Blutzucker und Schilddrüse

BlutzuckerIn diesem Beitrag geht es darum, wieso es Ihnen nicht gelingen wird eine gesunde Schilddrüse zu haben, wenn der Blutzucker nicht normal ist. Wieso das?

Bei einem chronisch hohen Blutzucker sind viele Körpersysteme gestört. Verdauung, Immunsystem und Schilddrüse leiden, wenn der Blutzucker nicht stabil ist. Deshalb ist es sinnvoll, mit der Ernährung für einen ausgeglichenen Blutzuckerspiegel zu sorgen.

Weil der Blutzucker eine zentrale Rolle spielt, wenn es um die Gesundheit der Schilddrüse geht, sollte man einiges wissen über den Mechanismus:

  • Wann steigt er an?
  • Wann fällt er ab?
  • Was hat das für Folgen?

Gesunder Blutzucker – gesunde Schilddrüse

Dr. Kharrazian: „Nach meiner Erfahrung sind alle Versuche vergeblich, einen an Hashimoto oder einer funktionellen Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) erkrankten Menschen erfolgreich zu behandeln, solange er sich weiterhin zuckerlastig und kohlenhydratreich ernährt.“

1. Blutzucker normal – was heißt das?

Im Laufe unserer Geschichte hat sich der Körper darauf eingestellt, in Hungerzeiten den Blutzucker zu senken. Kommt dann wieder Nahrung  – und womöglich als Milchkaffee oder Sahnetorte 😉  –  steigt der Blutzucker an. Um wieder auf normal zu kommen, braucht es das Hormon Insulin.

Zuständig für die Produktion von Insulin ist die Bauchspeicheldrüse. (Die liefert auch Enzyme für die Verdauung, aber das ist hier gerade nicht so wichtig.) Beim Abbau des Blutzuckers geht es allein um Insulin.

Dieses Insulin sorgt dafür, dass der Zucker in Energie umgewandelt wird. Wenn es zuviel Zucker ist, wird er als Fettgewebe für schlechte Zeiten abgespeichert.

Blutzucker

Bei der nächsten Reis- und Gemüsemahlzeit (Kohlenhydrate) steigt der Blutzucker wieder an und es wird wiederum Insulin gebraucht, um ihn abzubauen.

So weit so gut. Das ist alles normal und keiner wird dick oder krank.

2. Hoher Blutzucker – hohes Insulin

Die Probleme beginnen erst, wenn zuviel Insulin in den Gefäßen kreist. Das passiert nach so leckeren Sachen wie Cappuchino, Bratkartoffeln oder Nudeln mit Tomatensoße. Ganz zu schweigen von Eis und Schokolade.

Wenn es diese Schleckereien nur einmal im Monat gibt, wird die  Bauchspeicheldrüse damit locker fertig. So ist das aber nicht in unserer Zeit. Wir sind täglich Versuchungen und Verlockungen ausgesetzt. 😉

Doch auch wer sich nicht mit Süßigkeiten vollstopft ist nicht sicher. Ausgerechnet die als so gesund gepriesenen Kartoffeln leisten ihren Beitrag dazu, dass der Blutzucker immer wieder steil ansteigt.

Auch ein Übermaß an Kohlenhydraten aus Getreide wie Dinkel, Hafer und Mais ist nicht so gut. Brot, Zwieback, Knäcke und anderes Gebäck – alles das sind Kohlenhydrate, die im Übermaß den Blutzucker viel zu hoch ansteigen lassen.

Blutzucker

Als Folge schüttet die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin aus, was nach mehr oder weniger längeren Jahren zur Erschöpfung des Organs führt.

3. Chronisch hoher Blutzucker schwächt die Nebennieren

Wenn es zur täglichen Gewohnheit wird, süßen Kram zu trinken (Kakao!) und zu essen (Kuchen!), dann wird auch ständig viel zu viel Insulin ausgeschüttet. Als Folge fällt der Blutzucker viel zu weit ab.

