Ernüchternde Informationen zum Frühstücks-Kaffee

 

KaffeeKaffee ist das Lieblingsgetränk der Deutschen.

Die Formulierung „einen Kaffee trinken gehen“ hat sich so in unserem Sprachgebrauch etabliert, dass sie auch von Nicht-Kaffee-Trinkenden benutzt wird.

Was meist nicht bekannt ist: Kaffee kann starke Auswirkungen auf das körperliche Geschehen haben. Und das ist nicht positiv gemeint. 🙁

Kaffee und Nebennieren

Um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen: Der Inhaltsstoff Coffein kann sich besonders auf die Nebennieren schädigend auswirken.

Denn Coffein regt die Nebenniere zur Produktion von Adrenalin an. Eine Streßsituation also. Irgend jemand hat das mal ausgerechnet:

Das Coffein in einer einzigen Tasse Kaffee kann so viel Stress auslösen, wie das Anschauen eines Horrorfilms.

Folgen: Nach jahrelangem Kaffeekonsum und körperlichen Stress aus anderen Gründen können die Nebennieren erschöpfen. Das hat natürlich Auswirkungen:

  • auf das Drüsensystem, vor allem die Nebennieren erschöpfen mit der Folge, dass auch die Schilddrüse weniger Leistung bringt
  • im Allgemeinen auf die Gesundheit, man ist müde, schlapp, antriebslos
  • im Besonderen auf das Immunsystem, es lässt in der Funktion nach

Kaffee bzw. das Coffein ist dabei nur einer von vielen Stressoren des ganz normalen Lebens. Aber einer, den man relativ leicht 🙂 abschalten kann.

Viele Wirkungen von Coffein

Hinzu kommt, dass Kaffee die Ausscheidung von Calcium über die Nieren fördert. Somit könnte ein regelmäßiger Kaffeekonsum zu einem erheblichen Teil zur Entstehung von Osteoporose beitragen.

Coffein kann störend wirken auf

  • den Cholesterin-Haushalt
  • die Aufnahme von wichtigen Mineralstoffen wie Magnesium und Zink
  • Kalium und B-Vitamine

Weitere mögliche negative Wirkungen von Coffein in Stichworten:

  • regt die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse an
  • Atemfrequenz, Puls, Blutdruck steigen an
  • das Herz schlägt schneller
  • Magensäure wird gesteigert mit dem Risiko des sauren Aufstoßens und später möglichen Magenproblemen
  • Blutgefäße der glatten Muskulatur weiten sich
  • die Darmperistaltik wird angeregt
  • Fettgewebe gibt Fettsäuren ab, so dass der Fettgehalt des Blutes steigt und der Kreislauf belastet wird
  • die Urinmenge steigt
  • Kaffee soll die mit den meisten Pestiziden behandelte Pflanze der ganzen Welt sein
  • ist stark säurebildend
  • wird mit Temperaturen von über 200 Grad Celsius geröstet, wobei teerartige Produkte ähnlich dem Zigarettenteer gebildet werden, die als krebserregend eingestuft werden
  • Coffeinmoleküle sollen äußere Zellrezeptoren angreifen und den Austritt von Adenosin verhindern. Deshalb steigt der Adenosingehalt des Blutes und man wird müde. Adenosin ist am Energietransport beteiligt.
  • Kaffee ist ein amphetaminähnlicher Stoff. Der Körper benötigt 4-8 Stunden, um 66 mg Coffein zu verbrennen. Eine normal starke Tasse Kaffee enthält 100 mg Coffein.

Coffein enthält

  • Oxalsäure,
  • Fenole, die an der Produktion von Nitrosaminen im Magen-Darm-Kanal beteiligt sind (Nitrosamine stehen im Verdacht, stark krebserregend zu sein)
  • Tannine, die aus einer Reihe von Giftstoffen bestehen wie z.B. Gerbsäure

Coffein steht im Verdacht, schädigenden Einfluss zu haben auf

  • Chromosomen, was zu genetischen Schäden führen könnte. Eine amerikanische Lebensmittelbehörde hat aus diesem Grund Schwangeren vom Kaffeetrinken abgeraten.

Wie ist es mit entcoffeiniertem Kaffee?

Manche Leute trinken entkoffeinierten Kaffee in dem Glauben, der sei gesünder. Ist er aber nicht.

Denn um das Coffein zu eliminieren, setzt man Chemie ein. Zum Teil sollen Stoffe wie Trichlorethylen und Methylenchlorid verwendet werden. Das sind beides Stoffe, die als krebserregend eingestuft werden. Die Möglichkeit ist nicht ausgeschlossen, dass sich minimale Reste dieser Stoffe im Kaffee befinden.

