballte Ladung bei vielen Leuten zu recht unangenehmen Blähungen oder auch Bauchschmerzen führt. Das liegt an der Gärung, die der Zucker verursacht.

Besonders problematisch wird der Fruchtzucker bei

  • Fructose- und anderen Intoleranzen
  • Pilzbelastung des Darms (Candida)
  • Autoimmunerkrankungen

Was kann man tun?

So wird Trockenobst besser verdaulich

Auf keinen Fall sollte man Trockenobst essen als

  • rohe Trockenfrucht
  • Früchteriegel
  • im Kuchen gebacken

Mein Tipp lautet: Das Obst wird etwas bekömmlicher, wenn man es in kaltem Wasser einweicht. Dann entweicht eine Menge von dem Zucker.

  • Dazu gibt man das Obst in reichlich Wasser und lässt es so lange stehen, bis das Obst weich ist.
  • Das kann zwischen 30 Minuten bis ein paar Stunden dauern, je nach Obstsorte und auch abhängig von der Qualität.

Das Wasser hat sich dann braun gefärbt und wird weggeschüttet, wirklich, bitte! Es ist der reine Zucker. Das ist daran zu merken, dass die Früchte nun entweder ziemlich sauer sind oder nach gar nichts schmecken.

Um das Obst wieder schön süß zu bekommen, wird beim Kochen von Kompott etwas Reissirup dazu gegeben.

Durch das Einweichen reduziert sich zum Glück auch der Kaloriengehalt, eben weil der Zucker entweicht. Denn 100 Gramm Trockenaprikosen haben etwa genau so viele Kalorien wie 500 Gramm frische Aprikosen.

Aber es gibt noch einen wichtigen Punkt, der gegen zuviel Trockenobst spricht:

Schneller Anstieg des Blutzuckers

Der für mich wichtigste Grund des Einweichens von Trockenfrüchten besteht darin, dass die Nascherei für einen kräftigen Anstieg des Blutzuckers sorgt. Genau dies will man vermeiden, denn ständige hohe Blutzuckerspitzen tragen dazu bei, dass die Rezeptoren für den Insulinabbau erschöpfen und es im Spätstadium zum Diabetes kommen kann.

Auf Qualität achten

Wer Trockenfrüchte „Bio“ einkauft hat 2 Vorteile:

  • aus ökologischem Anbau
  • weder geschwefelt noch begast

Vorsicht ist dagegen geboten bei geschwefelter Ware aus dem Supermarkt. Schwefeln wirkt gegen Bakterien und bleicht das Obst. Die so behandelten Früchte erkennt man sofort daran, dass sie heller sind. Auch fällt auf, dass jede einzelne Frucht makellos aussieht.

Außerdem werden diese Trockenfrüchte noch zusätzlich gezuckert, weil sie nicht durch Trocknung sondern durch Zuckerzusatz haltbar gemacht werden.

Im Biobetrieb werden Trockenfrüchte nicht mit schwefliger Säure behandelt und nicht gezuckert. Besonders Aprikosen und Äpfel fallen dagegen durch ihre normale dunklere Färbung auf.

Bio-Hersteller verzichten auf

  • künstliche Aromen
  • Stabilisatoren
  • künstliche Vitamine
  • Zuckeraustauschstoffe
  • Säuerungsmittel
  • künstliche Backtriebmittel
  • Maltodextrin als Füllstoff

Mit dieser „Kosmetik“ behandelten Früchte können manchmal ihren Preis fordern: Hohe Dosen von Schwefelsäure können Kopfschmerz, Übelkeit und Durchfall hervorrufen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) toleriert deshalb nur eine Menge von bis zu 50 Milligramm pro Kilo. Im Handel soll es aber durchaus vorkommen, dass weitaus höhere Dosen zu finden sind. Auf jeden Fall ist die Schwefelung ab 10 mg pro Kilogramm kennzeichnungspflichtig.

Erlaubt ist dagegen, die Oberflächen von Trockenfrüchten mit Öl zu behandeln, um das Aneinanderkleben der Früchte zu verhindert. Das halte ich für sehr problematisch, weil das Öl in den hellen Tüten sowohl dem Licht als auch dem Sauerstoff ausgesetzt ist und schnell ranzig werden kann.

Manchmal werden die Früchte auch gewachst. In jedem Fall müssen die Mittel zur Oberflächenbehandlung auf der Verpackung deklariert sein.

Lieber die festen Sorten

Im Biohandel gibt es eine Sorte Aprikosen, die weicher und süßer sind als andere. Das hat zum einen damit zu tun, dass sie angebaut sind, während die dunklen festen Früchte eher aus Wildsammlung stammen. Die weichen Früchte werden zusätzlich noch mit Wasserdampf pasteurisiert.

