Tipps für das Kochen nach der MBH für die ganze Familie

Misosuppe

Wie fängt man an, die Familie auf eine neue Ernährung einzustimmen? So jedenfalls nicht: Alles auf einmal ändern.

Statt des Holzhammers oder gar Zwang sollte der gute Geschmack im Vordergrund stehen.

Fange einfach an zu kochen und würze mit den makrobiotischen Heilwürzen. Das wird ein Erfolg!

Kochen für Kinder

Guten Tag Jutta, ich lese sehr gerne deinen Blog und den Newsletter. Wir haben alle Allergien und Unverträglichkeiten. Meine Frage ist, wenn ich nach der MBH koche, kann das Mittagessen für die ganze Familie sein?

 

Meine Kinder sind 14, 12, und 2. Wir haben schon Milch weggelassen und Zucker fast auch. Es ist nicht einfach, das kannst du mir glauben 🙂 „Mama immer du und dein gesundes Essen.“

 

Aber außer Allergien hat die 12jährige auch Hashimoto. Sie hat Probleme mit dem Darm wie alle. Würde es erstmals reichen, wenn ich die Rezepte ausprobiere und sie merkt selber dass ihr besser geht?

 

Ich danke dir, schöne Grüße

Meine Antwort

Für Kinder und Jugendliche zu kochen ist kein leichter Job, das weiß ich. 😉 Ich würde nicht unbedingt von „gesundem Essen“ sprechen. Dass die Gesundheit davon abhängt, das kann man je nach Alter der Kinder bei passender Gelegenheit mal erwähnen oder ihre Fragen dazu beantworten.

Essen soll schmecken und satt machen. Dass es dabei um Gesundheit geht ist Hintergrundwissen.

Ich würde es langsam angehen und die gesunden Sachen nach und nach „einschleichen“. Dabei kann man so vorgehen:

  1. sich informieren, damit man weiß was man tut, zum Beispiel auf meinem Blog (mit den wöchentlichen Schilddrüsentipps ist das ganz einfach)
  2. erst mal die Lebensmittel austauschen, wovon niemand etwas merkt (wie Bio-Eier statt Eier aus dem Supermarkt)
  3. unauffällig Sachen nicht mehr kaufen, die nicht gesund sind (wie zuckerhaltige Naschereien)
  4. dann Schritt für Schritt Neuerungen einführen, die akzeptiert werden (wie eine warme Gemüsesuppe am Morgen)

Der Erfolg wird mit der Zeit eintreten, von ganz allein. Denn Kinder reagieren besonders schnell auf die Makrobiotische Heilküche und spüren das auch. Trotzdem würde ich den guten Geschmack in den Vordergrund stellen.

Einschleichen mit süßen Nachtischen

Es gibt garantiert Protest, wenn es gar nichts Süßes mehr gibt. Das wäre auch falsch. Alle Menschen brauchen den süßen Geschmack.

Man sollte dafür sorgen, dass Kinder täglich etwas Süßes bekommen – nur eben nicht mit Zucker. In diesem Beitrag stelle ich die Alternative Reissirup vor.

Es ist keine schlechte Taktik, wenn man mit süßen Nachtischen die neue „gesunde Ernährung“ startet. Deshalb mein Tipp:

Jeden Tag einen anderen Nachtisch servieren und schon hat man einen Fuß drin in der Ernährungsumstellung.

Alle werden das neue Süße mögen, da bin ich sicher. 🙂

Bei den süßen Sachen (und für Soßen) nimmt man Kuzu als Speisestärke. Kuzu ist geschmacksneutral. So kann man ganz nebenbei ein Mittel verwenden, das zur Darmheilung auf sanfte Art beiträgt.