Deshalb kann ich entcoffeinierten Kaffee nicht empfehlen.

Der Ausstieg

Je nach Menge des jahrelang getrunkenen Kaffees können in den ersten coffeinfreien Tagen regelrechte „Entzugserscheinungen“ auftreten. Es kann kommen zu

  • Kopfschmerzen
  • Stimmungsschwankungen
  • Übelkeit
  • starker Müdigkeit

Diese unangenehmen Begleiterscheinungen kommen daher, dass durch das Weglassen von Coffein die Leber entlastet wird und die freigesetzten Giftstoffe den Körper regelrecht überfluten. Das Ganze gibt sich nach ein paar Tagen und die Beschwerden verschwinden.

Wenn die Kopfschmerzen zu heftig sind, kann man sie etwas abmildern. Trinken Sie ein bis zwei Tassen grünen Tee pro Tag. Grüner Tee enthält kleine Mengen Coffein und kann die Übergangszeit unterstützen.

Wenn Sie mehr zum Thema wissen wollen, tragen Sie sich doch hier in meinen Newsletter ein.

Die Autorin: Mein Name ist Jutta Bruhn. Ich bin Heilpraktikerin und wohne in Berlin. Hier auf der Webseite gebe ich Tipps und Infos zur Ernährung bei Schilddrüsenproblemen. - Mein kostenloser Service: Ich beantworte unter den Beiträgen Fragen, allerdings nur für Abonnenten meines Newsletters.

14 Kommentare

  1. Sven

    Hallo Jutta,
    Ich habe einige Beiträge gelesen und jetzt Frage ich mich ob alle, die morgens eine Körpertemperatur von 36°C (unter der Zunge gemessen) haben, gleich eine Schilddrüsenunterfunktion haben? Wenn das so wäre, dann haben alle aus meiner Familie diese Erkrankung.
    Viele Grüße Sven

    • Jutta Bruhn

      Hallo Sven, es geht nicht um eine Erkrankung. Schau bitte noch mal in den Beitrag zur Aufwachtemperatur. Dort ist genau beschrieben worum es geht und wie man korrekt messen kann. Unter der Zunge eher nicht.

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

  2. Jutta Bruhn

    Liebe Leserin, lieber Leser,

    auf Ihre Frage habe ich bereits mehrfach geantwortet. Deshalb möchte ich Sie bitten, sich auf meiner Webseite umzuschauen oder in den Ebooks zu lesen.

    Oben rechts gibt es eine Suchfunktion. Dort gibt man ein Wort ein und mit ein wenig Glück wird dazu ein Beitrag angezeigt. Zum Beispiel zu Sodbrennen, TSH, Frühstück und so weiter.

    Bitte schauen Sie erst mal dort nach und fragen Sie dann gerne, wenn noch etwas offen ist. Es ist sehr schwierig und zeitaufwändig für mich, Fragen immer wieder und wieder beantworten zu müssen.

    Beachten Sie bitte auch, dass ich keine persönlichen Auskünfte geben darf und kann.

    Hier sind mehr Hinweise bei Fragen.

    Herzliche Grüße
    Jutta Bruhn

  3. Bettina Kraus

    Liebe Jutta,

    sehr interessanter Artikel von dir!

    Ich kann Kaffee schon sehr sehr lange nicht mehr trinken (selbst wenn ich ihn morgens trinke, kann ich nachts kein Auge mehr zutun). Außerdem schmeckt er mir überhaupt nicht, nur als zuckersüße Brühe ☺, deshalb habe ich es ganz gelassen. Dafür bin ich aber immer als Sonderling abgestempelt worden!
    Riechen tu ich ihn dagegen sehr gerne. Zum Glück richtet eine Schnupperprobe keinen Schaden an! 😉

  4. Edeltraud Kazinota

    Hallo Jutta!
    Ich bin 78 Jahre, und hatte noch nie “ Wechselbeschwerden“ .. Seit meinem 30.Lebensjahr habe ich 2x im Jahr einen “ Hildegard Aderlaß“ machen lassen.. Man hat mir das so erklärt, daß das verbrauchte blut im Körper routiert, deshalb die Beschwerden, wie Hitzewallungen u.a……..Ganz salop gesagt!
    Bis jetzt trank ich zum Frühstück einen oder zwei Tassen grünen Tee. Nun habe ich gelesen, daß dieser auch nicht gesund ist, werde ich die Suppe mit Miso einmal probieren.
    Noch etwas will ich schreiben.
    Ich bin schon 78 Jahre, wie ich oben erwähnt habe. Ernähre mich sehr gesund, und habe noch meine eigenen Zähne. Ganz liebe Grüsse!