Pasteurisieren bedeutet aber, dass einem natürlichen Produkt die Enzyme entzogen werden, wodurch sie schlechter verdaulich werden.

Meine Empfehlung ist, lieber die festen Sorten zu nehmen und diese selbst in Wasser einzuweichen, dann sind sie ebenso schön weich.

Schutz vor Schädlingen

Trockenfrüchte sind anfällig für den Befall mit Schädlingen. Zum Reinigen der Früchte wird daher bei der konventionellen Verarbeitung Schwefel eingesetzt. Dieser dient auch dazu, die Farbe zu bewahren und vor Pilzen und Bakterien zu schützen.

Vor allem für Menschen mit Asthma oder Allergien empfiehlt es sich, lieber zu unbehandelten Früchten zu greifen. Denn manche können sehr empfindlich auf Schwefeldioxid reagieren und als Folge an Übelkeit und Kopfschmerzen leiden.

Dörrobst-Motten stechen ohne Probleme durch eine Plastiktüte durch, deshalb sollte man die Ware im Schrank noch zusätzlich fest verschließbar lagern, zum Beispiel in Gläsern.

Am besten kauft man nur die Menge ein, die in nächster Zeit auch verbraucht wird.

Nicht schädlich ist der weißliche Belag, der sich vor allem auf Feigen und Datteln bildet  und der fälschlich für Schimmel gehalten wird. Tatsächlich handelt es sich um kristallisierten Zucker, der beim Einweichen der Früchte ganz leicht löst.

Gar nicht harmlos dagegen ist der Befall mit Aflatoxinen. Das sind Pilzgifte, die man mit bloßem Auge nicht sehen kann, die nicht riechen und nicht zu schmecken sind. Deshalb werden die Früchte einmal direkt nach der Ernte untersucht und später werden immer wieder Proben genommen.

Trockenfrüchte lagern

Kühl und dunkel gelagert, halten die Trockenfrüchte sich vielleicht ein ganzes Jahr. Man sollte auf das Haltbarkeitsdatum achten. Denn getrocknete Früchte sind empfindlich gegen Schädlingsbefall, vor allem die aus dem Bioladen.

So gerne wie ich sonst Vorräte lagere, beim Trockenobst ist mir das zu riskant. 🙁

Rezepte mit Trockenfrüchten

Kochen bei Hashimoto und Schilddrüsenproblemen

Makrobiotische HeilkuecheRezepte aus der Makrobiotischen Heilküche sind richtig, wenn man diese Ziele erreichen will:

  • nicht mehr frieren und müde sein
  • Allergien und Unverträglichkeiten loswerden
  • Depressionen und Angst verlieren
  • besser schlafen
  • Gewicht regulieren
  • ohne Verdauungsbeschwerden leben

"Motivationslevel: sehr hoch, denn schon die letzten Tage an denen ich nur teilweise nach dem Programm gegessen hatte, hatte ich kaum noch Darm-Probleme."

 

"Ich bin begeistert wie schnell die Gerichte zuzubereiten sind und wie lecker sie sind. Das ist super klasse, weil man es so auch zu stressigen, beruflichen Zeiten beibehalten kann. Das ist sonst oft ein KO-Kriterium für mich."

4 Kommentare

  1. Silvan Roman

    Guten Tag,

    Sehr interessant Ihre Methode! Haben Sie diese selber entwickelt?

    Ich habe folgende Frage: Woher wissen Sie wieviel Zucker bzw. Kalorien entweichen beim Einweichen in Wasser?

    Haben Sie eine Ahnung warum das nicht weiter verbreitet ist? Man findet sehr wenig information zu dem Thema im Internet.

    • Jutta Bruhn

      Hallo Silvan,

      1. ja und nein, nur zum Teil. Die MBH stammt aus der Makrobiotik der 1980er Jahre.

      2. ich weiß natürlich nicht genau, wie viel Zucker ins Einweichwasser geht

      3. fast alles was ich auf meiner Webseite weitergebe stammt aus amerikanischen Quellen. Diese Infos kommen seit jeher immer erst 10 Jahre später bei uns an.

      Bitte achte beim nächsten Mal auf die Regeln zum Fragen auf meiner Webseite, danke.

      LG Jutta

  2. Paula

    Boah jetzt bin ich sprachlos… ich liebe trockenfrüchte datteln , feigen und pflaumen … kann da die ursache bei mir liegen … und esse sie total gern … werde mal einen monat darauf verzichten…

    lg Paula

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