Trockenfrüchte naschen ohne Reue

Trockenfrüchte Obst des WintersManche degradieren Trockenfrüchte zu einer gesunden Abführhilfe. Also das haben die süßen Früchte nun wirklich nicht verdient! 😉

Allerdings ist Vorsicht beim Naschen angesagt und man sollte Trockenfrüchte unbedingt in kaltem Wasser einweichen, damit der grüßte Teil des Fruchtzuckers entweichen kann. Denn der sorgt für einen kräftigen Anstieg des Blutzuckers und kann somit Entzündungsschübe bei Hashimoto auslösen.

Dabei geht es sowohl um die chronisch schleichenden Entzündungen im Darm als auch um die Entzündungsschübe, die sich auf das Schilddrüsengewebe auswirken. Genau dies will man vermeiden!

Darum geht es in diesem Beitrag

  • worauf man achten sollte beim Einkauf
  • Warnung vor hohem Fruchtzucker
  • die Lösung: so werden Trockenfrüchte besser verdaulich
  • meine zwei besten Rezepte für Kompott aus Trockenfrüchten – zum kostenlosen Download

Getrocknetes Obst ist gedörrtes Obst und soll genauso so viele Vitamine enthalten wie frisches Obst. Das liegt vor allem am schonenden Trocknungsvorgang, der früher ganz natürlich mit Luft und Sonne stattfand.

Früchte zu dörren ist eine der ältesten Konservierungsmethoden. Nomaden gruben Feigen in den heißen Wüstensand ein und bewahrten die Früchte dann in Tongefäßen auf.

Die üblichen Trockenfrüchte sind:

  • Aprikosen
  • Rosinen
  • Sultaninen
  • Pflaumen

Auf Qualität achten

Trockenfrüchte sollten unbedingt in Bio-Qualität gekauft werden, denn nur diese ist weder geschwefelt noch begast wie die Ware aus dem Supermarkt.

  • Schwefeln wirkt gegen Bakterien und bleicht das Obst. Die so behandelten Früchte erkennt man sofort daran, dass sie heller sind. Auch fällt auf, dass jede einzelne Frucht makellos aussieht.
  • Sind die Früchte weich, wurden sie zusätzlich mit Wasserdampf pasteurisiert. Pasteurisieren bedeutet aber, dass einem natürlichen Produkt die Enzyme entzogen werden, wodurch sie schlechter verdaulich werden.
  • Außerdem werden die konventionellen Trockenfrüchte zusätzlich gezuckert, weil sie nicht durch Trocknung sondern durch Zuckerzusatz haltbar gemacht werden.

Im Biobetrieb werden Trockenfrüchte nicht mit schwefliger Säure behandelt und nicht gezuckert. Der Bio-Handel verzichtet auf

  • künstliche Aromen
  • Stabilisatoren
  • künstliche Vitamine
  • Zuckeraustauschstoffe
  • Säuerungsmittel
  • künstliche Backtriebmittel
  • Maltodextrin als Füllstoff

Mit dieser „Kosmetik“ behandelte Früchte sind alles andere als gesund. Hohe Dosen von Schwefelsäure können Kopfschmerz, Übelkeit und Durchfall hervorrufen.

Toleriert ist deshalb nur eine Menge von bis zu 50 Milligramm Schwefel pro Kilo. Im Handel soll es aber durchaus vorkommen, dass weitaus höhere Dosen zu finden sind. Die Schwefelung ab 10 mg pro Kilogramm ist deshalb kennzeichnungspflichtig.

Erlaubt ist, die Oberflächen von Trockenfrüchten mit Öl zu behandeln, um das Aneinanderkleben der Früchte zu verhindert. Das halte ich für sehr problematisch, weil das Öl in den hellen Tüten sowohl dem Licht als auch dem Sauerstoff ausgesetzt ist und schnell ranzig wird.

Manchmal werden die Früchte auch gewachst. In jedem Fall müssen die Mittel zur Oberflächenbehandlung auf der Verpackung deklariert sein.

Lieber die festen Sorten

Im Biohandel fallen Aprikosen und Äpfel durch ihre dunklere Färbung und ihre Festigkeit auf. Das ist normal. Manchmal gibt es auch Aprikosen, die weicher und süßer sind als andere.

Meine Empfehlung ist, lieber die festen Sorten zu nehmen und diese selbst in Wasser einzuweichen, dann sind sie ebenso schön weich.

Aufbewahren von Trockenfrüchten

Trockenfrüchte sind anfällig für den Befall mit Schädlingen. Dörrobst-Motten stechen ohne Probleme durch eine Plastiktüte durch, deshalb sollte man die Ware im Schrank noch zusätzlich fest verschließbar lagern, zum Beispiel in Gläsern.