    • Jutta Bruhn

      Hallo Edeltraud, danke für den Bericht. Leider ist es so, dass sich junge Menschen von heute nicht mehr vergleichen können mit Leuten, die vor dem 2. Weltkrieg geboren sind. Es gibt heute ganz andere Herausforderungen als damals.

      Weiterhin alles Gute!

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

  5. Èlke Senf

    hört sich alles sehr interessant an. Wird bei mir auch auf jeden Fall zutreffen. Aber wie bekomme ich nun meine Nebennieren wieder in Schuss

  6. Annienchen

    Hallo Jutta, vielen Dank für den tollen Artikel! Dass Coffein so schädlich ist, hätte ich nie für möglich gehalten. Ich habe bisher wirklich viel und oft Kaffee getrunken und meistens gar nicht gemerkt, dass es schon die fünfte Tasse ist. Solche Inhalte erlernt man sicherlich auch während einer Ausbildung zur Ernährungsberaterin, obgleich ich denke, dass bei einer Ausbildung zur Ernährungsberaterin solche detaillierten Sachen nicht so genau vorkommen. Jedenfalls werde ich jetzt meinen Nieren zuliebe nur noch eine Tasse trinken und wer weiss, vielleicht komme ich auch ganz davon los.

    • Jutta Bruhn

      Hallo Annienchen,

      ja, genau das ist schade, wenn der Kaffee gedankenlos in Mengen getrunken wird. Ich würde auch über eine einzige Tasse erst gründlich nachdenken. 🙂

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

  7. Falk

    Hallo Jutta,
    früher habe ich viel Kaffee über den Tag verteilt getrunken. Heute sind es zwei Tassen am Tag ( morgens). Heute (jetzt) lege ich mich lieber für kurze Zeit hin, als mich mit Kaffee vollzuschütten.
    Die Hinweise oben sind sehr gut, die ich ausprobieren werde. Mit grünen Tee z.B., der soll ja gesund sein.
    Beim Lesen stellte sich bei mir eine Frage: Wie kann ich erfahren, wie meine Nebennieren arbeiten? Wenn sie auf die Schilddrüse wirken. Ich suche einen Ansatz, der nicht unbedingt mit der Schulmedizin übereinstimmen muss.
    Viele Falk

    • Jutta Bruhn

      Hallo Falk,

      1. Grüner Tee ist nicht gesund, siehe Ausführungen oben zum Coffein. Ich empfehle grünen Tee in den ersten Tagen zum Ausschleichen aus dem Kaffee. Der geringere Coffeingehalt hilft gegen die „Entzungserscheinungen“, wenn der Kaffee wegbleibt.

      2. Die Funktion der Nebennieren wird mit einem Cortisolprofil getestet. Das ist ein Speicheltest, der aber nur dann sinnvoll ist, wenn er im Rahmen einer kompletten naturheilkundlichen Therapie ausgeführt wird. Daran richtet sich die Verordnung der Arzneien aus und es wird der Verlauf der Therapie getestet. Dafür muss man eine Praxis finden, die damit Erfahrung hat. Es ist ein komplettes Programm.

      Einfacher „testen“ kann man anhand der Beschwerden:

      – an erster Stelle steht das morgendliche Bedürfnis nach Kaffee („ohne Kaffee geht gar nichts“). Wenn das so ist, dann braucht der Körper das Coffein zum Aufpeitschen. Das Coffein regt die Nebennieren an und schon läuft alles. Es ist eine böse Falle zu denken, dass das lange oder immer gut geht. 🙁

      – ansonsten sind die Symptome einer Nebennierenschwäche genau die, die zur Schilddrüsenunterfunktion gehören – eben weil die Schwäche der Nebennieren sich auf die Schilddrüse auswirkt:

      – Müdigkeit
      – Verdauungsbeschwerden
      – Gewichtszunahme
      – Traurigkeit bis Depressionen
      – morgens zu niedrige Temperatur (weniger als 36,6)
      – Haarausfall
      – trockene Haut

      und viele andere. Wer nur einige davon andauernd hat, kann davon ausgehen, dass die Nebennieren seit Jahren geschwächt/erschöpft sind.

      3. Weil im Grunde alle arbeitenden Menschen diese Beschwerden mehr oder weniger haben, spricht man von burn out. Das ist nichts anderes als die Erschöpfung der Nebennieren.

      4. Es ist nicht klug, nur die Nebennieren zu behandeln. Man sollte sich insgesamt um eine ruhigere Lebensweise kümmern und die Ernährung sollte ausgeglichen sein. Der erste Schritt ist immer: Kaffee weg. 🙂

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

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