Schritt für Schritt vorgehen

Als ersten Schritt kann man das übliche Essen anders kochen. Das merkt niemand und es kann sich schon viel in Richtung Gesundheit ändern. Hier sind erst mal drei Tipps dazu:

  1. mit reichlich Kokosfett kochen und braten
  2. Pfeffer weglassen, braucht kein Mensch
  3. das Essen (soweit es paßt) mit Tamari oder Shoju abschmecken und nachwürzen
  • In der darauf folgenden Woche werden die Kartoffeln ersetzt durch Süßkartoffeln und/oder Hokkaido-Kürbis.
  • In der Zeit danach gibt es Rundkorn-Reis. Mit den Kindern kann man spielerisch Kauübungen machen. Tipp: Wenn sie den Reis nicht so gut kauen, ist das nicht so schlimm. Bei Kindern ist der Darm noch leistungsfähiger.

Dann sollte geprüft werden, ob es überhaupt notwendig ist, noch viel mehr umzustellen. Denn man muss die MBH nicht sofort zu 100% umsetzen. Viel besser ist es, nach und nach ein Rezept nach dem anderen auszuprobieren und es so anzuwenden, wie es in den eigenen Eßplan paßt. 🙂

Warmes Frühstück

Ein großer Schritt ist das Frühstück zu ändern. Unbedingt beachtet werden sollte, dass es wichtig ist, morgens ein wenig tierisches Eiweiß zu essen, am besten sind Eier oder Fisch.

  • wenn Kinder mit Allergien keine Eier vertragen, sollten sie weißfleischigen Fisch bekommen, nur ein paar Happen, das reicht
  • werden Eier vertragen, sollte es diese so oft geben wie gewünscht – aber bitte unbedingt gute Bio-Eier

Ganz ohne tierisches Eiweiß sollte die Ernährung nur im akuten entzündlichen Schub bei Hashimoto Thyreoiditis sein, siehe Ebook „Anti-Entzündungsprogramm“.

Bei Allergien und Unverträglichkeiten ist warmes Frühstück am wichtigsten und gleichzeitig ist es die größte Änderung im Essverhalten.

Beides in einem Schritt könnte eine zu große Umstellung sein.

  • zusätzlich zum üblichen Frühstück eine Miso-Gemüsesuppe reichen, die leicht süßlich schmecken sollte (süßen Geschmack bringen Möhren, Zwiebeln …)
  • für Kinder würde ich das sanfte Shiro-Miso verwenden
  • süß-sauer abschmecken mit Ume und etwas Reissirup

Eine Woche später kann man statt Brot einen warmen Brei anbieten.

  • den Getreidebrei mit so viel Wasser kochen, dass er cremig ist, siehe Rezept im Koch-Ebook
  • mit Hälfte Wasser, Hälfte Kokosmilch kochen

Den Getreidebrei kann es später am Tag auch kalt als Nachtisch geben. Dazu ein wenig Kokosblütenzucker reichen (nicht jeden Tag! nicht viel!)

Vorbild sein

Auf keinen Fall sollte man für Kinder anders kochen als für den Rest der Familie. Das wäre viel zu arbeitsaufwändig und auch nicht richtig.

Die Makrobiotische Heilküche ist für alle Menschen geeignet als Basisernährung. Deshalb sollte so gekocht werden, wie es Dir selbst am besten schmeckt. Wenn die Erwachsenen mit vollem Appetit essen, machen die Kinder das nach und essen mit.

Dieser Beitrag wird sicher noch fortgesetzt, soviel erst mal für den Anfang. Welche Frage hast Du zum Thema „Kochen nach der MBH für die ganze Familie“? Schreib mir   gerne hier unten im Kommentarfeld:

Die Autorin: Mein Name ist Jutta Bruhn. Ich bin seit langen Jahren Heilpraktikerin und informiere zur Ernährung und Naturheilkunde bei Schilddrüsenproblemen und Hashimoto.

2 Kommentare

    • Jutta Bruhn

      Hallo, ja natürlich paßt die MBH bei jeder Autoimmunkrankheit genauso wie bei allen anderen Erkrankungen, weil sie eine Basisernährung ist.

      Herzliche Grüße

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