Nicht schädlich ist der weißliche Belag, der sich vor allem auf Feigen und Datteln bildet und der fälschlich für Schimmel gehalten wird. Tatsächlich handelt es sich um kristallisierten Zucker, der sich beim Einweichen der Früchte ganz leicht auflöst.

Gar nicht harmlos dagegen ist der Befall mit Aflatoxinen. Das sind Pilzgifte, die man mit bloßem Auge nicht sehen kann, die nicht riechen und nicht zu schmecken sind. Deshalb werden die Früchte einmal direkt nach der Ernte untersucht und später werden immer wieder Proben genommen.

Kühl und dunkel gelagert, halten die Trockenfrüchte sich vielleicht ein ganzes Jahr. Man sollte auf das Haltbarkeitsdatum achten. Wer vorsichtig sein will, kauft nur die Menge ein, die in nächster Zeit auch verbraucht wird.

Großer Nachteil: Eine Menge Fruchtzucker

Trockenfrüchte enthalten enorm viel Fruchtzucker (Fructose) und Traubenzucker, darüber muss man sich im Klaren sein. Der Zuckergehalt besteht je nach Frucht so um die 50 bis 70 Prozent, das ist eine Menge.

Wird das Obst getrocknet, bleibt nur noch wenig der Obstflüssigkeit übrig. So werden mal eben aus 10 Kilo Äpfeln 1 Kilo Apfelringe. Aprikosen und Pflaumen schrumpfen noch viel mehr.

Dieser Entzug von Wasser unterbindet nicht nur die Vermehrung von Bakterien, sondern führt auch zu einer Konzentration der Nährstoffe, aber vor allem von Zucker, genauer: Fruchtzucker.

Achtung! Entzündungsschub droht

Das Problem besteht darin, dass diese geballte Ladung Zucker gar nicht gut ist bei Hashimoto, Schilddrüsenproblemen oder Neurodermitis, weil es schnell zur Unterzuckerung kommen kann. Dies löst eine ganze Reihe von Symptomen aus, die in diesem Beitrag aufgelistet sind: Leidest du an Unterzuckerung?

Bei vielen Leuten führt Zucker/Fruchtzucker zu unangenehmen Blähungen oder Bauchschmerzen. Das liegt an der Gärung, die der Zucker im Darmtrakt verursacht. Besonders problematisch ist das bei

Was kann man tun, damit der Fruchtzuckergehalt von Trockenfrüchten etwas gemindert wird?

So wird Trockenobst besser verdaulich

Auf keinen Fall sollte man Trockenobst essen als

  • rohe Trockenfrucht
  • Früchteriegel
  • in Verbindung mit Getreidemehl wie z.B. in Rosinenbrötchen oder anderem Gebäck wie Stollen zur Weihnachtszeit

Die Sache mit dem Mischen von Getreide und Obst habe ich in diesem Beitrag näher ausgeführt: So vermeidest du Blähungen. Das geht alle Leute an, die mit Blähungen zu tun haben oder diese vermeiden möchten.

Trockenfrüchte einweichen

Mein Tipp lautet: Das Obst wird etwas bekömmlicher, wenn man es in kaltem Wasser einweicht. Dann entweicht die größte Menge vom Zucker.

Durch das Einweichen reduziert sich zum Glück auch der Kaloriengehalt, eben weil der Zucker entweicht.

  • Man gibt das Trockenobst in reichlich Wasser und lässt es so lange stehen, bis die Früchte weich sind.
  • Das kann zwischen 30 Minuten bis ein paar Stunden dauern, je nach Obstsorte.

Das Wasser hat sich dann braun gefärbt und wird weggeschüttet, wirklich, bitte! Es ist der reine Zucker. Das ist daran zu merken, dass die Früchte nach dem Wässern entweder ziemlich sauer sind oder nach gar nichts schmecken. 🙁

Um das Obst wieder schön süß zu bekommen, wird beim Kochen von Kompott etwas Reissirup dazu gegeben. Hier sind zwei Rezepte:

Rezept: Kompott aus Trockenfrüchten

Trockenfruechte

ganz einfach

Zutaten für 3-4 Portionen:

  • 1 Tasse getrocknete Aprikosen
  • ½ Tasse Backpflaumen
  • ½ Tasse Rosinen
  • ½ Teelöffel Agar (Meeresalge ohne Jod)
  • 2 Teelöffel Kuzu-Speisestärke (oder Pfeilwurzelmehl)
  • 1-2 Teelöffel Reissirup und einige Tropfen Stevia
  • 1 Prise Salz
  1. Das Trockenobst für mindestens 30 Minuten in kaltem Wasser einweichen, besser ist 1 Stunde. Das Einweichwasser danach wegschütten.
  2. Agar und Kuzu in ca. 4 Tassen kaltem Wasser auflösen und zum Kochen bringen. Dabei mit dem Schneebesen immer wieder umrühren.
  3. Das nasse Trockenobst in die kochende Flüssigkeit geben, wieder zum Kochen bringen und Reissirup hinzufügen, mit 3-4 Tropfen Stevia die Süße verstärken.
  4. Prise Salz nicht vergessen.
  5. Solange kochen lassen, bis das Obst weich ist. Das dauert etwa 4-5 Minuten.