Das  begreifen die Nebennieren als Bedrohung. Damit nichts schief geht, produzieren sie weitere Hormone zur Unterstützung. Nur sind das eigentlich unsere Hormone für „Kampf-oder-Flucht“ und das heißt immer, dass jetzt Stress angesagt ist.

Und was macht der Körper sinnvoller Weise, wenn Gefahr droht? Er schraubt andere Systeme runter, die nicht unmittelbar lebenserhaltend sind. Dazu gehören:

  • gesunde Verdauung
  • starkes Immunsystem
  • ausgeglichener Hormonhaushalt
  • Funktion der Schilddrüse

Die armen werden glatt vernachlässigt und müssen warten, bis die Gefahr vorüber ist. Wenn es aber täglich Zucker und Kartoffeln und andere zu viele Kohlenhydrate gibt, dann geht die Gefahr nicht vorüber und der Streß bleibt.

So bleibt der Blutzucker stabil

Hier ein paar Tipps für einen normalen Blutzucker:

  1. Streichen Sie die Süßigkeiten auf ein Minimum.

  2. Essen Sie zu jeder Mahlzeit außer Kohlenhydraten (Brot, Getreide, Gemüse) auch Fett und Eiweiß (Fisch, Fleisch, Eier, Hülsenfrüchte).

  3. Trinken Sie Zitronenwasser aus frisch gepreßten Zitronen. Am besten bereitet man sich morgens einen Vorrat und trinkt über den Tag verteilt immer mal wieder davon.

  4. Lassen Sie keine Mahlzeiten aus und schon gar nicht das Frühstück.

Im nächsten Beitrag geht es weiter. Deshalb sollten Sie unbedingt meinen Newsletter hier bestellen, falls Sie das noch nicht getan haben.

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„Ich nehme seit heute in Absprache mit meinem Arzt, kein Euthyrox mehr ein und es ist für mich ein befreiendes Gefühl.“

 

„Ich schlafe wieder gut, meine Haut ist nicht so trocken, ich bin nicht mehr so ängstlich und ich kann mich wieder konzentrieren.“

Die Autorin: Mein Name ist Jutta Bruhn. Ich bin Heilpraktikerin und wohne in Berlin. Hier auf der Webseite schreibe ich zur Ernährung bei Schilddrüsenproblemen.

14 Kommentare

  1. Waltraud

    Hallo Frau Bruhn,
    wie kommt es aber, dass ich den Eindruck habe, dass mir mal/zwischendrin/ausnahmesweise was Süßes richtig gut tut und sogar den Stoffwechsel anregt?
    Ich muss dazu sagen, dass ich grundsätzlich keinen Zucker esse. Vielleicht Nudeln 1 mal in der Woche, Kartoffel nie, Reis fast nie, Kuchen auch nicht.
    Aber wenn, dann tut das richtig gut, ist belebend. Dito ein Rotwein nach langer Zeit ohne.
    Wie kommt das?
    Dank und herzlicher Gruß
    Waltraud

    • Jutta Bruhn

      Hallo Waltraud, das ist ja genau die Krux: Das Belebende kommt durch Kartoffeln, Kaffee, Zucker … Das treibt den Blutzucker hoch, was als angenehmes Gefühl erlebt wird. Deshalb will man es immer wieder haben. 🙁

      Liebe Grüße
      Jutta

  2. Franzi

    Hallo, Sie erwähnen, dass auch Hafer nicht unbedingt gut ist bei Schilddrüsenproblemen!? Ich esse jeden Morgen Haferflocken, mit Beeren, Äpfeln, Jogurt… seit vielen Jahren – sollte ich das lassen?

  3. Conni

    Liebe Frau Bruhn,

    es geht mir teilweise ähnlich wie Anni (s. ihr Beitrag v. 05.02.2017).
    Könnten Sie bitte noch dazu etwas schreiben? Danke.

    Ich selbst treibe viel Sport (Laufen, Wandern, Fitness-Training + Yoga) und versuche möglichst wenig Süßes zu essen. Trotzdem habe ich meistens einen aufgetriebenen Bauch, auch ohne zu essen.
    Morgens komme ich nur schlecht aus dem Bett und muss mich auch sonst zu allem erst überwinden. Vor dem Sport fühle ich mich meistens so schwach, dass ich es am liebsten ausfallen lassen würde. Vor allem das Laufen. Es kostet mich immense Überwindung, dann trotzdem zu starten. Außerdem habe ich chronische Rücken-/ Schulter und Nackenschmerzen. Das alles zusammengenommen erschwert es mir zusätzlich, am Ball zu bleiben.
    Ich habe seit vielen Jahren Hashimoto und soll Schilddrüsenhormone nehmen. Angeblich ist die Schilddrüse gut eingestellt. Trotzdem fühle ich mich nicht besser.
    Was mache ich falsch?
    Kann mir die makrobiotische Küche helfen?

    Vielen Dank schon mal für Ihre Antwort und viele Grüße aus Freiburg!

    • Jutta Bruhn

      Hallo Conni, ich empfehle dir, auf meiner Webseite zu lesen, auch die Erfahrungsberichte von anderen. Ich kann dir nichts versprechen, denn kochen musst du selbst. 🙂 Natürlich wird dann die Makrobiotische Heilküche (MBH) auch dir helfen, da bin ich sicher.

      Ein Tipp vorab: Hör auf mit dem vielen Sport, am besten gönnst du dir eine Auszeit.

      Herzliche Grüße aus Berlin, Jutta

  4. Manuela

    Hallo Frau Bruhn,

    verstehe ich das richtig, trotz der 4-Wochen-Kur nach der Starthilfe ohne Fleisch, Fisch, Eier zu starten auch noch Reisfasten zu machen?

    Der Gewinn dabei besteht darin, dass der Blutzuckerspiegel nicht mehr so hoch ansteigt und ich nicht in Diabetes komme?

    Und das Eiweiß mit Hülsenfrüchten ausgleichen. Misosuppe und Getreidegerichte esse ich bereits, aber bis jetzt hauptsächlich mit Fleisch, Fisch und Hülsenfrüchten.

    Fühle mich fitter, seitdem ich vor kurzem gestartet habe.
    L g

    • Jutta Bruhn

      Hallo Manuela, das hast du völlig richtig verstanden:

      – man kann zusätzlich zur Starthilfe das Reisfasten machen

      – der Blutzucker normalisiert sich

      – wenn die Entzündungen akut sind, sollte einige Zeit das tierische Eiweiß wegbleiben.

      Genau, dann fühlt man sich schnell fitter! Super!

      Herzliche Grüße aus Berlin, Jutta

  5. Biljana

    Vielen Dank für so ein guten Beitrag, es hat mir geholfen mein Problem zu erkennen und meine Fehler mit Essen. Sie haben das so gut erklärt das man sofort klar im Kopf hat woran liegt es. Ich habe Schilddrüse Unterfunktion . Vielen Dank

    • Jutta Bruhn

      Hallo Biljana, freut mich für Sie, dass die Infos angekommen sind. Ich wünsche Ihnen, dass Sie Ihren Weg finden, denn eine frühe Unterfunktion ist in der Regel mit der Ernährung vollkommen aus der Welt zu schaffen.

      Viele Grüße aus Berlin
      Jutta Bruhn

  6. Claudia

    Danke für den tollen Beitrag! – Jetzt wird mir klar, was in den letzten Jahren schief gelaufen ist und auch schon leider in meiner Kindheit mit viel Kuchen am Wochenende.

  7. Jutta Bruhn

    Lesen Sie gerne weiter auf der Seite, es gibt hier viele Tipps und Rezepte. Ob mit oder ohne Schilddrüse, das spielt keine Rolle.

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