Das fertige Kompott in Schalen geben und auskühlen lassen.

TIPP: Kompott am Ende der Kochzeit mit Zimt und geriebener Orangenschale abschmecken.

Rezept: Aprikosencrème

Aprikosen

ziemlich süss
Zutaten für 3-4 oder mehr Portionen:

  • 18-20 getrocknete Bio-Aprikosen (ca. 100 Gramm)
  • ½ Teelöffel Agar (Meeresalge ohne Jod)
  • 2 Teelöffel Kuzu oder Pfeilwurzelstärke
  • 1 guter Teelöffel Reissirup und einige Tropfen Stevia
  • 1 gute Prise Salz
  1. Aprikosen so lange in Wasser einweichen, bis sie weich sind. Das kann mehrere Stunden dauern. Das Einweichwasser unbedingt wegschütten!
  2. In einen kleinen Topf zwei Tassen kaltes Wasser geben und Agar und Kuzu einrühren, bis sich alles aufgelöst hat. Das geht am besten mit dem Schneebesen.
  3. Etwa 1 EL Reissirup und 3-4 Tropfen Stevia in der Flüssigkeit auflösen.
  4. Die eingeweichten Aprikosen darin ca. 5 Minuten kochen, dabei ab und zu umrühren. Prise Salz nicht vergessen.

Nach dem Abkühlen können die Aprikosen mit einem Stabmixer zu einer feinen Créme püriert werden.

beide Rezepte als pdf

Für mehr süße Rezepte zur Winter- und Weihnachtszeit empfehle ich mein Ebook „Süßes ohne Zucker“.

Kochen bei Hashimoto und Schilddrüsenproblemen

 

Gesunde Schilddruese

Rezepte aus der Makrobiotischen Heilküche sind richtig, wenn man diese Ziele erreichen will:

  • nicht mehr frieren und müde sein
  • Allergien und Unverträglichkeiten loswerden
  • Depressionen und Angst verlieren
  • besser schlafen
  • Gewicht regulieren
  • ohne Verdauungsbeschwerden leben

"Motivationslevel: sehr hoch, denn schon die letzten Tage an denen ich nur teilweise nach dem Programm gegessen hatte, hatte ich kaum noch Darm-Probleme."

 

"Ich bin begeistert wie schnell die Gerichte zuzubereiten sind und wie lecker sie sind. Das ist super klasse, weil man es so auch zu stressigen, beruflichen Zeiten beibehalten kann. Das ist sonst oft ein KO-Kriterium für mich."

Die Autorin: Mein Name ist Jutta Bruhn. Ich bin seit langen Jahren Heilpraktikerin und informiere zur Ernährung und Naturheilkunde bei Schilddrüsenproblemen und Hashimoto.

5 Kommentare

  1. Antonia

    Hallo Frau Bruhn

    Da ich vor kurzem ein Dörrgerät erworben habe und daraufhin googelte, stieß ich auf Ihre Anmerkungen. Wie sieht es aus mit selbstgedörrtem Obst. Sollte das genauso eingeweicht werden, denn so trocken bekommt man das mit dem Gerät nicht hin.
    Danke für Ihre Antwort
    Mit freundlichen Grüßen,

    Antonia

  2. Silvan Roman

    Guten Tag,

    Sehr interessant Ihre Methode! Haben Sie diese selber entwickelt?

    Haben Sie eine Ahnung warum das nicht weiter verbreitet ist? Man findet sehr wenig information zu dem Thema im Internet.

    • Jutta Bruhn

      Hallo Silvan,

      die Methode dürfte uralt sein. Fast alles was ich auf meiner Webseite weitergebe stammt aus amerikanischen Quellen. Diese Infos kommen seit jeher immer erst Jahre später bei uns an – oder gar nicht. 🙁

      LG Jutta

  3. Paula

    Boah jetzt bin ich sprachlos… ich liebe trockenfrüchte datteln , feigen und pflaumen … kann da die ursache bei mir liegen … und esse sie total gern … werde mal einen monat darauf verzichten…

    lg Paula

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